Inhalt und Form


Bild:Werkzeugs_db.png Dieser philosophische Artikel ist leider unverständlich. Wenn du ihn verbessern kannst, bist du herzlich dazu eingeladen!
Du könntest den Autoren helfen, diesen Artikel verständlicher zu gestalten, indem du auf der Diskussionsseite des Artikels auf bestimmte, besonders unverständliche Abschnitte o. ä. hinweist.
Danke.
Kategorie:Philosophieartikel

Inhalt und Form bezeichnen ein philosophisches Kategorienpaar, das zwei wesentliche, miteinander verbundene Seiten aller Dinge, Prozesse und Erscheinungen der objektiven Realität widerspiegelt und daher zu den allgemeinsten Bestimmungen des Denkens gehört.

Inhaltsverzeichnis

Zur Abgrenzung von Inhalt und Form gegenüber dem Wesen und der Erscheinung

Dem Wesen wird oft die Erscheinungsform entgegengestellt. Das Wesen soll den Inhalt des Objekts und die Erscheinung seine Form darstellen. Das kann in bestimmten Grenzen richtig sein, es zeigt nur den Zusammenhang beider Kategorienpaare, nicht aber ihre Spezifik. Die Kategorien Erscheinung und Wesen entstanden zur Bezeichnung der verschiedenen Wichtigkeit und der verschiedenen Dauer der Objekte als Grundaussagen über die Existenz; der ontologische und gnoseologische Gesichtspunkt herrschen hier vor. Die Kategorien Inhalt und Form dagegen entstanden zur Bezeichnung des Prozesses der Gestaltung und der Konstituierung des Gegenstandes; sie stehen in einem engen Zusammenhang zur menschlichen Tätigkeit, besonders zur unmittelbaren produzierenden und künstlerischen.

Zu den Existenzformen des Kategorienpaares Form und Inhalt

Wie bei Kategorien Wesen und Erscheinung geht es auch bei den Kategorien Inhalt und Form um objektive Unterschiede zwischen der einfachen Tatsache und der Grundlage der Existenz und der Daseinsweise des Objekts. Die Form bezeichnet die Daseinsweise, die Art und Weise der Reproduktion, der Bewegung und der Entwicklung des Inhalts. Der Inhalt bezeichnet die Voraussetzung und die Grundlage, die geformt und gestaltet wird. Es geht um universell gültige Kategorien, von deren Blickpunkt aus man alle beliebigen natürlichen, historischen Denkobjekte untersuchen kann. Die Kategorie der Form ist die Grundlage für solche Bestimmungen wie Gestalt, Aussehen, Ausdruck, Gebilde und Symbol. Die Kategorie des Inhalts ist die Grundlage der Bestimmungen wie Fülle, Kern, Material, Sinn und Bedeutung. Die Form gehört immer ihrem Inhalt, und der Inhalt immer seiner Form an. Der Zusammenhang zwischen Form und Inhalt ist innerer Art und notwendig.

Zum Verhältnis der Kategorien bei der Entwicklung der Gegenstände

Der reine Inhalt ohne Form und die leere Form ohne Inhalt sind isolierte Abstraktionen. Der Inhalt umfaßt immer die Form (wenn auch nicht immer zeitgleich), ist so oder anders geformt, die Form zeigt sich nicht ohne den Zusammenhang mit dem Inhalt, sie ist angefüllt. Die Frage lautet also, in welchem Maße in einem gegebenen Objekt Inhalt und Form miteinander verknüpft sind. Inhalt und Form müssen vom Standpunkt der Bewegung und vom Standpunkt der Entwicklung betrachtet werden. Ein Gegenstand ist reich an Inhalt, hat aber eine unterentwickelte Form; das bedeutet dann, dass er unreif ist; er wirkt durch seine Unmittelbarkeit, durch seine Roheit und durch seine Möglichkeiten. Ein anderer Gegenstand verdeckt unter einer entwickelten und reichen Form einen unbedeutenden Inhalt; dann ist er am Ende seiner Entwicklung und wirkt durch seine Reife und Überreife und durch die Abgeschlossenheit seiner Realisierung. Im weiteren Sinne wird von Inhalt und Form auch dort gesprochen, wo es um Zusammenhänge überwiegend äußerer Art geht, wie dem mechanischen Zusammenhang zwischen dem Inhalt eines Geschirrs, das mit irgend einem Stoff angefüllt ist, oder dem geometrischen Verhältnis zwischen der Form und dem Inhalt eines Körpers.

Die Kategorien im Zusammenhang von Notwendigkeit, Zufall, Möglichkeit und Wirklichkeit

Der eigentliche Charakter dieser Kategorien als Seiten des Entwicklungsprozesses zeigt sich erst dort, wo ihr Zusammenhang ein innerer ist, wie beim Zusammenhang zwischen der Anatomie des Organs und seiner Funktion. Im Zusammenhang von Form und Inhalt äußert sich nicht nur die Notwendigkeit, sondern auch die Zufälligkeit. Der Begriff wird als Inhalt durch einen Terminus, ein Wort oder ein Symbol ausgedrückt. Der Zusammenhang zwischen der Bedeutung und dem Symbol besteht nicht ohne einen Zug der Notwendigkeit, wenn auch von vermitteltem Charakter (so sei hier an den Zusammenhang der Geschichte und Ideologie eines Staates und seines Wappens erinnert), aber auch nicht ohne ein Element der Zufälligkeit, der Konvention und der Willkür. Der Inhalt strebt nach Form und verwandelt sich in diesem oder jenem Grade der Notwendigkeit in eine Form, und damit realisiert er sich; wie bei Wesen und Erscheinung ist auch bei Inhalt und Form ihr Zusammenhang ein Zusammenhang der Kategorien von Möglichkeit und Wirklichkeit. Die Form ist die Verwirklichung des Inhalts, und der Inhalt ist die Zusammenfassung der formalen Möglichkeiten. Weil die Form verwandelter Inhalt und der Inhalt verdeckte und entwicklungsfähige Form ist, gilt zwischen ihnen das Verhältnis der gegenseitigen Einwirkung, Bedingung und Vermittlung.

Die Durchgängigkeit dieser vermittelten Bewegung schließt die Möglichkeit aus, den einen Pol des Widerspruchs als nur aktiv oder nur passiv anzusehen. Die Aktivität des Inhalts gegenüber der Form wird von der Aktivität der Form gegenüber dem Inhalt abgelöst. Wechselseitig ist auch die Anregung und die Hemmung zwischen dem Charakter und der Entwicklungsstufe sowohl des Inhalts als auch der Form. In der Bürokratie wird zum Beispiel eine nichtige Angelegenheit (als Ding, Inhalt) zum Gegenstand eines verzweigten und kostspieligen Vorgangs (als die administrative, bürokratische Form der Beschäftigung mit dem Ding). Eine überwuchernde und inadäquate Form verdeckt hier einen nichtigen, unbedeutenden Inhalt.

Zum Wechselhältnis von Inhalt und Form in der Phase der Transformation

Der Inhalt entwicklet sich dadurch, indem als Folge die Form umgestaltet wird. Jede Umgestaltung der Form (als Transformation, Metamophose) ist so oder anders eine Veränderung des Inhalts (als "Transsubstantiation"). Der neuen Form entspricht ein neuer Inhalt. In der aufsteigenden Entwicklung wird die erreichte Form als das Ergebnis der vorhergehenden Bewegung zum Inhalt, weil sie "negiert", durch eine höhere Form geformt worden ist. Weil so immer mehr erreichte Formen zum Inhalt werden, bereichert sich der Inhalt und schafft sich eine kompliziertere und vollendetere Form. So ist zum Beispiel Inhalt und Voraussetzung der Erkentnistätigkeit der ganze durch die Entwicklung erreichte Inhalt der Welt; die Formung dieses Inhalts geht vermittels des Systems der wissenschaftlichen Begriffe, Kategorien, Gesetze u.a. vor sich, die verbunden mit der entsprechenden Praxis die höchste Form der Bewegung des Materiellen darstellt.

Inhalt und Form, die Gegensätze bilden, ringen miteinander, aber gerade deshalb müssen sie die gleiche Grundlage besitzen. Um zum Beispiel die objektive Welt in einem System wissenschaftlicher Gesetze zu erfassen, für diese "Transformation", ist nicht nur die Denkleistung des Gehirns notwendig, sondern auch die praktische, gesellschaftliche Tätigkeit und die Denkerfahrung in ihren verschiedensten Realisierungen. Die Erkenntnis als geistige Reproduktion des Realen ist die unmittelbare Einheit der wissenschaftlichen Empirie (als tätige Praxis, Beobachtung, Experimentieren u.a.) und ihre theoretische Formulierung. Dem "Inhalt" in der Kunst ist nicht die unmittelbar objektive Wirklichkeit analog, sondern ihre gedankliche, gefühlsmaäßige und ideelle Verarbeitung, die erst der Gegenstand der ästethischen Gestaltung wird. Bei der Anwendung der Kategorien Inhalt und Form müssen die relative Gleichartigkeit beider respektieren werden, wenn nicht eine verflachte Betrachtung der Zusammenhänge eintreten soll.

Zur Bedeutung des Primats des Inhalts gegenüber der Form

Wenn es um das Primat geht, ist der Inhalt gegenüber der Form im allgemeinen primär, während die Form in der Entwicklung dem Ihhalt folgt. Der Inhalt und seine Entwicklung gehen der Entwicklung der Form voraus; der Inhalt hat also ein historisches Primat und wirkt auf die Form stärker und entschiedener als die Form auf den Inhalt; er hat also auch ein dynamisches Primat. Die Form hat das Primat in der Qualität, sie qualifiziert und bewertet den Inhalt und entscheidet über die Stufe der Vollenedung des Inhalts. Der Gegenstand erlangt die höchste Stufe seiner Entwicklung, wenn sein Inhalt und seine Form, die im Widerspruch zueinander weiterhin stehen, gleichzeitig ihren Widerspruch überwinden und ein neues Gleichgewicht erreichen.

Es ist immer das Gleichgewicht entgegengestzt wirkender Kräfte. Sie resultieren in jene Verknüpfung der Spannung und Entspannung, die die Lebendigkeit und Dauer des Gegenstandes bestimmen. Die Verletzung dieses dynamischen Gleichgewichts führt entweder zur Gestaltlosigkeit und Formlosigkeit oder zum Formalismus. Die Schwäche der Form folgt dem Zerfall des Inhalts, das Überwuchern der Form führt zu ihrer Umwandlung aus einer Form der Entwicklung des Inhalts in deren Hemmnis. Wenn diese Verhätnisveränderungen bestimmte, für jeden Gegenstand spezifische Grenzen erreichen, kommt es zu einer Umwandlung des Gegenstandes in etwas qualitativ anderes; Erstarrung und Schwäche der Form sind in der Regel miteinander verknüpft, denn sie hemmen die weitere Entwicklung Inhalts.

Zur abstrakten Isolierung der Form im Platonismus als Wurzel für den philosophischen Idealismus

Bei der wissenschaftlichen Untersuchung abstrahierender Formen z.B. im Rahme der Logik, Mathematik, Kristallographie, Morphologie, struktureller Linguistik und allgemeiner Systemtheorie, handelt es sich nicht um reine Formen für beliebige Inhalte, sondern um mögliche Formen bestimmter Inhalte. In der Möglichkeit, in der Abstraktion Inhalte und Formen voneinander abzuheben, liegt auch die gnoseologische Wurzel für den philosophischen Idealismus, der sie nach der islolierenden Abstraktion metaphysisch verselbständigt, um sie dann sekundär auf phantastische Weise wieder zusammenzuführen. Auf klassische Weise erbrachten dies z.B. Platon und Aristoteles für den objektiven Idealismus. Platon isolierte die Formen von dem Materiellen und verlegte sie als transzendente Ideen in eine immaterielle Welt, aus der ihre Schatten als materielle Dinge in die Welt fallen, in der die Menschen leben(siehe Platonismus). Aristoteles verwarf zwar diese Verdoppelung der Welt, behielt aber die metaphysische Verselbständigung von Stoff (als Inhalt) und Form bei.

See also: Inhalt und Form, Aristoteles, Ding, Erscheinung, Notwendigkeit, Objekt, Platon, Platonismus, Prozess