Isteiner Klotz
Der Isteiner Klotz ist ein markanter Rücken im Südwesten Deutschlands am rechten Rheinufer ca. 10 km nördlich von Basel und ca. 30 km süd-südwestlich von Freiburg im Breisgau.
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Topographie
Vorgebirge zwischen den Dörfern Istein und Kleinkems, das sich ca. 150 Meter über die Rheinauen erhebt. Am westlichen Ende bei Istein bildet der Rücken ein steiles Kliff.
Geologie
Ca. 170 km2 große Zone mit jurassischen Ablagerungen, die zwischen dem Rheingraben und dem südlichen Schwarzwald eingekeilt ist. Der Isteiner Klotz versperrte ursprünglich dem Rhein den Weg Richtung Norden, so dass dieser zuerst übers Rhônetal ins Mittelmeer floss.
Archäologie
Nach ersten Entdeckungen in den 1930/40er Jahren fanden am Isteiner Klotz 1951–1953 und 1956 archäologische Ausgrabungen unter der Leitung von Prof. Elisabeth Schmid/Basel statt, die dort den – auf deutschem Boden ersten – Nachweis eines Bergbaus der Jungsteinzeit erbrachten, der der Gewinnung von Feuerstein diente. Weitere Ausgrabungen durch die Universität Basel fanden in den Jahren 2003 und 2004 statt.
Eisenbahn
Beim Bau der Rheintalbahn mussten 1846 die planenden Ingenieure auch den Isteiner Klotz angehen, wobei man sich für eine völlig ebene und dafür kurvenreiche Variante mit Radien von 400m entschied. Die bis heute bestehende Eisenbahnstrecke stellt daher ein echtes Verkehrshindernis dar, wobei die maximale Geschwindigkeit auf dem etwa 15 km langen Abschnitt 75 km/h betragen darf. Die Nichtbeachtung dieser Geschwindigkeitsbeschränkung führte am 21. Juli 1971 zu einem schweren Eisenbahnunglück, bei dem insgesamt 23 Personen bei Rheinweiler ums Leben kamen.
Eine Umgehung des kleinen Gebirgsmassives mit der Eisenbahn wird zur Zeit im Katzenbergtunnel verwirklicht, der jedoch nur im Hochgeschwindigkeitsverkehr verwendet werden soll.
Festungsbau
Der Isteiner Klotz wurde wegen seiner exponierten Lage gegenüber der französischen Grenze immer wieder mit Burgen und Festungsanlagen versehen. Die zwischen 1902 und 1907 entstandenen Anlagen mussten auf Grund der Bestimmungen des Vertrages von Versailles im Jahre 1921 geschleift werden.
Die Neubefestigung des Isteiner Klotzes als Bestandteil des Westwalles durch die nationalsozialistischen Machthaber begann bereits 1936. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden nach und nach 113 Bunker errichtet. Mit ihren Wand- und Deckenstärken von bis zu 3,5 m galten sie als die am stärksten befestigten Anlagen des gesamten Westwalles am Oberrhein. Die einzelnen Bunker wurden durch ein 2 km langes System von Hohlgängen mit einander verbunden. An der Oberfläche des Isteiner Klotzes wurde eine 105 Tonnen schwere Panzerkuppel für die Gefechtsbeobachtung gebaut. In die Kuppel führte eine fast 56 m hohe Treppe. Auch die Eingänge der vergleichsweise kurzen Eisenbahntunnel der Rheintalbahn wurden mit Bunkern gesichert.
Nach dem Ende des Krieges wurden die Befestigungsanlagen zu großen Teilen geschleift. Die noch vorhandenen Räume innerhalb des Gebirgsmassivs nutzt zurzeit die Bundeswehr als Lagerräume.
Literatur
- Elisabeth Schmid: Der jungsteinzeitliche Abbau auf Silex bei Kleinkems, Baden-Württemberg. In: G. Weisgerber (Hrsg.), 5000 Jahre Feuersteinbergbau (Bochum, 3. Aufl. 1999) 141–165.
- F. Siegmund, F. Engel: Steinzeit im Steinbruch Kleinkems. Contact (Holcim AG) Dezember 2003.
Siehe auch: Liste von Festungen Kategorie:Festung in Baden-Württemberg Kategorie:Archäologische Grabung
