Inventur

Die Inventur (latein. invenitur = e(twa)s wird gefunden) ist die körperliche Bestandsaufnahme aller vorhandenen Vermögenswerte eines Unternehmens durch Zählen, Messen und Wiegen. Jedes Unternehmen muss jährlich eine Bestandsaufnahme machen. Es ist nicht vorgeschrieben, wie die Inventur durchgeführt werden muss. Die Inventur ist für eine ordentliche Buchführung Voraussetzung. Das Ergebnis einer Inventur ist das Inventar, eine Liste mit sämtlichen Vermögensgegenständen, die in diesem Unternehmen vorhanden sind. Es ist daher notwendig, dass über jede aufgelistete Sache folgende Angaben vorhanden sind:

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben der Inventur

Arten der Inventur

Zeit der Inventur: Grundsätzlich ist der Bilanzstichtag am 31.12. eines Jahres bzw. am letzten Tag des Geschäftsjahres oder innerhalb von 10 Tagen vor oder nach dem Bilanzstichtag. Doch die körperliche Inventur kann 3 Monate vor dem Bilanzstichtag gemacht werden oder 2 Monate danach, wenn die ordnungsgemäße Bewertung zum Bilanzstichtages durch ein Fortschreibungs- oder Rückschreibungsverfahren sicher gestellt ist. Es ist wichtig, dass die Inventur jährlich am selben Tag oder am Bilanzstichtag erfolgt.

Inventurarten: Stichtagsinventur, permanente Inventur, verlegte Inventur, Stichprobeninventur

Stichtagsinventur

Zeitnahe Stichtagsinventur: Die mengenmäßige Bestandsaufnahme der Vorräte muss nicht unbedingt am 31.12 (Abschluss-Stichtag erfolgen, Aber sie muss zeitnah innerhalb einer Frist von 10 Tagen vor oder nach dem Abschluss-Stichtag durchgeführt werden. Zu- und Abgänge zwischen dem Aufnahmetag und dem Abschluss-Stichtag werden Anhand von Belegen mengen- und wertmäßig auf den 31.12 fortgeschrieben bzw. zurückgerechnet. Nachteile: Die Stichtagsinventur führt zu einem großen Arbeitsanfall innerhalb weniger Tage, der oft Betriebsunterbrechungen zur Folge hat.

Verlegte Inventur

Die Vor- bzw. nachverlegte Inventur stellt - gegenüber der Stichtagsinventur bereits eine wesentliche Erleichterung dar. Die körperliche Bestandsaufnahme erfolgt an einem beliebigen Tag innerhalb der letzten 3 Monate vor oder der ersten 2 Monate nach dem Abschluss-Stichtag. Die einzelnen Artikel dürfen zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen werden. Der am Tag der Inventur ermittelte Bestand wird nur wertmäßig (nicht mengenmäßig!) auf den Abschluss-Stichtag fortgeschrieben oder zurückgerechnet:

                        Wertfortschreibung            Wertrückrechnung
 

          Wert am Tag der Inventur(z.B.15 Okt.)    Wert am Tag der Inventur(z.B.28.Feb.) 
         + Wert der Zugänge vom 15.Okt.-31. Dez.  - Wert der Zugänge vom 1.Jan.-28. Feb.
         - Wert der Abgänge vom 15.Okt.-31.Dez.   + Wert der Abgänge vom 1.Jan.-28.Feb.
 

        = Wert am Abschluss-Stichtag (31.Dez)   Wert am Abschluss-Stichtag (31.Dez)
 

Permanente Inventur

Voraussetzung: Die permanente Inventur macht es möglich, den am Abschluss-Stichtag vorhandenen Bestand des Vorrates nach Art, Menge und Wert auch ohne gleichzeitige körperliche Bestandsaufnahme festzustellen. Der Bestand für den Abschluss-Stichtag kann in diesem Fall nach Art und Menge der Lagerkartei entnommen werden. Für jeden einzelnen Artikel werden alle "Bewegungen" (Zu- und Abgänge)laufend buchmäßig erfasst. In jedem Geschäftsjahr muss mindestens einmal - der Zeitpunkt ist beliebig! - durch körperliche Bestandsaufnahme geprüft werden, ob der in der Lagerkartei ausgewiesene Buch - Sollbestand des Wertes des Vorrates mit dem tatsächlichen Bestand ( Istbestand ) übereinstimmt. Tag und Ergebnis der körperlichen Inventur sind auf der entsprechenden Lagerkarteikarte zu vermerken und zu unterschreiben.

Vorteile: Die permanente Inventur ist ein rationelles und aussagefähiges Verfahren, das der Unternehmensleitung täglich, vor allem beim Einsatz von Datenverarbeitungsanlagen wichtige Daten über die Bestandsbewegungen liefert. Ihr besonderer Vorzug liegt darin, dass die körperliche Bestandsaufnahme der einzelnen Gruppen des Wertes des Vorrates zu beliebigen Zeitpunkten durchgeführt werden kann.

Stichprobeninventur

Der Lagerbestand nach Art, Menge und Wert kann auch mit Hilfe anerkannter mathematisch-statistischer Verfahren (z.B. Mittelwertschätzung) aufgrund von Stichproben ermittelt werden. Dabei werden die als Stichprobe ausgewählten Lagerpositionen zunächst körperlich aufgenommen und bewertet. Das Stichprobenergebnis wird dann auf den Gesamtwert der Lagervorräte hochgerechnet. Die Stichprobeninventur gilt als zuverlässiges, zeit-, und kostensparendes Hilfsverfahren der Inventur.


Kategorie:RechnungswesenKategorie:Bilanzrecht Kategorie:Steuerrecht

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