Iridologie

Iridologie (auch Irisanalyse) ist die pseudowissenschaftliche Lehre um die Diagnostizierbarkeit systemischer Erkrankungen des Menschen durch Analyse der Gewebsstrukturen und den ihnen zugeordneten Reflexzonen des Auges, speziell der Iris. Sie konnte bisher nicht durch wissenschafliche Untersuchungen unterstützt werden.

Seit einer frühen Phasen der Evolution haben Lebewesen aus der Rückkopplung von Information - aus ihrer Umgebung und über sich selbst - Vorteile gezogen. Mit dem Wachstum komplexerer Lebewesen und deren Nervensystemen hat sich dies beim Menschen so weit entwickelt, dass dieser Zusammenhang kaum noch intuitiv erkennbar ist. Darum berufen sich die Mehrzahl der heutigen Iridologen mehr auf empirische Daten als auf ein tieferes Verständnis aller Sachverhalte.

Das Fehlen ausreichender theoretischer Beweisführung führt zu einer Einordnung der Iridologie als Pseudowissenschaft. Die Iridologen berufen sich jedoch darauf, dass 1954 von dem Anatom Lang an der Universität Heidelberg bewiesen wurde, dass von der gesamten Peripherie mit allen Organen Leitungsbahnen zur Iris führen, und zwar über das Rückenmark und den Thalamus als Zwischenstation, segmental geordnet bis in die Segmente der Iris. Die Gegner der Irisdiagnose wenden ein, dass damit nicht bewiesen ist, dass die Iris diese Informationen auch benutzt und individuelle, interpretierbare Merkmale entwickelt. Die Einmaligkeit der individuellen Iris eines Menschen, besser als ein Fingerabdruck, wurde zwar inzwischen auch als individuelles Merkmal eines jeden Menschen (z.B. durch künftige Nutzung am Geldautomat) anerkannt. Dass daraus weitere Informationen ableitbar sind, wurde bisher noch nicht gezeigt.

Neben knappen Beschreibungen der alten Ägypter und einer Veröffentlichung im 15. Jahrhundert (Meyers) wurde die Irisdiagnose durch den ungarischen Arzt Ignaz von Peczely in der Mitte des 19. Jahrhunderts als erstem in der Neuzeit erforscht. Heilpraktiker, Naturheilkundler und Homöopathen versuchen, mit Hilfe der Iridologie für sie relevante Symptome und potentielle Krankheitsursachen zu entdecken. Einen wissenschaftlichen Nachweis, der diesen Versuchen Glaubwürdigkeit verleihen könnte, gibt es bisher nicht.

Weblinks

Literatur


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