Irmgard Keun

Irmgard Keun (* 6. Februar 1905 in Berlin; † 5. Mai 1982 in Köln) war eine deutsche Schriftstellerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als Tochter wohlhabender Eltern verbrachte sie ihre Kindheit in Köln und Berlin. 1928 heiratete sie den Autor und Regisseur Johannes Tralow. Ihr erster Roman, Gilgi - eine von uns, machte sie 1931 über Nacht berühmt. Zusammen mit ihrem zweiten Roman, Das kunstseidene Mädchen (1932), gilt er als wesentliches Zeugnis der Neuen Sachlichkeit. Gefördert wurde sie von Alfred Döblin und Kurt Tucholsky, mit dem sich allerdings eine Kontroverse entwickelte, nachdem Plagiatsvorwürfe gegen Das kunstseidene Mädchen laut geworden waren. Dieser Vorwurf wurde jedoch später vom Kläger selbst zurückgezogen.

1933/34 werden ihre beiden Bücher beschlagnahmt und verboten. Nach dem Verbot der Bücher verließ sie Deutschland. Während ihres Exils (1935-1940) in Belgien, Holland, Frankreich, Österreich, Polen und den USA entstanden zahlreiche Romane: Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften (1936), Nach Mitternacht (1937), D-Zug dritter Klasse (1938) und Kind aller Länder (1938). Von Tralow ließ sie sich 1937 scheiden. Zu ihrem Freundeskreis gehörten in diesen Jahren unter anderen Egon Erwin Kisch, Herrmann Kesten, Ernst Toller, Ernst Weiss und Heinrich Mann. Von 1936 bis 1938 hatte sie eine Beziehung mit Joseph Roth. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in den Niederlanden und nachdem Falschmeldungen über ihren Selbstmord erschienen waren, kehrte sie 1940 nach Deutschland zurück und lebte bis 1945 in der Illegalität.

Nach dem Krieg arbeitete Keun als Journalistin und schrieb kleinere Texte für Hörfunk, Kabarett und Feuilletons, konnte jedoch literarisch nicht wieder Fuß fassen. Ihr Roman Ferdinand der Mann mit dem freundlichen Herzen (1950) fand nur wenig Beachtung. 1951 wurde die Tochter Martina geboren. Ab Mitte der 50er Jahre Freundschaft mit Heinrich Böll. Zwischen 1966 und 1972 musste sie wegen Alkoholproblemen längere Zeit in einer Bonner Anstalt verbringen. Sie lebte danach in ärmlichen Verhältnissen in Bonn, bevor sie 1977 in ein Kölner Wohnheim zog. Durch Neuauflagen ihrer Werke verbesserte sich ab 1979 ihre finanzielle Lage. 1982 starb sie an Lungenkrebs und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt.

Rezeptionsgeschichte

Irmgard Keuns Roman Das Kunstseidene Mädchen wurde 1960 mit Giulietta Masina in der Hauptrolle verfilmt, in der Verfilmung von Nach Mitternacht im Jahre 1981 spielte die Autorin selbst mit. Ende der 1970er Jahre wurde Irmgard Keun nach langen Jahren des Vergessens wiederentdeckt - insbesondere von der feministischen Literaturkritik.

Auszeichnungen/Ehrungen/Preise

Werke

Bücher über Irmgard Keun

Weblinks

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Personendaten
Keun, Irmgard
deutsche Schriftstellerin
6. Februar 1905 (nach anderen Angaben: 1910)
Berlin
5. Mai 1982
Köln


See also: Irmgard Keun, 1905, 1928, 1931, 1932, 1933, 1934, 1935, 1936