Internet-Pornografie

Internet-Pornografie ist Pornografie, die über das Internet angeboten wird.

Häuptsächlich wird sie über Internet Tauschbörsen und das World Wide Web (WWW) verbreitet, wo so genannte "Pornoseiten" einen großen Anteil an der Gesamtzahl Webseiten ausmachen. Nicht ohne Grund ist "Sex" der bei Suchmaschinen am meisten gesuchte Begriff, der in den Statistiken der Suchmaschinen schon gar nicht mehr geführt wird. Diese Tatsachen haben den Ruf des Internets entscheidend negativ geprägt und so reduzieren vor allem Komiker das Internet in ihren Parodien auf eine reine Pornografie-Sammlung.

Inhaltsverzeichnis

Webseiten mit Pornografie

Pornografie insgesamt wird in Form von pornografischen Schriften, Bildern, Tonträgern, Filmen und Videos am stärksten über pornografische Webseiten verbreitet. Das ist in dieser Form zunächst legal. Da aber das Alter des Besuchers solcher Webseiten nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, sind solche Angebote unter dem Aspekt des Jugendschutzes rechtlich bedenklich. Behilfsweise verlangen manche Betreiber dieser Webseiten die Eingabe einer Kreditkarten- oder Personalausweisnummer, um das Alter zu verifizieren.

Viele Webseiten decken auch spezielle sexuelle Vorlieben ab („Fetisch-Seiten“). Strafrechtlich zu verfolgen sind sowohl die Anbieter als auch Abrufer von Kinderpornografie. Da auch diese Art der Pornografie aber einen gewissen Teil der Internet-Pornografie ausmacht – wenn auch einen wesentlich geringeren, als nach manchen Medienberichten zu vermuten wäre –, versuchen Politiker und Aktivisten durch Zensur die Verbreitung von Pornografie im Internet einzuschränken. Praktisch ist den Betreibern dieser Webseiten nur schwer beizukommen, da die Webserver, die diese Seiten im WWW verfügbar machen, sich oft im Ausland befinden, und die Kommunikation mit den ausländischen Behörden schwierig und die Rechtslage im Ausland oft anders ist. Kinderpornografie ist inzwischen jedoch fast weltweit unter schwere Strafen gestellt, sodass sie im Internet kaum noch kommerziell angeboten wird; stattdessen wird sie meist unentgeltlich und „unter der Hand“ getauscht, z.B. in IRC-Chats und anderen geschlossenen Chatrooms.

Texte

Das Internet hat zur starken Verbreitung kostenloser pornografischer Texte von Hobby-Autoren beigetragen. In Diskussionsforen, etwa im Usenet, stellen Autoren, meist unter Pseudonym, anderen Interessenten ihre Werke vor. In der Regel gestatten sie die nichtkommerzielle Weiterverbreitung des unveränderten Textes mit Autorenangabe.

Es gibt Projekte, die anfingen, die so veröffentlichten Texte zu sammeln. Später entstanden daraus große Internet-Gemeinschaften für pornografische Texte, bei denen Autoren dann auch direkt veröffentlichen konnten.

Codes bei pornografischen Texten. – Um dem Leser die Möglichkeit zu geben, sich schnell einen Überblick zu verschaffen, ob ein vorliegender pornografischer Text seinem Geschmack entspricht, wurden in den entsprechenden Foren im Internet so genannte story codes (engl. für „Geschichts-Kodes“) eingeführt. Diese Codes sind englischsprachige Abkürzungen. Sie werden im Abschnitt nach dem Titel aufgeführt und umreißen die beteiligten Personen und sexuellen Handlungen. Es gibt einen weit ausgearbeiteten Standard an Codes. Besonders bei Texten, die umstrittene sexuelle Praktiken beinhalten, werden diese Codes als Warnhinweise von Autoren ernst genommen, und seine Leser nicht richtig zu warnen, wird allgemein als grob unfreundlich empfunden.

AVS

Anbieter, die kein Adult Verification System (AVS) verwenden, machen sich dabei nach deutschem Recht strafbar. Öffentliche Sammlungen, die harte Pornografie enthalten, sind auch mit AVS strafbar.

Bezahlung und Betrug

Viele Porno-Webseiten sind kostenpflichtig. Zur Abrechnung wird von in anderen Sprachen geführten Webseiten oft die Kreditkarte bevorzugt, meist wird monatlich bis zur Kündigung der Nutzung ein fester Betrag abgebucht, der üblicherweise zwischen ca. 10 und ca. 50 Euro liegt. Auf deutschsprachigen Pornoseiten sind aber Dialer am weitesten verbreitet, die nach Minuten abgerechnet werden und bis zu knapp 4 Euro pro Minute kosten. Dialer-Angebote sind bei einer durschschnittlichen Nutzungsweise meist ganz erheblich teurer als Kreditkarten-Angebote. Auch diejenigen deutschsprachigen Anbieter, die Kreditkarten akzeptieren, verlangen oft für einige oder alle Bestandteile ihres Angebotes den zusätzlichen Kauf sogenannter „Coins“, die dann Minutenweise verfallen. Bei den nichtdeutschen Anbietern ist dagegen meist mit der monatlichen Gebühr die gesamte Nutzung der Seite abgegolten, nur die eigenen Gebühren des Internet-Providers des Nutzers kommen natürlich noch hinzu.

Mit Dialern wird oft Missbrauch seitens der Dienstleister am Kunden betrieben: Dialer werden automatisch installiert und/oder die Kosten verheimlicht. Vor allem im Internet unerfahrene Anwender können dann in eine Kostenfalle tappen, ohne dass sie überhaupt den Dienst nutzen wollten, oder zumindest ohne dass sie über die sehr hohen Kosten informiert waren.

Pornografie in Tauschbörsen

Tauschbörsen erlauben nicht nur die Verbreitung von Musik, durch die sie große Medienberühmtheit erlangt haben, sondern verbreiten auch andere (u.U. gefährliche) Dateien mit Inhalten jeglicher Art. Dies führte dazu, dass sich auch hier große Bestände an Pornografie abrufen lassen, gerade auch solche Arten von Pornografie, die nicht legal gegen Geld angeboten werden können. Allerdings findet hier eine stärkere Verfolgung von Straftaten als im WWW statt, da die Ermittler der Kriminalpolizei hier in der Lage sind, Anbieter und Nutzer aus Deutschland über die IP-Adressen zurückzuverfolgen. Um an die IP-Adressen zu gelangen, nehmen sie selbst am Tauschbörsennetzwerk teil, indem sie scheinbar pornografisches Material anbieten oder nutzen wollen. Die dabei technisch benötigten Internetverbindungen zu anderen Teilnehmern des Netzwerkes offenbaren dann deren IP-Adressen.

Zusammenfassung

Das Internet ist durch Anonymität im Internet, Verfügbarkeit und zum Teil auch (vermeintlich) kostenlose Angebote zur Hauptverbreitungsart der Pornografie geworden. Die Internet-Pornografie befindet sich in einer rechtlichen Grauzone, da der Jugendschutz nicht gewährleistet werden kann, und teilweise auch verbotene Inhalte verbreitet werden. Die strafrechtliche Verfolgung stößt auf praktische Probleme.

Siehe auch:


See also: Internet-Pornografie, Adult Verification System, Aktivist, Anonymität, Behörde, Chatroom, Code, Cybersex, Datei, Dialer