Ingolf Gorges

Ingolf Gorges (* 8. April 1940 in Magdeburg) ist ein deutscher Schauspieler. Besonders bekannt war er in der DDR, die er 1977 nach Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns verließ.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang des Schauspielers

Nachdem Gorges die Schule mit 14 Jahren verlassen hatte, wurde er zunächst Kupferbergmann im Mansfelder Land. Von 1958 bis 1961 genoß er eine schauspielereische Ausbildung an der Filmhochschule Babelsberg. Er arbeitete am Theater der Freundschaft, am Deutschen Theater Berlin, am Friedrichstadtpalast und war seit 1969 Mitglied des Fernsehensembles der DDR und spielte in zahlreichen Serien und Spielfilmen des DDR-Fernsehens sowie der DEFA mit.

Nach seiner Übersiedlung nach West-Berlin arbeitete Gorges als Sprecher für den Rundfunksender RIAS. Er war an verschiedenen Theatern tätig, u.a. in Köln, Frankfurt a.M. und bei den Stachelschweinen, der "Komödie" und beim Renaissance-Theater in Berlin. Gorges absolvierte etliche Tourneen, auch in die Schweiz und nach Österreich, z.B. mit "Sappho" unter Wolfgang Liebeneiner, "Amadeus" unter Gerhard Klingenberg und "Gefährliche Liebschaften" unter der Regie Manfred Wekwerths. Gorges gastierte u.a. bei den Karl May-Festspielen. Zwischendurch wirkte er immer wieder an Film- und Fernsehproduktionen mit, auch als Synchronsprecher.

Sport

Gorges betrieb viele Jahre sein Hobby als Amateurboxer. Nach seiner Übersiedlung in den Westen begann er Tennis zu spielen und gewann im Seniorenalter mit verschiedenen Mannschaften mehrfach die Verbandsmeisterschaften des Berlin-Brandenburgischen Tennisverbandes. Er absolvierte 14 Marathonläufe, u.a. zwei in New York und spielt begeistert Fußball.

Anekdoten

Im Jahr 1963 schlug Gorges im Rahmen einer Kneipenstreitigkeit in Ost-Berlin einem Gast mehrere Zähne aus. "Der Schläger" hatte Glück: Sein Opfer war durch Zufall der amerikanische Armee-Captain Alfred Svenson, der als Spion enttarnt von der Volkspolizei verhaftet wurde. Statt einer möglichen Strafe wegen Körperverletzung erhielt Gorges vom Ministerium für Staatssicherheit die Dr.-Richard-Sorge-Medaille, eine hohe Auszeichnung. So war es nur folgerichtig, dass er ab dem Jahr 1969 in der DDR-Spionageserie "Rendezvous mit Unbekannt" die Rolle des MfS-Leutnant Faber spielte. Nach der Wende wurde aus den Stasiakten Gorges betreffend jedoch deutlich, dass er und seine Ehefrau in der DDR umfassend überwacht worden sind, insbesondere nachdem Gorges, etwa durch einen kritischen Brief an den Staatsrat, den DDR-Organen negativ aufgefallen war.

Über Ingolf Gorges schrieb Manfred Gebhardt in seinem Buch "Die Nackte unterm Ladentisch", dass Gorges einer derjenigen DDR-Prominenten war, von dem die Frauen am ehesten ein Nacktbild veröffentlicht haben wollten. Manfred Gebhardt war von 1979 bis 1991 Chefredakteur von Das Magazin.

Publikationen

Filmographie (Spielfilme)

Filmographie (TV-Filme)

Filmographie (Serien)

Auszeichnungen

Siehe auch

Liste von Kulturschaffenden in der DDR

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Personendaten
Gorges, Ingolf
deutscher Schauspieler
1940
Magdeburg

See also: Ingolf Gorges, 1940, 1958, 1961, 1963, 1969, 8. April, Babelsberg, Boxen