Isolierender Sprachbau
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Ein isolierender Sprachbau ist in der Sprachtypologie von Humboldt und Schlegel ein Sprachbau, in der die grammatische Funktion eines Begriffes durch dessen Position innerhalb eines Satzes deutlich gemacht wird, wodurch die Satzstellung zum zentralen Element wird. Man spricht hierbei von isolierenden Sprachen. Im Gegensatz dazu stehen die synthetischen und polysynthetischen Sprachen, in denen verschiedene Informationen durch Flexion in einzelne Wörter inkorporiert werden.
Die chinesische Sprache ist ein häufiges Beispiel für isolierenden Sprachbau. Das Englische entwickelte sich im Laufe der Zeit immer mehr zu einer isolierenden Sprache.
"The dog eats the fish" "Der Hund frisst den Fisch"
Man beachte die völlige Bedeutungsänderung, wenn man im Englischen die beiden Nomen in ihrer Satzstellung vertauscht, und die nur geringe Sinnverschiebung im Deutschen:
"The fish eats the dog" - "Der Fisch frisst den Hund"
"Den Fisch frisst der Hund"
Im Englischen legt die Position im Satz offensichtlich fest, welches Nomen Subjekt und welches Objekt ist, während es im Deutschen nur zu einer Verschiebung der Betonung kommt, da hier das Subjekt-Objekt-Verhältnis durch die Flexion des Artikels verdeutlicht wird. Lediglich in den Pronomen haben sich noch Reste der alten englischen Flexion bewahrt.
