Inoffizieller Mitarbeiter

Ein Inoffizieller Mitarbeiter (kurz IM, oft auch als Informeller Mitarbeiter bezeichnet) war in der DDR eine Person, die verdeckt Informationen an das Ministerium für Staatssicherheit (MfS oder "Stasi") lieferte, ohne formal für diese Behörde zu arbeiten.

Bei den Informationen handelte es sich in der Regel um Berichte über das Verhalten von Personen aus dem persönlichen oder beruflichen Umfeld des Inoffiziellen Mitarbeiters. Häufig wurden auch engste Freunde und Familienangehörige von IMs bespitzelt. Ein Teil der IMs handelte aus politischer Überzeugung, andere versprachen sich davon Vergünstigungen oder wurden schlicht unter Druck gesetzt. Die Binnendifferenzierung zwischen den einzelnen IMs ist wichtig. Zwischen GMS (dem öffentlich staatsloyalen Bürger) und dem IMB (z.B. für ausländische Nachrichtendienste) bestehen große Unterschiede.

Das MfS beschäftigte weit über 100.000 Inoffizielle Mitarbeiter in allen Bevölkerungsgruppen. Das Netzwerk der Inoffiziellen Mitarbeiter war ein tragendes Element des Überwachungssystems der DDR, da so auch eine Überwachung von Personenkreisen möglich war, zu denen offen als solche zu erkennende Stasi-Mitarbeiter keinen Zugang gehabt hätten.

Mit der Öffnung der Archive des MfS im Zuge der Deutschen Wiedervereinigung gelangten die Berichte und die Identität zahlreicher IMs ans Tageslicht, was zur Aufklärung etlicher menschlicher Tragödien führte.

Siehe auch: BStU

See also: Inoffizieller Mitarbeiter, BStU, DDR, Deutsche Wiedervereinigung, Ministerium für Staatssicherheit