Isabella d'Este
Isabella d'Este (* 18. Mai 1474 in Ferrara; † 13. Februar 1539 ebenda) war eine der wichtigsten Personen in der Kultur und Politik der italienischen Renaissance.
thumb|Isabella d'Este, von Tizian
Sie war die Tochter von Ercole I. d'Este, Herzog von Ferrara, und Leonora von Neapel, der Tochter von König Ferdinand I. von Neapel. Ihre jüngere Schwester war Beatrice d'Este, Herzogin von Mailand als Ehefrau von Ludovico Sforza, ihre jüngeren Brüder waren der Herzog Alfonso I. d'Este von Ferrara, Modena und Emilia und der Kardinal Ippolito I. d'Este.
Isabella d'Este hatte – wie ihre umfangreiche Korrespondenz aus Mantua zeigt – eine sehr gute Bildung erfahren. Sie wurde später eine leidenschaftliche, fast gierige Sammlerin römischer Skulpturen und Auftraggeberin für moderne Skulpturen in antiken Stil.
Im Alter von 16 Jahren, am 12. Februar 1490, wurde sie mit Gianfrancesco II. Gonzaga, Markgraf von Mantua verheiratet. Beide waren Ludovico Ariostos Mäzene, während er seinen Orlando Furioso schrieb, und beide wurden stark von Baldassare Castiglione, dem Autor von Il Cortigiano (Der Höfling), als Vorbild für aristokratisches Verhalten für die nächsten 200 Jahre, beeinflusst. Auf Castiglione ist es auch zurückzuführen, dass Giulio Romano nach Mantua gerufen wurde, um das Castello und andere Bauwerke zu erweitern. Unter ihrer Schirmherrschaft wurde der Hof zu Mantua einer der kultiviertesten in ganz Europa. Unter den Künstlern, Autoren, Gelehrten und Musikern, die angezogen wurden, waren Raffael, Andrea Mantegna und die Komponisten Bartolomeo Tromboncino und Marchetto Cara. Tizian malte sie zwei Mal, Leonardo da Vincis Porträtzeichnung von ihr hängt im Louvre. Ihr Studierzimmer (studioli) ließ sie mit Zyklen von Mantegna, Perugino, Lorenzo Costa und Correggio ausmalen.
Während der Abwesenheit ihres Ehemanns als Militärkommandeur in Diensten Venedigs (1489 bis 1498) regierte Isabella Mantua für ihn, desgleichen während seiner venezianischen Gefangenschaft (1509/1510), die sie erfolreich mit diplomatischen Mitteln beendete, sowie nach seinem Tod am 29. März 1519 für ihren Sohn Federico II. Gonzaga. Sie begann, eine wichtige Rolle in der italienischen Politik zu spielen, in der sie ständig Mantuas Position verbesserte. Ihre Fähigkeiten brachten Mantua 1530 den Herzogstitel ein sowie ihren jüngeren Söhnen Ercole und Pietro 1527 den Kardinalshut. Sie bewies großes diplomatisches Geschick in ihren Verhandlungen mit Cesare Borgia, der den Ehemann ihrer Freundin und Schwägerin Elisabetta Gonzaga, den Herzog Guidobaldo da Montefeltro von Urbino 1502 enteignet hatte.
Literatur
- Le studioli d'Isabelle d'Este, Ausstellungskatalog (Paris 1975)
- V. Brosio: La rosa e la spada. Isabella d'Este e Francesco Gonzaga (Turin 1980)
| Personendaten | |
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| NAME | Isabella d'Este |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | eine der wichtigsten Personen in der Kultur und Politik der italienischen Renaissance |
| GEBURTSDATUM | 18. Mai 1474 |
| GEBURTSORT | Ferrara |
| STERBEDATUM | 13. Februar 1539 |
| STERBEORT | Ferrara |
