Jackson Pollock
Jackson Pollock (* 28. Januar 1912 in Cody, Wyoming; † 11. August 1956 in Springs-East Hampton, New York) war ein US-amerikanischer Maler. Seine Stilrichtung zählt zum Action Painting sowie zum Abstrakten Expressionismus (American Abstract Painting).
Jackson Pollock ist einer der bedeutenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Er hatte nicht nur auf die amerikanische sondern auch auf die europäische Kunst Einfluss. Pollok schuf in nur wenigen Jahren, nämlich in der Zeit zwischen 1946 und 1951, ein erstaunlich geschlossenes und außerordentlich innovatives Werk. Er studierte Kunst an der Manual Arts High School, Los Angeles, und in New York an der Art Students’ League. Sein dortiger Lehrer, Thomas Hart Benton, gehörte zu den sogenannten Regionalisten, die naturalistisch malten und sich als volksnah verstanden. Pollocks frühe Arbeiten waren deutlich von seinem Lehrer Benton sowie den Werken der mexikanischen Muralisten (populäre Wandmalereien) beeinflusst. Pollocks Auseinandersetzung mit der europäischen Moderne, dem Kubismus wie dem Surrealismus, erweiterte das Spektrum der Einflüsse, ohne dass er zu einem eigenen Stil fand.
Insbesondere das Erlebnis des Werks von Pablo Picasso bestimmte seine Malerei über eine längere Phase Ende der 1930er und der frühen 1940er Jahre. Pollock malte in dieser Zeit großflächige, expressive Bilder mit indigenen Motiven. Ähnlich wie der Kubismus von Braque und Picasso von den "primitiven" bzw. ursprünglichen Formen der afrikanischen Sklulptur ausgeht, bezog sich Pollock auf indianische und Inuit- (Eskimo)Motive. Interessierte ihn doch in seiner Auseinandersetzung mit C. G. Jung vornehmlich die Auffassung, das Unbewusste sei die Quelle der Kunst. In den mythologischen, totemistischen Zeichen der Indianer sah er die von Jung gemeinte Verbindung von Unbewusstem und künstlerischem Ausdruck. Eine Rolle für die Auseinandersetzung mit der indianischen Kunst hat offenbar die Ausstellung „Indian Art of the United States“ im Museum of Modern Art 1941 gespielt. Bei den 1943 entstandenen Bildern Die Wölfin (Museum of Modern Art, New York) und Die Hüter des Geheimnisses (Museum of Art, San Francisco), brachte Pollock individuelle Zeichen auf die Leinwand, die frei verstreut scheinen. Es sind konzentrierte Bilder, die die Summe seiner künstlerischen und subjektiven Erfahrungen der letzten Jahre ausdrücken. Den Wendepunkt hin zu seinem abstrakten Hauptwerk markiert das Bild "Geburt" (Birth) von 1941. Hier dominiert zwar das Motiv einer Inuitmaske und formal besitzt es noch eine Nähe zu Picasso, doch der z. T. dicke pastose Farbauftrag nimmt schon materielle Aspekte seiner späteren Werke vorweg. Vor allem gelingt Pollock in „Geburt“ ein durchgehender Rhythmus, der kennzeichnend ist für sein Hauptwerk.
1942 beteiligt er sich in New York an der International Surrealist Exhibition und hat Kontakt zu den späteren Malern der „New Yorker Schule“, u.a. William de Kooning und Robert Motherwell. Ein Jahr später schließt die Galeristin Peggy Guggenheim mit ihm einen Vertrag und stellt Pollocks Werke aus. Diese sind zu dieser Zeit deutlich surrealistisch orientiert und folgen der Écriture automatique, einer ihrer Absicht nach vom Willen abgelösten automatischen Malerei, mit der sich die innere Welt des Künstlers spiegeln soll. Über diese malerische Haltung gelangt Jackson Pollock schließlich zu seinem ganz persönlichen Stil. Er wendet sich ab vom Figurativen, aber auch allen Elementen, die Bezüge zur Wirklichkeit besitzen können. Ab 1946 entwickelte Pollock die Dripping-Technik (er lässt Farbe auf die auf dem Boden liegende Leinwand tropfen und fließen, schüttet, sprengt und spachtelt, so dass sich Strukturen, Rhythmen und Muster aus Farbspritzern und –flüssen bilden; Jackson trägt die Farbe vielfach nicht mehr mit einem Pinsel auf, sondern lässt sie aus einem Loch im Boden einer Farbdose fließen). Mit diesen Gemälden schreibt sich Jackson Pollock in die Kunstgeschichte ein und wird zu einem der bedeutendsten amerikanischen Künstler der Moderne. Seine Bilder leben vom Kontrast und wollen damit den widersprüchlichen Gegensatz von Körper und Seele ausdrücken. Wie bei allen Künstlern des Action Painting steht der Fertigungsprozess des Kunstwerkes im Vordergrund, der Künstler selbst gerät dabei ganz in den Hintergrund.
Die Arbeiten sind vollkommen frei, und es ist auch der Malakt, der diesen Stil des Abstrakten Expressionismus so bekannt gemacht hat. Mit dieser Technik des Action Painting schuf Pollock komplexe, ineinander verwobene Farbstrukturen, wie in Kathedrale (1947, Museum of Fine Arts, Dallas).
Ab 1950 wandelte sich sein Stil erneut: Pollock schaffte große Kompositionen in Schwarzweiß, überzog weiße Leinwände kreuz und quer mit braunen und schwarzen Farblinien. Zu den Werken dieser letzten Schaffensperiode gehört Die Tiefe (Museum Springs, Long Island). Nach 1951 entstanden kaum noch Werke und ab 1953 kehrte Pollock wieder zu Pinselarbeiten und der figurativen Malerei zurück. Gegen Ende des Jahres 1954 gab Pollock das Malen auf. 1956 wurde er bei einem Autounfall getötet. Er ist bis heute ein Mythos der neuen amerikanischen Malerei geblieben.
Jackson Pollock gilt als bedeutendster abstrakter Expressionist der USA. Er zählt zur Strömung des Action Painting. Werke von Jackson Pollock finden sich in den großen Museen der USA und Europas. Ihm gelang ein eigenständiges Werk ohne Vorbild. Er trug dazu bei, dass die nordamerikanische Moderne ihre Nabelschnur zu Europa kappte.
Am 17. Mai 2005 wurde berichtet, daß in einem New Yorker Lagerhaus 32 bisher unbekannte Gemälde von Jackson Pollock gefunden worden sein sollen. Die Online-Ausgabe der Zeit schreibt hierzu: "...Der Filmautor Alex Matter, der Pollock seit seiner Kindheit kannte, weil sein Vater, der Fotograf und Grafikdesigner Herbert Matter, lange mit Pollock und dessen Frau Lee Krasner befreundet war, will die Bilder vor zwei Jahren im Nachlass seines Vaters entdeckt haben. Die Fundstücke waren in braunem Packpapier eingeschlagen und fanden sich neben persönlichen Unterlagen, Fotografien und Werken von Philip Guston und Willem de Kooning in einem New Yorker Lagerhaus, berichtete Matter in New York. 22 der typischen Pollockschen Drip-Paintings sowie zehn Emailbilder und Studien schlummerten dort, seit sein Vater die Werke 1958 im Lagerhaus einer Spedition in East Hampton, Long Island eingelagert habe...". Die gefundenen Bilder gelten als Sensation der zeitgenössischen Kunstgeschichte.
Werke, exemplarische Auswahl
1941 Birth
1946 Eyes in the Heat
1946 Shimmering Substance
1947 Sternschnuppe
1949 Number 8
1950 Lavendelblauer Nebe
Zitate
"Malen ist ein Seelenzustand .. Malerei ist Selbsterfahrung. Jeder gute Künstler malt, was er ist."
"Ich mache mir nichts aus dem Etikett Abstrakter Expressionismus."
"Bindet eine leere Konservendose an eine Schnur von ein oder zwei Meter Länge, bohrt ein kleines Loch in den Boden, füllt die Dose mit flüssiger Farbe. Lasst die Dose am Ende einer Schnur über eine flachliegende Leinwand hin- und herschwingen. Leitet die Dose durch Bewegungen der Hände, der Arme, der Schulter und des ganzen Körpers. Auf diese Weise tröpfeln überraschende Linien auf die Leinwand. Das Spiel der Gedankenverbindung kann dann beginnen."
"Nur wenn ich den Kontakt zum Gemälde verliere, kommt Mist dabei heraus. Sonst aber ist es reine Harmonie, ein leichtes Geben und Nehmen, und dann entsteht ein gutes Gemälde."
Weblinks
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pollock, Jackson |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Maler |
| GEBURTSDATUM | 28. Januar 1912 |
| GEBURTSORT | Cody, Wyoming |
| STERBEDATUM | 11. August 1956 |
| STERBEORT | Springs-East Hampton, New York |
