Iranier
thumb|Hauptsiedlungsgebiet der Iranier (ohne die eurasischen Steppen)
Die Iranier sind eine Völkergruppe der indoeuropäischen Völkerfamilie. Dabei ist zwischen der Völkergruppe und dem Staatsbürger des Staates Iran, den man als Iraner bezeichnet, zu unterscheiden. Ungenauerweise werden in der Umgangssprache "Iranier" und "Iraner" oft unterschiedslos verwendet.
| Inhaltsverzeichnis |
Einleitung
Das Wort Iranier bedeutet Arier, womit das alt-iranische Wort Arya, was "edel" bedeutet, gemeint ist. Nach einer anderen Theorie bezeichnet Ari ursprünglich "die mit dem Pflug", was hieße, dass Arier eine Bezeichnung für Ackerbau betreibende Stämme ist. Es gibt verschiedene Formen dieses Wortes: "Ayrani, Irani, Ironi, Erani". Dabei wird die Bezeichnung Aryani von den Ostiranern, Irani von den Südiranern, Ironi von den Nordiranern und Erani von den Westiranern benutzt. Der heutige Name des Staates Iran ist vom altiranischen Aryana, Land der Arier, abgeleitet. Aryana ist ebenfalls der Name der staatlichen afghanischen Fluggesellschaft, ebenfalls auf den antiken Namen der Region bezogen.
Persisch-sprechende Iranier werden heute allgemein als Perser bezeichnet. In Zentralasien nennt man sie Tadschiken. Aber auch andere Völker wie die Paschtunen (Afghanen), Kurden und Belutschen werden zu den Iraniern gezählt und sprechen iranische Sprachen. Im Paschto und im Persischen ist die Wurzel des Wortes "Arier" noch in der Form "Ar = edel, urprünglich" (Paschto) bzw. "Arya = edel" (Persisch) lebendig geblieben und gebräuchlich. Obwohl die Armenier sprachlich nicht zur iranischen Völkergruppe gehören, sondern wahrscheinlich zur Alt-Indoiranischen Gruppe (siehe Indoiraner), werden sie oft dennoch zu den Iraniern gezählt. Es existiert eine gemeinsame Ursprache der Iranier mit den indischen Völkern, das Indoiranische, das sich in das Iranische und das Indoarische sowie die Dardsprachen aufteilte.
thumb|Von Iraniern bewohnte historische Landschaften
Völker und Stämme
Vorgeschichtliche Völker
- Die Aratti
- Die Gutäer
Geschichtliche Völker
Die Nordgruppe der Iranier
Die Steppen Zentralasiens, Südrusslands und der Ukraine waren Jahrtausende lang, mindestens vom 3. Jahrtausend v. Chr. an bis zum Einfall der Hunnen, die Heimat der iranischen Völker. Mit Ausnahme der Alanen, von denen sich nicht-assimilierte Reste im Kaukasus unter einem neuen, seit dem Spätmittelalter gebräuchlichen Volksnamen "Osseten" erhalten haben, sind alle nordiranischen Völker in anderen Völkern aufgegangen.
Nicht mehr existente iranische Völkerstämme aus den Steppen Eurasiens sind:
- Kimmerier (incl. Taurer u.a.)
- Skythen (incl. Issedonen, Saken, Parner u.a.)
- Sarmaten (incl. Massageten, Iazygen, Roxolanen, Aorsen, Siraken, Ruchs-as, Saii, Kalyben u.a.)
Die heutigen iranischen Völker
Die iranischen Völker haben im Laufe der Geschichte viele Fremdelemente aufgenommen, hauptsächlich arabisch und turko-mongolisch, die heute fester Bestandteil ihrer Kulturen und Sprachen sind. Die heute bekanntesten, noch existierenden iranischen Völker sind:
- Die Belutschen
- Die Kurden
- Die Paschtunen, die ethnischen Afghanen
- Die Perser (siehe auch Tadschiken)
