Interleukin

Interleukine (IL-x) sind, zu den Zytokinen zählende, körpereigene Botenstoffe der Zellen des Immunsystems. Sie werden in mehrere Untergruppen unterteilt, die durch Zahlen gekennzeichnet werden (IL-1 bis IL-26; Stand 2003). Jedes Interleukin regt bestimmte Zellen des Immunsystems, beispielsweise Leukozyten, zu Wachstum, Reifung und Teilung an und sorgt außerdem für deren Aktivierung.

Inhaltsverzeichnis

Typen

Interleukin-1

Interleukin-1 wird von Makrophagen gebildet und ist ein entzündungsfördernder Signalstoff. Es lagert sich an den Chondrozyten an und bewirkt die Freisetzung knorpelzerstörender Enzyme. Dadurch kommt es zum Abbau von Knorpelsubstanz und letztendlich zur Zerstörung der Gelenke.

Bei schizophrenen Patienten konnten veränderte Interleukin-1 Werte im Blut, in der Hirnflüssigkeit sowie im präfrontalen Cortex festgestellt werden.

Interleukin-2

Interleukin-2 ist therapeutisch eines der wichtigsten Interleukine. Es wirkt auf Immunreaktionen auslösende, maligne Tumoren, indem es T-Helfer-Zellen produziert. Außerdem interagiert es mit spezifischen Oberflächenrezeptoren auf Lymphozyten und aktiviert unspezifische zytotoxische Effektorzellen. Interleukin-2 ist ein Wachstumsfaktor für Lymphozyten und ist an der Reifung und Differenzierung von Thymozyten, B-Lymphozyten, Monozyten, Makrophagen, epidermalen dendritischen Zellen und NK-Zellen beteiligt.

Interleukin-3

Interleukin-3 wirkt auf die Stammzellen im Knochenmark und wird zur Stimulation der Blutbildung nach einer Chemotherapie, nach Knochenmarks- oder Stammzelltransplantation eingesetzt.

Interleukin-16

Interleukin-16 scheint eine Rolle bei der Rheumatoiden Arthritis zu spielen.

Interleukin-18

Interleukin-18 konnte in erhöhter Konzentration im Gelenkinnenhaut (Synovia) von rheumatoiden Arthritis – Patienten nachgewiesen werden.

Einsatz als Therapeutikum

Mit einer Immuntherapie oder Immunmodulation mit Interleukin (in der Regel IL-2) wird versucht, die Abwehr eines Organismus anzuregen. Malignen Tumoren oder einer Infektion, beispielsweise HIV, soll durch die Gabe mit körpereigenen Mitteln begegnet werden.

Meist werden bei der Behandlung maligner Tumore (Nierenzellkarzinom, malignes Melanom) Kombinationspräparate von Interleukin und anderen Mitteln eingesetzt, wie beispielsweise Interferon und/oder Zytostatika. Die Nebenwirkungen bei einer Therapie mit Interleukin sind erheblich: beispielsweise Fieber, Müdigkeit, Hautausschläge, Herzrasen, Ödeme.

Bei Morbus Crohn konnte durch die Gabe von Anti-Interleukinen eine Besserung erzielt werden.


Kategorie:Protein Kategorie:Immunologie

See also: Interleukin, Antikörper, B-Lymphozyt, Botenstoff, Chemotherapie, Cortex, Dendritische Zelle, Enzym, HIV, Immunmodulation