Instrumentalis

Instrumentalis oder Instrumental ist einer der neun Fälle des Substantivs, die das Indogermanische kannte und einige indogermanische Sprachen noch heute kennen. Mit Hilfe des Instrumentalis konnten die Indogermanen zum Ausdruck bringen, dass eine Tätigkeit oder ein Vorgang durch den Einsatz des im Instrumentalis stehenden Substantivs ermöglicht oder gefördert wurde.

Der Instrumental bezeichnet in der Linguistik den Fall (Kasus) des Urindogermanischen, der das Mittel ausdrückt.

In den meisten heutigen indogermanischen Sprachen existiert der Instrumentalis nicht mehr, sondern ist durch eine präpositionale Fügung ersetzt worden (mit einem Hammer (dt.), avec un marteau (frz.)).

Die meisten slawischen Sprachen haben dagegen den Instrumentalis als einen gesonderten Fall behalten, der allerdings in vielen Fällen gleichwohl der Ergänzung durch eine Präposition bedarf. Er hat hier oft auch noch vielfältige weitere Funktionen erhalten.

Eine sekundäre Bedeutung des Instrumentalis im Litauischen und in einigen slawischen Sprachen ist die Lokalbedeutung, z.B. tschechisch jít lesem (durch den Wald gehen), litauisch eiti mišku (dass.). Er wird im beispielsweise im Russischen anstelle der Präposition 'mit' verwendet, dort wo diese das Mittel ausdrückt.

In der lateinischen Sprache ist der Instrumentalis im Ablativ aufgegangen. Im Sorbischen existiert dieser Kasus immer noch, wird aber stets mit der Präposition z (mit) verwendet.

Der Instrumental hat auf Bosnisch, Kroatisch und Serbisch folgende Funktionen:

radnim danima - an Werktagen.

See also: Instrumentalis, Ablativ, Bosnische Sprache, Indogermanen, Indogermanische Sprachen, Indogermanische Sprachfamilie, Kasus, Kroatische Sprache, Lateinische Sprache, Litauische Sprache