Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) / International Society for Human Rights (ISHR) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation mit 35 Sektionen und Gruppen weltweit sowie über 35.000 Mitgliedern.
Sie wurde 1972 als "Gesellschaft für Menschenrechte" gegründet und wurde anfangs vom Bund russischer Solidaristen Narodnyj Trudowoj Sojus unterstützt, einer der ältesten antisowjetischen Gruppen. Personelle Parallelen waren Anlass zu Spekulationen darüber, ob die GFM eine Art Nachfolgeorganisation des NTS sei. Heute hat die IGFM Beobachterstatus im Europarat.
Die IGFM hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, für Glaubensfreiheit in kommunistischen Ländern wie China und Vietnam einzutreten, besonders in Bezug auf Christen, aber auch mit tatkräftiger Unterstützung anderer unterdrückter Gruppen wie Falun Gong. Menschenrechtsverletzungen in der DDR und den osteuropäischen Staaten kritisierte die IGFM seinerzeit mit Nachdruck und wurde dafür von linksgerichteten Gruppierungen in Ost und West angefeindet.
In Deutschland betreiben viele lokale Arbeitsgruppen menschenrechtliche Informationsarbeit. Das vielfältige humanitäre Engagement in osteuropäischen Ländern hat zum Ziel, die dortige Situation z.B. von Kindern, alten Menschen oder Wehrpflichtigen zu verbessern und auf diese Weise den Folgen vergangener und aktueller Menschenrechtsverletzungen entgegen zu treten.
Die IGFM ist umstritten. In mehreren Publikationen über die Personen und Organisationen des Rechtsextremismus und seiner Vorfeldorganisationen finden sich Einträge über die IGFM, die mit Kritik an der Verletzung von Menschenrechten sehr selektiv umgehe, zugleich aber mit Gewaltherrschern oder obskuren Gruppen anbändele, solange sie nur antikommunistisch seien. Dieses Image ist teils auf Kampagnen des Ministeriums für Staatssicherheit zurückzuführen, das in dern 1980er Jahren beispielsweise Informationen verbreitete, denen zufolge die IGFM die Contra in Nicaragua unterstütze. Auch heute kommt der Vorwurf rechtsextremer Sympathien fast ausschließlich von marxistischen oder antifaschistischen Gruppen.
Scharf kritisiert wurde die IGFM in Menschenrechtskreisen jüngst ob ihrer Positionen zum Folterskandal um Wolfgang Daschner: Das milde Urteil für Daschners Folterandrohung wurde von Sprechern der IGFM ausdrücklich begrüßt, was de facto ein Eintreten für straflose Folter in Extremsituationen bedeutet.
Weblinks
- http://www.igfm.de
- http://www.igfm-fulda.de
- http://www.igfm-muenchen.de
- http://www.ishr.org
- Günter Platzdasch: Die sogenannte Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
- Löw, Konrad Artikel des Informationsdienst gegen Rechtsextremismus über ein Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der IGFM
