Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien
Das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien, (offizielle Bezeichnung Internationaler Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, englisch: International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia, ICTY) in Den Haag wurde auf Beschluss Nr. 827 des UN-Sicherheitsrats am 25. Mai 1993 gegründet. Es soll strafrechtlich die Verantwortlichen für folgende Verbrechen verfolgen:
- Schwere Verletzungen der Genfer Abkommen
- Verstöße gegen die Gesetze oder Gebräuche des Krieges
- Völkermord
- Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Dem Gericht gehören 16 von der UN-Generalversammlung gewählte Richter an, weitere 27 stehen zur temporären Hilfe bereit. Etwa 15.000 bis 20.000 Kriegsverbrechern, so schätzt das Haager Tribunal, müsste der Prozess gemacht werden. Doch die überwältigende Mehrzahl von ihnen befindet sich noch auf freiem Fuß . Nachdem im Dezember 1994 der Regelbetrieb aufgenommen wurde, liegen inzwischen Anklagen gegen 120 Verdächtige vor. Besonderes Interesse erregt der Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten Jugoslawiens Slobodan Milošević.
Die wichtigsten Angeklagten
- Slobodan Milošević (Untersuchungshaft)
- Vojislav Šešelj (Untersuchungshaft)
- Momčilo Krajišnik (Untersuchungshaft)
- Ante Gotovina (Auf der Flucht)
- Ratko Mladić (Auf der Flucht)
- Radovan Karadžić (Auf der Flucht)
- Mile Mrkšić (Untersuchungshaft)
- Veselin Šljivančanin (Untersuchungshaft)
- Miroslav Radić (Untersuchungshaft)
- Biljana Plavšić - Urteil: 11 Jahre Haft
- Tihomir Blaškić - Urteil: Ursprünglich 49 Jahre, 2004 in der Revision auf 9 Jahre Haft reduziert, sofortige Haftentlassung
- Milan Babić - Urteil: 13 Jahre Haft
- Željko Ražnatović (2001 in Belgrad ermordet)
- Vlajko Stojiljković (beging 2002 Selbstmord)
Literatur
- Slavenka Drakulić, Keiner war dabei. Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2004
Weblinks
- Offizielle ICTY Homepage (englisch)
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