Integrated Truss Structure S0
Starboard Zero S0 (engl. für Steuerbord Null) ist das zentrale Segment der zukünftig über 100 Meter langen Gitterstruktur der Internationalen Raumstation, das im April 2002 von der STS-110 Mission installiert wurde. Dabei handelt es sich um eine im Querschnitt trapezförmige, starre Leichtmetallstruktur mit zusätzlichen Querstreben (siehe Bild), die über ausfahrbare Teleskopstützen mit dem Labormodul Destiny verbunden ist. Das Gitterelement S0 ist 13,20 Meter lang, 4,57 Meter breit, hat eine Masse von 12,6 Tonnen und besteht aus 5 einzelnen Buchten. Es verfügt außerdem über ein System zum automatischen Anschluss an Versorgungsleitungen (Energie, Daten, Kühlmittel), einen 6,40 Meter langen Radiator zur Abstrahlung überschüssiger Wärme (vor allem aus den Energiesystemen), eine transportable Arbeitsplattform, 4 GPS-Antennen zur Positionsbestimmung der Station, ein davon unabhängiges System aus zwei Messkomplexen mit je 3 Ringlaserkreiseln, die Beschleunigungen in allen drei Achsen bestimmen und über Computer die Position der Station berechnen, einen Detektor für geladene Partikel, vier Energie-Umschalteinheiten, zwei Stromkreis-Unterbrecher, drei Halogen-Scheinwerfer, zwei unabhängige Steuersysteme zur Fernbedienung der wichtigsten Funktionen, eine Vielzahl von Versorgungskabeln mit automatischen Anschlussvorrichtungen sowie den mobilen Transporter (MT). Dieser ist eine Aluminiumkonstruktion, 2,74 Meter lang, 2,62 Meter breit und 97 Zentimeter hoch. Er hat eine Masse von 885 kg und läuft auf Schienen entlang der Gitterstruktur. Eine komplexe Software übernimmt die Steuerung der 20 Motoren zum Fahren, Feststellen und Anschließen der Energiekupplungen. In Zukunft stehen dem mobilen Transporter 10 Andockstellen auf den einzelnen Gittersegmenten zur Verfügung. Zwischen Schiene und Transporter herrscht im festgestellten Zustand eine Anpresskraft von etwa 30 kN (Kilonewton). Die maximale Nutzlast liegt bei 20,9 Tonnen. Für die Verbindung der einzelnen Segmente der Gitterstruktur existiert ein spezielles Segment to Segment Attachment System. Für jede Verbindung gibt es einen fernbedienbaren Fangriegel, der beide Elemente zunächst locker verbindet, danach aber festgezogen wird. Außerdem greifen dann vier motorgetriebene Bolzen, die zusätzlich gesichert werden.
