Iodwasserstoff

Strukturformel
HI
Allgemeines
Name Iodwasserstoff
Summenformel HI
Andere Namen Jodwasserstoff
Kurzbeschreibung farbloses Gas
CAS-Nummer 10034-85-2
Sicherheitshinweise
Reizt die Atemwege!
R- und S-Sätze R: 34
S: 26 - 28
Handhabung -
Lagerung -
MAK -
LD50 (Ratte) -
LD50 (Kaninchen) -
Physikalische Eigenschaften
Aggregatzustand gasförmig, an der Luft rauchend
Farbe farblos
Dichte -
Molmasse 127,93 g/mol
Schmelzpunkt -51 °C
Siedepunkt -35 °C
Dampfdruck x °C
Weitere Eigenschaften
Löslichkeit 2340 g/l Wasser bei 10 °C)
Gut löslich in Lösungsmittel
Schlecht löslich in Lösungsmittel
Unlöslich in Lösungsmittel
Kristall
Kristallstruktur Gittertyp angeben
Thermodynamik
ΔfH0g in kJ/mol
ΔfH0l in kJ/mol
ΔfH0s in kJ/mol
S0g, 1 bar in J/(mol · K)
S0l, 1 bar in J/(mol · K)
S0s in J/(mol · K)
Analytik
Klassische Verfahren Kurzbeschreibung Nachweisreaktionen (auch der einzelnen Ionen!)

SI-Einheiten wurden, wo möglich, verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, wurden Normbedingungen benutzt.

Iodwasserstoff (chemisch HI), auch als Wasserstoffiodid oder Hydrogeniodid bezeichnet, ist ein farbloses, stechend riechendes, giftiges Gas, das sich sehr gut in Wasser unter Bildung der starken Iodwasserstoffsäure löst.

Inhaltsverzeichnis

Herstellung

Industriell erfolgt die Herstellung durch katalytische Reaktion der gasförmigen Elemente über einen auf 500°C erwärmten Platin-Schwamm als Katalysator :

H2 + J2 → 2 HJ

Vereinzelt wird auch die Reaktion von Iod mit Hydrazin genutzt:

N2H4 + 2 I2 → 4 HI + N2

Eigenschaften

Unter Luftabschluss ist es beständig. An Luft tritt Oxidation zu Iod ein:

4 HI + O2 → 2 H2O + 2 I2

Oxidationsmittel wie Brom und Chlor reduzieren Iodwasserstoff unter Bildung des entsprechenden Halogenwasserstoffes zum elementaren Iod. Beim Erhitzen spaltet sich Iodwasserstoff in die Elemente Wasserstoff und Iod auf (Rückreaktion der Bildungsreaktion).

Geschichte

Die Bildungs- und Zersetzungsreaktion H2 + J2 \overrightarrow{\leftarrow} 2 HJ wurde bereits 1894 von dem Physiko-Chemiker Max Bodenstein eingehend und mit hoher Genauigkeit untersucht. Sie war Ende des 19. Jahrhunderts ins Blickfeld der Forscher geraten, weil sie eine Beobachtung molekularer Gleichgewichtsreaktionen ermöglichte. Neben der Knallgasreaktion und Bildung von Schwefeltrioxid bildete die Iodwasserstoffreaktion eine experimentelle Grundlage zu einer Theorie der Kinetik der Gasreaktionen.

Verwendung

Iodwasserstoff findet Verwendung zur Herstellung von Iodiden, organischen Iodverbindungen und als Katalysator.


Kategorie:Chemische Verbindung

See also: Iodwasserstoff, Aggregatzustand, CAS-Nummer, Dampfdruck, Dichte, Farbe, Gas, Hydrazin, Iod, Iodwasserstoffsäure