Innertropische Konvergenzzone
Die Innertropische- oder Intertropische Konvergenzzone (ITC für Inter Tropic Conversion oder ITCZ für Inter-Tropical Convergence Zone) ist eine wenige hundert Kilometer breite Tiefdruckrinne in Äquatornähe im Bereich der von Norden und Süden aufeinader treffenden Passatwinde. Sie ist durch Konvektionserscheinungen und eine in der Regel starke Quellbewölkung gekennzeichnet.
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Entstehung
thumb|200px|right|Die Innertropische Konvergenzzone thumb|right|200px|Entstehung des Tropenklimas In der Nähe des Äquators wird die Luft durch die dortige starke Sonneneinstrahlung stark erhitzt, woraufhin diese expandiert und in der Folge die Werte sowohl für die Luftdichte als auch für den Luftdruck am Boden stark absinken. Es bildet sich also ein den gesamten Globus umspannendes, stabiles Tiefdruckgebiet sehr großen Ausmaßes, sowohl vertikal als auch horizontal, welches aufgrund seiner schlauchartigen Ausbildung eine Tiefdruckrinne darstellt. Die so erwärmte und expandierende Luft konvektiert (thermische Advektion, vertikal) in der Folge und muss hierbei Arbeit leisten, weshalb sie mit zunehmender Höhe abkühlt (Joule-Thomson-Effekt). Mit der Unterschreitung des Taupunkts bilden sich aufgrund der dabei sinkenden Wasserdampfkapazität der Luft, im Verbund mit der in ihr enthaltenen meist hohen Luftfeuchtigkeit, hochreichende und massive Wolkenformationen. Diese führen zu starken Niederschlägen (den so genannten Zenitalregen) und bedingen ein meist tropisches oder subtropisches Klima. Da es eine thermodynamische Gesetzmäßigkeit ist, das Luftdruckunterschiede sich durch Massenströme ausgleichen und bei der Konvektion der Luft am Boden kein Vakuum entstehen kann, fließt am Boden horizontal Luft nach, was man als Konvergenz bezeichnet. Dieser Massenstrom, hier Wind genannt, ist in Richtung und Stärke relativ konstant. Er wird durch die Corioliskraft, einer Scheinkraft, auf der Nordhalbkugel in Bewegungsrichtung nach rechts und auf der Südhalbkugel in Bewegungsrichtung nach links abgelenkt, weshalb die resultierenden Winde, die Passate, eine Ostkomponente besitzen.
Wandel und Folgen
Jahresgang
Die Innertropische Konvergenzzone schwankt mit den Jahreszeiten und folgt hierbei dem Zenitstand der Sonne, welcher wiederum von der Ekliptik der Erdachse abhängt, mit einer Verzögerung von etwa einem Monat. Da die Sonneneinstrahlung (siehe auch Sonnenenergie) hier aufgrund des meist hohen Einfallswinkels die vergleichsweise größte Strahlungstromdichte aufweist, ist auch die thermische Wirkung vom Zenitstand abhängig und damit der Äquator nur zum Teil mit der ITC identisch.
Im Sommer der Nordhemisphäre ist die ITC daher nach Norden, im Winter nach Süden verschoben. Ihre Lage wird zusätzlich sehr stark über die Kontinente modifiziert, da sich die Luft über diesen stärker bzw. schneller erwärmt als über der ozeanischen Wasseroberfläche. Die Größe der Landmasse beeinflusst dementsprechend den Verlauf der ITC und somit auch die Klimazonierung. Ohne 'störende' Landmassen, würde die Zonierung der Klimazonen deutlich stärker einem globalen Gürtelmuster ähneln. Besonders stark ist die Abweichung der ITC vom Äquator über Südamerika und Asien. Die sehr große Nord-Süd-Abweichung zwischen den Jahreszeiten in Asien begünstigt hierbei die Ausbildung von Monsunen. Durch die starke Konvergenz liegt die Tropopause in der ITC höher.
Wetter
right|thumb|160px|Cumulonimbuswolke
Die Folgen der aufsteigenden Luft sind hierbei starke Wolkenbildung (Cumulonimbus), wolkenbruchartige Schauer und Gewitter. Dies liegt darin begründet, dass die schon recht feuchte Luft beim Aufsteigen langsam abkühlt und als Folge die Wasserdampfkapazität derselben sinkt. Die relative Luftfeuchtigkeit nimmt dabei immer weiter zu. Wird der Taupunkt unterschritten, so kommt es als Folge recht schnell zur Kondensation, die aufgrund der Ausmaße der Konvektionsströmung enorme Mengen flüssigen Wassers hervorbringt und so auch humide Klimate begünstigt.
Durch die ITC sind an den Wendekreisen große Wüsten entstanden. Dies hängt damit zusammen, dass die trockene Luft, die an den Wendekreisen wieder absteigt, sehr dampfhungrig ist und damit die Verdunstung stark begünstigt. Steht die ITC an den Wendekreisen (Sommer- und Winteranfang), kann keine Feuchtigkeit aufsteigen und es entstehen daher auch keine Niederschläge. Verbunden ist der Stand der ITC auch mit den windstillen Kalmen.
