IT-Architektur
Mit dem Begriff IT-Architektur wird häufig der konzeptionelle Aufbau der Informationssysteme einer Organisation / eines Unternehmens bezeichnet. Ein kleiner Überblick über die (zum Teil schon historischen) Architekturen erläutert das näher.
Konzeptionelle Unterschiede verschiedener Rechnerwelten
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Hostsysteme
- Stichwortartige Beschreibung:
- leistungsfähiger Zentralrechner (Großrechner, Hostsystem), daran angeschlossen über schmalbandige Leitungen „dumme“ Terminals, häufig transaktionsorientierter Betrieb.
- Beispiel: Buchungssystem von Banken, weltweites Ticketing einer Airline: Zentrales System mit vielen CPUs, viel Speicher, großen Plattensystemen.
- Vorteile:
- Systemhoheit zentral in der betreibenden IT-Abteilung
- straffe Organisation
- Betrieb i.d.R. sehr effizient
- keine Mehrfachentwicklungen
- hohe Verfügbarkeit wegen ausgereifter Technik und zentraler Verantwortung
- schmalbandiger Bandbreitenbedarf
- einfaches Wartungskonzept bei weltweit verteilten Endgeräten
- Nachteile:
- Abhängigkeit der Anwenderbereiche (Engpaß IT-Zentrale)
- Abwürgen der Kreativität
- (heute) teure Spezialterminals (?)
- kein modernes Graphical User Interface (GUI) vorhanden, nur zeichenorientierte Bildschirminhalte
- hoher Schulungsaufwand für Nutzung von zeichenorientierten Applikationen
Zur Bandbreite: Die nur schmalbandige Bandbreitenanforderung ist in der Historie begründet: Leitungen waren teuer, deshalb sollte Bandbreite gespart werden. Konsequenz: kryptische Bedienung, die Nutzer mussten sich viele Abkürzungen für Kommandos merken, Hilfeinformationen vom System waren sehr sparsam.
Zur Terminalhardware: Mit Aufkommen von PCs wurden dieses häufig mit einer Emulationssoftware / -hardware ausgestattet, die sie gegenüber dem Hostsystem als ein Terminal darstellten. Somit entfiel zunehmend der Zwang, die spezialisierten (und damit i.d.R. teuren) Terminals einzusetzen.
Personal Computer (PC)
lokales Gegenteil zum zentralen Hostsystem: PC.
- Vorteile:
- Chance zum benutzerfreundlichen GUI
- Bedienungs-Know-How je nach verwendetem Betriebssystem schon da (geringer Schulungsaufwand)
- Standardhardware sehr günstig
- Nachteile:
- Trend zu Parallelentwicklungen in einzelnen Abteilungen
- Häufig keine Dokumentation erstellt
- Häufig kein Backupkonzept
- kein 24h-Betrieb bzw. mitarbeiterabhängig
- keine Lösung für weltweit einheitliche Daten und Applikationen
- Problem: komplex, schwer adminstrierbar, manche BS sehr unvollkommen, vielfältige Eingriffsmöglichkeiten des Nutzers
Client/Server
PC mit Zugriff auf Server. Prinzipiell muß zwischen Client- und Serverhardware kein technischer Unterschied bestehen, i.d.R. wird jedoch performantere / zuverlässigere (und umfangreichere) Hardware im Server eingesetzt.
Die genaue Ausprägung hängt jedoch im Wesentlichen vom geplanten Einsatzzweck ab.
- Vorteil:
- Verteilung der Funktionalität: GUI auf Client, Daten und Applikation auf Server. Ist ein Mix aus den beiden vorgenannten Formen. Wann ist das sinnvoll (geografisch verteilte Nutzer, kleine Lokationen, z.B. Steueraufbereitung für Landesniederlassungen)
- Zentralisierung gewisser Bereiche machbar (Verantwortung für Systembetrieb, Datenschutz usw), gleichzeitig aber dezentrale Flexibilität möglich.
- Nachteile:
- Ggf. hohe Komplexität der Applikationen (PC+Server), hoher Bandbreitenbedarf
- hohe Supportaufwände zentral+dezentral
- Technik:
- viel RAM
- sehr schnelle Platten (-subsysteme, SAN)
- LAN-/WAN-Anbindung breitbandig
- Alles redundant vorhanden: Netzteil, CPUs, Platten, hot swap-Möglichkeit
Terminalserver
Verbindet Vorteile aus Host- und PC-Bereich:
- Zentrale Administration
- Nutzerrechte sehr weit einschränkbar
- Thin Clients möglich, damit sehr einfache dezentrale Wartung
- Nachteil:
- Zentrales System muß Leistungsreserven haben und ausfallarm sein.
Zusammenfassung
Zwar haben in einigen Sonderfällen Hostsysteme durchaus noch ihre Berechtigung, die große Masse der IT-Systeme in den Unternehmen wird heute jedoch auf Basis von Client/Server-Systemen oder – mit zur Zeit wachsender Tendenz – Terminalserver-Konzepten realisiert. Neuere Entwicklungen im Host-Bereich versuchen, in bestimmten Fällen (z.B. besonders hohe Zuverlässigkeit, sehr hohe Performance-Anforderungen) Großrechner als Server-Ersatz zu positionieren. In diesen Fällen emuliert das Großrechner-Betriebssystem mit Hilfe einer Applikation eine Vielzahl „virtueller“ Server, die jeweils mit eigenem Betriebssystem und eigenen Applikationen scheinbar unabhängig laufen.
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