Isa (Prophet)
Isa, genauer Isa bin Marjam (arabisch für Jesus, Sohn der Maria), ist einer der fünf bedeutenden Propheten des Islams. Die anderen sind Adam, Abraham/Ibrahim, Moses/Musa und als letzter und entscheidender Mohammed. Darüber hinaus erkennt der Islam sämtliche Propheten, die im Neuen sowie im Alten Testament genannt werden, als solche an.
Der Isa des Koran hat viele Gemeinsamkeiten mit Jesus von Nazaret und wird von den Muslimen mit diesem gleichgesetzt. Er unterscheidet sich aber in einigen wichtigen Dingen vom Jesus der Christen. Der Koran bezeichnet ihn als Masih, was sowohl "Gesalbter" als auch "Messias" heißen kann.
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Übereinstimmungen
Der Koran erzählt vom Leben Jesu in 11 Suren (2, 3, 4, 5, 6, 19, 33, 42, 43, 57 und 61). Jesus wurde von der Jungfrau Marjam geboren. Er hat die Heilige Schrift, das "Indschil" (Evangelium), als direkte Offenbarung Gottes empfangen (wie Adam und Moses und später Mohammed) und die wahren Worte Gottes verkündet. Die Wundertaten Jesu, von denen die Bibel berichtet, werden auf Isa bezogen. Direkt nach seinem Tode wurde er in den Himmel erhöht. Wenn Muslime sagen, sie würden Jesus anerkennen, meinen sie so gut wie immer diesen Isa.
Das Barnabasevangelium, dessen Existenz sich nur bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, das aber vom Christentum nicht anerkannt wird, stützt einige der Aussagen des Koran zu Isa/Jesus.
Streitpunkte
Der wesentliche Unterschied betrifft
- die Kreuzigung: Sure 4:157 bezieht sich auf die Juden: "und (weil sie) sagten: Wir haben Christus Jesus, den Sohn der Maria und Gesandten Gottes, getötet. - Aber sie haben ihn (in Wirklichkeit) nicht getötet und (auch) nicht gekreuzigt. Vielmehr erschien ihnen (ein anderer) ähnlich (so daß sie ihn mit Jesus verwechselten und töteten)."
- die Trinitätslehre: Sure 112:1 "Er ist Gott, ein Einziger" und 112:3 "Er hat weder gezeugt, noch ist er gezeugt worden". Sure 5:116: "Jesus, Sohn der Maria ! Hast du (etwa) zu den Leuten gesagt: "Nehmt euch außer Gott mich und meine Mutter zu Göttern !"?" Durch diese unüberbrückbare "Dreigötterverehrung" begehen die Christen einen Frevel (Sure 5:72). Die Kritik bezieht sich nicht auf die Schriften sondern auf deren Auslegung. Sie (die Christen) hätten die Lehre verfälscht.
- die Gottessohnschaft: Jesus ist nur ein Mensch; Sure 3:59 "Jesus ist (was seine Erschaffung angeht) vor Gott gleich wie Adam." Sure 19:35 "Es steht Gott nicht an, sich irgendein Kind zuzulegen."
Für nichttrinitarische Christen sind die beiden letzten Punkte keine Streitpunkte.
Zuordnung
In der islamischen Theologie wird häufig jedem der fünf Propheten ein bestimmtes Prinzip zugeordnet, so steht etwa Moses für Freiheit (Auszug aus Ägypten), Jesus für Liebe - sein Platz ist im Himmel direkt neben Gott und er eröffnet das Jüngste Gericht und richtet den Menschen nach seinen Taten - und Mohammed für Wahrheit (Postulat der Unverfälschtheit und göttlichen Herkunft des Koran). Manche Muslime setzen den am Weltende erwarteten Mahdi mit Isa/Jesus gleich. Besonders im Sufismus (der islamischen Mystik) hat Isa ein sehr große Bedeutung.
Sonstiges
Nach Ansicht der Ahmadiyya-Religionsgemeinschaft, die nicht als muslimisch anerkannt wird, ist Isa/Jesus nach Indien ausgewandert und in Kaschmir gestorben.
Literatur
- Schumann, Olaf H.: Der Christus der Muslime. Böhlau Verlag Köln Wien. 1988. ISBN 3-412-06386-X
- Spuler-Stegemann, U.: Feindbild Christentum im Islam. Herder Verlag Freiburg. 2004. ISBN 3-451-05437-X
