Interdependenztheorie
Die Interdependenztheorie (Theorie von der wechselseitigen Abhängigkeit) beschreibt die gegenseitige Abhängigkeit von Nationalstaaten gegenüber anderen Nationalstaaten oder Internationalen Organisationen. Unter diesem Gesichtspunkt kann sie verschieden interpretiert und definiert werden.
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Verschiedene Interdependenztheorien
Die Theorie des Interessenkonnex (Verknüpfung der Interessen) nach Edward L. Morse besagt, dass eine Positionsänderung des einen Staates die Positionsänderung des anderen Staates zur Folge hat, die Problematik jedoch die gleiche bleibt.
Die ökonomische Definition nach R. Cooper besagt, dass man von Interdependenz sprechen kann, wenn ein nationaler Akteur gegenüber externen ökonomischen Einflüssen hohe Sensibilität aufweist, unabhängig davon, ob diese von Entscheidungsträgern wahrgenommen werden.
Bei der Kosten-Nutzen-Definition von K. Waltz spricht man von Interdependenz, wenn eine positive Beziehung zwischen Akteuren vorherrscht, deren Abbruch beiderseitige Kosten verursacht. In diesem Sinne: 'Power and Interdependence: World Politics in Transition' (Keohane, Robert/Nye, Joseph) Begründung der Interdependenztheorie als eigenständiger Zweig der Theorien der Internationalen Beziheungen
K. Deutschs kommunikationstheoretisch fundierte Definition geht davon aus, dass ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen Systemen besteht, der auf einem breiten Stamm von Transaktionen beruht.
Aufgabenbereiche
Die Interdependenztheorie analysiert verschiedene Bereiche der internationalen Politik:
- die Anzahl von internationalen Akteuren und die Folgen
- Globalisierung
- Veränderungen im Mächtegleichgewicht
- Zunahme von Politikverflechtung
Arten von Interdependenz
Interdependenzempfindlichkeit heißt, dass äußere Kosten auftreten, ohne dass der Staat im politischen Rahmen etwas dagegen unternehmen kann.
Interdependenzverwundbarkeit heißt, dass Kosten auftreten, obwohl der Staat bereits etwas dagegen unternommen hat.
Probleme von Interdependenz
- Die Probleme anderer Staaten werden importiert.
- Die Anzahl der Akteure wird immer unüberschaubarer.
- Interdependenz kann asymmetrisch sein.
- Kurze Amtsperioden der Regierungen verhindern großangelegte Handlungsstrategien.
