Jahresring
[[Bild:Dendrochronologie.jpg|thumb|300px|Balkenprobe aus dem Rathaus von Gödenroth (Eichenholz)]]
Als Jahresring oder Jahrring wird die ringförmige Maserung im Stamm oder Ast einer mehrjährigen Pflanze, insbesondere eines Baumes bezeichnet. Jahresringe entstehen nur dort, wo durch die klimatischen Bedingungen das Pflanzenwachstum Schwankungen unterliegt. Meist wird das Pflanzenwachstum durch eine Ruheperiode (Winter, Trockenzeit) unterbrochen auf die eine Mobilisierungsperiode folgt. Nach dieser Mobilsierung der, im vorigen Jahr eingelagerter, Nähstoffe folgt die Wachstumsperiode, in der das sogenannte Frühholz entsteht. Es bildet sich eine relativ helle Zuwachszone, die dem Baum den schnellen Transport von Wasser und Mineralien von der Wurzel in die Krone ermöglicht, um den Blattaustrieb und die Blütenbildung zu gewährleisten. Die Zellen im Frühholz sind dünnwandig und großlumig, wodurch sie relativ weich sind, aber nur so ihren Aufgaben gerecht werden können. In der darauf folgenden Depostionsphase entstehen dickwandige und kleinlumige Holzzellen, die wesentlich härter sind und hauptsächlich festigende Aufgaben übernehmen. Zusätzlich werden in das Spätholz Nährstoffe eingelagert, wodurch es eine dunklere Farbe bekommt.
Klimatische Einflüsse
Grundsätzlich gilt, je besser die klimatischen Bedingungen innerhalb einer Vegetationsperiode, desto größer der Holzzuwachs und damit die Breite des Jahresrings.
Unterschiede bestehen im Verhältnis von Früh- zum Spätholzanteil.
- Nadelbäume bilden immer eine konstante Menge an Spätholz. In einem guten Jahr ist der Frühholzanteil größer als in einem schlechten Jahr. Dies hat als Folge, das schnell gewachsenes Nadelholz weicher ist als langsam gewachsenes.
- Laubbäume bilden immer eine konstante Menge an Frühholz, lediglich der Spätholzanteil variiert. Um einen Rückschluss auf die Härte zu ermöglichen muss auf die Verteilung, der nur in Laubholz vorhandenen, Gefäße eingegangen werden. Bei manchen Baumarten sind diese großlumigen, dem Wassertransport dienenden, Zellen zerstreut angeordnet. Bei solchen Hölzern (z.B. Buche, Ahorn, ...) hängt die Härte kaum von der Jahresringstärke ab. Ganz im Gegensatz zu Hölzern mit ringporiger Anordnung. Hier befinden sich die Gefäße nur im Frühholzanteil, was dazu führt, dass dieses Holz (z.B. Eiche, ...) mit zunehmender Jahresringdicke härter ist.
Da Klimaschwankungen nicht nur auf einen einzelnen Baum wirken, sondern auch auf seine Nachbarn, egal welchen Alters, bilden alle Bäume einer Region ein charakteristisches Jahrringmuster. So ist es möglich, einerseit die klimatischen Bedingungen über Jahrhunderte zu rekonstruieren und andererseits eine Altersbestimmung von archäologischen Funden, anhand von Holzresten mit erkennbarer Maserung, durchzuführen; diese Methode nennt man Dendrochronologie.
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