Ingenieurschule
Die Ingenieurschule, auch Höhere Technische Lehranstalt (HTL), Ingenieurakademie, Polytechnikum oder Technische Akademie gehörte zu den Vorläufern der heutigen Fachhochschulen.
Die Ingenieurschulen existierten bis Mitte der 1970er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland. In der ehemaligen DDR existierten sie bis zur Wende 1989. Das Angebot umfasste Studiengänge in den klassischen Ingenieurwissenschaften, die mit einem "Ing. Grad.", auch "Ing. (grad.)" - "graduierter Ingenieur" - abgeschlossen wurden. In der DDR wurde der Titel Ingenieur verliehen. Die ersten Fachhochschulen behielten diese Abschlüsse in ihrer Anfangszeit bei. Später wurden sie durch das "Diplom (FH)" ersetzt, heute wird dieses im Rahmen des Bologna-Prozesses auf Bachelor und Master umgestellt. Für Abschlüsse, die in der ehemaligen DDR erworben wurden, konnte nach der Wiedervereinigung auf Antrag der Titel "Dipl.-Ing. (FH)" verliehen werden.
Die damalige Zusammenlegung und "Gleichschaltung" mehrerer Ingenieurschulen zu Fachhochschulen war nicht unproblematisch, da sich die einzelnen Ingenieurschulen einen bestimmten Ruf und auch eine eigene Tradition erarbeitet hatten, die mit einem Schlag verloren ging. Notwendig war dieser Schritt dennoch, da vor dem rechtl. Schutz des "Titels" "Ingenieur" keine Sicherung einer einheitlichen Qualität der Lehre an der Ingenieurschule möglich war.
Bekannte Ingenieurschulen waren z.B.:
- Ingenieurschule für Kraft- und Arbeitsmaschinenbau "Rudolf Diesel" Meißen 1953-1993 http://www.ingenieurschule.de
- Staatliche Ingenieurschule Gießen 1838 bis 1970 (heute Fachhochschule Gießen-Friedberg)
- Oskar-von-Miller-Polytechnikum (heute FH München)
