Piercing

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Piercings: Lobe (Ohr), Septum (Nase) und Labret (Lippe)

Piercing (engl. durchstechen) ist das Anbringen von Schmuck (oft aus Titan) an verschiedenen Stellen des menschlichen Körpers, bei dem Ringe oder Stifte (Studs, Barbells) durch die Haut und das darunter liegende Fett- oder Knorpelgewebe gezogen werden. Piercings werden heutzutage mit Venen-Verweilkanülen (Piercingnadel) oder Biopsiehohlnadeln (Punching) gestochen. Eine Sonderform des Piercings, das Intimpiercing, erfreut sich bei Fans von Intimschmuck großer Beliebtheit. Diese Art des Schmucks ist vor allem bei jungen Leuten verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

Materialien

Als Schmuckmaterial geeignet ist 750er Gold, Platin, Niob, Titan, PTFE oder medizinischer Edelstahl, wobei der Schmuck für den Ersteinsatz aus Titan, Niob oder PTFE bestehen sollte. Für den Ersteinsatz sollte in jedem Fall (wie es der Gesetzgeber in der EU-Richtlinie 2004/96/EG vorschreibt) sterilisierter Schmuck verwendet werden, dessen Nickelgehalt unter 0,05% in der Gesamtmasse liegt und biokompatibel (körperverträglich) ist. Geeignet wären Titan, Niob, PTFE und 18-karätiges Gold, sowie seit September 2004 doch wieder 316L- und 316LVM-Stahl, denn die Richtlinie wurde insofern geändert, als dass der Grenzwert eine Abgabemenge ist. Siehe auch Richtlinie der EU-Kommission.

Arten/Positionen des Piercings

Im Kopfbereich

Auge

Augenbraue

Ohr

Gesicht

Nase

Am sonstigen Körper (außer Intimbereich)

Bauchnabel

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Bauchnabel-Piercing

Brustwarze

"Ungewöhnliche Stellen"

Im Intimbereich

Männer

Frauen

Geschichte des modernen Piercings

Zwar gab es mit The Gauntlet in San Francisco schon 1976 den ersten modernen Piercing-Shop, die Verbreitung dieser Mode beginnt aber erst in den 1980er Jahren in Kalifornien, als die Bewegung der Modern Primitives, der modernen Wilden, entstand. Man übernahm bewusst die bei "wilden" Völkern verbreiteten Bräuche, um den eigenen Körper zu "verschönern": Dazu gehörten vor allem die Tätowierung (Tattoos), das Piercing oder die Narbenbildung (Skarifizierung). Noch zu Beginn der 90er Jahre blieb das Piercing überwiegend auf die Punk- und Sadomaso-Szene beschränkt. Relativ schnell wurde es aber in der westlichen Kultur "gesellschaftsfähig". Für die jungen Leute spielt wohl auch das Zugehörigkeitsgefühl zur Piercingszene, die sich von der konservativen elterlichen Umgebung deutlich abhebt, eine nicht unwesentliche Rolle.

Mögliche Gefahren

Wird das Piercing nicht fachgerecht vorgenommen, kann es zu Komplikationen kommen: Piercings durch den Ohrknorpel führen leicht zu Entzündungen. Beim Augenbrauenpiercing und beim Nasenflügelpiercing könnten Ausläufer des Trigeminusnervs getroffen werden. Bei allen Formen des Piercings kann es zu lokalen Schwellungen kommen, die meist nach einer Weile abklingen. Beim Bauchnabelpiercing, das bei Frauen beliebt ist, kann die Abheilungsphase bis zu einem halben Jahr dauern. Piercings im Dammbereich können zu dauerhaften Entzündungen führen, wenn man beruflich ständig sitzen muss.

Piercings im Mundbereich (Zunge, Lippe, Lippenbändchen) bergen ein hohes langfristiges Gefahrenpotential für Zähne und Zahnhalteapparat. Der Schmuckknopf eines Zungenpiercings führt relativ häufig zu Traumatisierung der zungenwärts gelegenen Zahnhöcker, was zu Zahnfrakturen und Absterben des Zahnmarkes führen kann. Die innen gelegene Konterplatte von Lippenpiercings drückt bei ungünstiger Lokalisation bei jeder mimischen Bewegung aufs Zahnfleisch und den darunter liegenden hauchdünnen Alveolarknochen. Da Knochen auf Druckbelastung schwindet, kann es so zu Zahnlockerungen bis hin zum Zahnverlust kommen. Ähnliches gilt für Piercings des Frenulums (Lippenbändchen).

Bei einigen Piercingarten (z.B. Prince Albert) besteht die Gefahr des "Käseschneidereffekts": bei mechanischer Belastung und zu geringer Ringstärke kann der Schmuck durch das Gewebe schneiden, das Piercing reißt aus. Bei ausreichender Materialstärke kann ein PA allerdings recht belastbar sein. Bei zu engen Ringen kann es zu Quetschungen kommen.

Ein nicht vollständig abgeheiltes Intimpiercing erhöht, wie auch jede andere offene Wunde im Genitalbereich, die Gefahr einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten, z. B. Hepatitis B und C oder HIV.

Bei Facharzt-Untersuchungen z.B. bei einer Kernspintomografie sollten Patienten alle Piercingteile vor Beginn entfernen. In einem Kernspintomografen zum Beispiel sind Magnetfelder so groß, dass sie magnetische Metallteile aus der Haut reißen können. Das gilt auch vor der Nutzung von Hochfrequenzgeräten in der Chirurgie und bei Kurzwellenbehandlungen. Piercingschmuck kann sehr heiß werden und Brandwunden verursachen.

Literatur

Weblinks


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See also: Piercing, Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, BDSM, Chirurgie, Damm (Anatomie), Edelstahl, Fett, Frenulum, Gold