Internet-Offensive

Wörtlich: Internet-Angriffskrieg.

Üblicherweise ist eine Marketing-Kampagne gemeint, die verstärkt auf das WWW als Medium setzen soll. Die semantisch aggressiv-kriegerisch gefärbte Herkunft des Ausdrucks Offensive aus der Militärsprache (Beispiel: Ardennen-Offensive) wird dabei jedoch übersehen.

Im Falle der deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender der ARD wurde die Bedeutung im Jahr 2000 wortwörtlich genommen, da besonders von Seiten des WDR teils erfolgreich versucht wurde, andere Firmen und Privatleute um ihre Domain zu bringen. Die anschließend geplante Realisierung eigener Projekte auf den diversen konfiszierten Domains mißlang jedoch, weil die KEF die zur Umsetzung geforderten 350 Millionen D-Mark verweigerte.

Seitdem wird der Begriff "Internet-Offensive" konkret mit dieser misslungenen Aktion der ARD gleichgesetzt, obwohl er auch im sonstigen Marketingsprech noch herumgeistert. In beiden Fällen hat er bei nicht kommerziell engagierten Internet-Nutzern einen negativen Beigeschmack bekommen.

Schließlich wurde auch von der Bundesregierung eine Aktion diesen Namens gestartet, die das Internet den Bürgern näher bringen sollte. Abgesehen von mäßiger Effizienz hat diese Aktion keinen negativen Beigeschmack, jedoch wurde hier strenggenommen der falsche Begriff verwendet, da weder das Internet noch mittels des Internets angegriffen wurde.

See also: Internet-Offensive, 2000, ARD, Aggression, Ardennen-Offensive, D-Mark, Domäne (Internet), Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, Krieg, Marketing