Intifada

Intifada انتفاضة (auch Intefadah oder Intifadah; vom Arabischen: انتفض intafada, „sich erheben, loswerden, abschütteln“) ist der Name für zwei palästinensische Aufstände gegen die israelische Besatzungsmacht.

Die erste Intifada begann 1987, die Gewalt ging seit 1991 zurück, und mit der Unterschrift des Vertrags von Oslo im August 1993 und der Schaffung der palästinensischen Autonomiebehörde endete sie.

Die erste Intifada war charakterisiert von zivilem Ungehorsam der Palästinenser, der in Gewalt gegen Israelis eskalierte. Die Opferzahlen (sowohl militärisch als auch zivil) resultieren aus den Aktionen sowohl der israelischen Armee wie auch der palästinensischen Kämpfer.

Die zweite Intifada, die von den Palästinensern als Al-Aqsa-Intifada bezeichnet wird, begann im September 2000. Der Politiker Ariel Scharon besuchte in Begleitung von mehr als 1000 bewaffneten Polizeikräften den in Ost-Jerusalem gelegenen Tempelberg und proklamiert dort (in Übereinstimmung mit einem von der Knesset verabschiedeten Gesetz) Jerusalem als ewige und ungeteilte Hauptstadt Israels. Militante Palästinenser nahmen diesen Besuch auf dem Gebiet des zerstörten salomonischen Tempels mit dem Allerheiligsten, auf dem sich heute der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee (deshalb Al-Aksa-Intifada) befinden, zum Anlass, einen gewaltsamen Aufstand zu starten. Die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern eskalierten und griffen auf das gesamte Gebiet Israels und der Palästinensischen Autonomiebehörde über.

Die zweiten Intifada war von Anfang an ein bewaffneter Aufstand. Die Auseinandersetzung wurde von palästinensischer Seite dabei auch durch den Einsatz von Selbstmordattentätern gegen israelische Zivilisten geführt.

An der zweiten Intifada beteiligen sich sowohl religiös-politische (Hamas und Islamischer Dschihad) als auch konservative (FATAH) und linke Organisationen (PFLP und DFLP) der Palästinenser.

Vor Beginn der zweiten Intifada verübten nur die Hamas und der Islamische Dschihad Selbstmordanschläge. Beide Gruppen wurden von der iranischen Führung und der Hisbollah finanziert. Seit 2001 griffen auch Arafats Al-Aksa-Brigaden und andere Gruppen zur Waffe des Attentats. Die Hamas verübte dennoch fast die Hälfte aller Anschläge. Etwa ein Fünftel ging auf das Konto des Islamischen Dschihad, rund ein Drittel auf das der Al-Aksa-Brigaden.

In der zweiten Intifada wurden 1036 Israelis getötet (715 Zivilisten) und 7.054 verletzt. Die Palästinenser hatten 3592 (palästinensische Quellen:3336) Tote (985 Zivilisten) zu beklagen.

Mit dem Abschluss eines Waffenstillstands zwischen Mahmud Abbas und Ariel Scharon im ägyptischen Scharm al-Scheich im Februar 2005 gilt die Al-Aqsa-Intifada offiziell als beendet.

Literatur

Siehe auch: Israelisch-palästinensischer Konflikt, PLO

See also: Intifada, 1987, 1991, 1993, 2000, Al-Aksa-Moschee, Al-Aqsa-Intifada, Al-Fatah, Allerheiligstes, Arabische Sprache