Jakarta
Jakarta /dʒa-/ (früher Batavia, auch Djakarta) ist die Hauptstadt der Republik Indonesien und hat 8.540.306 Einwohner in der eigentlichen Stadt und ist mit 17.593.429 Einwohnern in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005) eine der größten Metropolregionen der Erde. Jakarta ist bevölkerungsreichste Stadt und Hauptseehafen des Landes. Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes sowie Verkehrsknotenpunkt mit Universitäten, Hochschulen, Theater und Museen. In Jakarta leben Menschen verschiedenster Herkunft: Der überwiegende Teil sind Malayen, aber auch Araber, Inder, Niederländer und Chinesen sind in der Metropole zu Hause.
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Geografie
Geografische Lage
thumb|350px|Karte von Indonesien mit Jakarta Die Stadt liegt in der Jakarta-Bucht an der Nordwestküste der Insel Java, an der Mündung des Ciliwung. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 661 Quadratkilometer. Die geografischen Koordinaten sind 6,18 Grad südlicher Breite und 106,83 Grad östlicher Länge.
Stadtgliederung
Jakarta gliedert sich in fünf Stadtbezirke:
- Central Jakarta (Jakarta Pusat)
- East Jakarta (Jakarta Timur)
- West Jakarta (Jakarta Barat)
- North Jakarta (Jakarta Utara)
- South Jakarta (Jakarta Selatan)
Klima
Die Stadt befindet sich in der tropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 26,5 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 1.815 Millimeter im Mittel. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen 25,9 und 27 Grad.
Hauptregenzeit ist zwischen Dezember und März. Der meiste Niederschlag fällt im Januar mit 342,9 Millimeter im Mittel, der wenigste im August mit durchschnittlich 53,7 Millimeter.
Geschichte
Historische Karte von Batavia|thumb|200px|Batavia um 1888 Die Geschichte von Jakarta geht auf den Seehafen Sunda Kelapa zurück, den bedeutendsten Handelsplatz der dort seit dem 12. Jahrhundert regierenden großen hinduistischen Dynastie Pajajaran. Die Portugiesen landeten hier 1522, um mit dem Einverständnis des Hindu-Herrschers ein Fort zum Schutz des Hafens (Gewürzhandel) zu errichten, wurden aber im Jahre 1527 von dem muslimischen Feldherrn Fatahillah vertrieben.
Fatahillah gilt als Gründer und Namensgeber Jakartas. Nach einem doppelten Sieg über den Hindu-Herrscher und die Portugiesen hat er die alte Ansiedlung "Sunda Kelapa" am 22. Juni 1527 zu "Jayakarta - Großer Sieg" umbenannt. Diese Siedlung wurde 1619 von der niederländischen Ostindien-Kompanie zerstört. Anschließend ließ der niederländische Generalgouverneur J. P. Coen an gleicher Stelle ein Fort und die Siedlung "Batavia" als Hafen für den blühenden Gewürzhandel erbauen.
Die Stadt wurde Hauptsitz der Ostindien-Kompanie und Hauptstadt der Kolonie Niederländisch-Indien. Von diesem Moment an gewann die Stadt stetig an Einfluss und zog Einwanderer aus anderen Landesteilen und aus China an, die die Möglichkeiten des wachsenden Marktes erkannten. 1699 wurde Batavia durch ein Erdbeben verwüstet.
Nach einer Phase des Niedergangs der Ostindien-Kompanie (1799 Bankrott und Übernahme durch die staatliche Kolonialverwaltung) blühte Batavia seit dem 19. Jahrhundert wieder auf. Französische Truppen besetzten die Stadt im Jahre 1811 während der Napoleonischen Kriege. Sie wurden jedoch noch im gleichen Jahr von den Briten vertrieben, die die Stadt im Jahre 1814 an die Niederlande zurückgaben.
Während des 2. Weltkrieges besetzten japanische Streikkräfte Batavia von März 1942 bis August 1945. Am 17. August 1945 wurde hier die Unabhängigkeit Indonesiens erklärt. Die Stadt wurde in Jakarta umbenannt und im Jahre 1950 Hauptstadt der erst ein Jahr alten Republik Indonesien. An den früheren Namen erinnert das nach wie vor gültige Autokennzeichen "B". Die heutige Schreibweise gilt seit 1972 und wurde im Zuge einer allgemeinen Rechtschreibreform angenommen.
Im Mai 1998 kam es in Indonesien zu den schwersten Unruhen seit 30 Jahren, und sie stürzten das Land teilweise in Chaos und Anarchie. In Jakarta zogen Zehntausende plündernd durch die Straßen, zündeten Häuser und Autos an, zahlreiche chinesische Frauen wurden vergewaltigt. Die Zahl der Opfer wird auf mehr als 160 Frauen geschätzt.
Ende April 2004 ließ der Gouverneur der Stadt verlauten, dass mit 558 Metern in Jakarta das höchste Gebäude der Welt entstehen soll. Der so genannte Jakarta Tower solle ein Symbol des Stolzes werden. Das Bauwerk soll umgerechnet 266 Millionen Euro kosten. Es würde den derzeit höchsten Turm der Welt, den Canadian National Tower in Toronto, um fünf Meter überragen.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl Jakartas ist von etwa 600.000 im Jahre 1945 auf 8,5 Millionen im Jahre 2005 angewachsen. Dieser drastische Bevölkerungszuwachs hat in Teilen der Stadt zu Überbevölkerung, Arbeitslosigkeit einer Zunahme des Verkehrs und hoher Umweltverschmutzung geführt. Um ein weiteres Ansteigen der Einwohnerzahl zu verhindern, haben die Verantwortlichen der Stadtverwaltung im Jahre 1970 eine Zuzugsbeschränkung erlassen, gemäß der nur noch Personen mit Arbeitsstelle nach Jakarta ziehen dürfen.
Auch durch die eng gezogenen Stadtgrenzen ist die Bevölkerungszunahme inzwischen deutlich abgeschwächt, diese findet überwiegend in den unzähligen Vororten statt, die inzwischen 9,1 Millionen Einwohner aufweisen. In der Metropolregion Jakarta leben insgesamt 17,6 Millionen Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1959 handelt es sich meist um Schätzungen, von 1961 bis 2000 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne den Vorortgürtel.
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Kultur und Sehenswürdigkeiten
Überblick
Das alte Batavia, heute Kota ("Stadt") genannt, befindet sich im nördlichsten Zipfel Jakartas am Meer. Dort liegen das niederländische Rathaus, Gebäude der Ostindischen Kompanie, die sogenannte portugiesische Kirche und der alte Segelhafen "Sunda Kelapa". Von Batavia aus entwickelte sich die Stadt landeinwärts in südliche Richtung.
Es folgten die Chinesenstadt "Glodok", das alte niederländische Gartenviertel, das heute mit Ausnahme des Gebäudes des früheren Nationalarchivs vollständig überbaut ist und das niederländische administrative Zentrum um einen der größten grüngebliebenen Plätze der Welt, dem Medan Merdeka ("Platz der Freiheit") mit dem Nationaldenkmal "Monas" in seiner Mitte. Um den Platz liegen die beiden Präsidentenpaläste, einige Ministerien und das Nationalmuseum.
Etwas weiter südlich des Platzes liegt das heutige geografische Zentrum der Stadt, der große Kreisel beim "Willkommensmonument", an dem die Hotels "Grand Hyatt", "Indonesia", "Mandarin" und auch die Deutsche Botschaft liegen. An dessen Südachse, der breiten Straße Jl. Sudirman befinden sich Büro-, Geschäfts- und Bankengebäude mit ihrer modernen Hochhausarchitektur, zum Beispiel "Wisma 46" von Eberhard Zeidler entworfen, das "Dharmala-Gebäude" von Paul Rudolph und die Bank "Danamon" nach Plänen von I. M. Pei gebaut.
Am Ende dieses sogenannten "goldenen Dreiecks", zu dem eine zweite breite Avenue, die Jl. Rasuna Said, mit ebenfalls bemerkenswerter Architektur führt, beginnen die bei der Bevölkerung Jakartas beliebten modernen Wohngebiete. Sie sind von dem alten Batavia circa 14 Kilometer entfernt. Überall, auch zwischen den modernen Stadtvierteln, stehen niedrige, mit roten Ziegeln gedeckte Häuser, die eine Mischung aus niederländischer und einheimischer Architektur zeigen.
Sehenswert sind auch das archäologische Museum, ein meteorologisches Observatorium und die Willemskirche, die im Jahre 1835 erbaut wurde. Bei Jakarta befindet sich der weltweit größte noch existierende Hafen für Lastensegelschiffe. Diese Lastensegelschiffe bereisen die komplette malaiische Inselwelt und das südchinesische Meer.
Theater
Der einzige aus niederländischer Kolonialzeit erhaltene Theater- und Veranstaltungsbau (Gedung Kesenian) stammt aus dem Jahre 1821 und wird noch heute als Theater für Konzert- und Ballettaufführungen genutzt. Er liegt unweit des "Merdekaplatzes" in nordöstlicher Richtung.
Museen
Das Nationalmuseum (Gedung Gaja) ist ein 1868 errichtetes klassizistisches Gebäude am riesigen Freiheitsplatz, Jl. Merdeka Barat 12. Es beherbergt eine bemerkenswerte kunstgeschichtliche und ethnologische Sammlung aus allen indonesischen Landesteilen und allen Epochen. Besonders beeindruckend ist der Goldschmuck in der Schatzkammer, die Sammlung buddhistischer und hinduistischer Steinskulpturen und die große Textil- und Porzellanabteilung. Vor dem Museum steht die vom thailändischen König Rama V. (1853-1910) im Jahre 1871 gestiftete Statue eines Elefanten.
Das Archivmuseum (Arsip Nasional) wurde im Jahre 1760 erbaut und von 1777 bis 1780 als Residenz des Gouverneurs genutzt. Haus, Garten und Nebengebäude wurden mit niederländischem Geld renoviert und dem Nationalarchiv als Museums- und Veranstaltungsgebäude im Jahre 1999 übergeben. Das prachtvolle Gebäude ist das letzte barocke Landhaus, das noch existiert.
Die Lagerhäuser der Ostindischen Kompanie mit ihrer bemerkenswerten Steinarchitektur und ihren Innenhöfen sind gut erhalten und in ein Schifffahrtsmuseum (Museum Bahari) verwandelt. Vom alten Signalturm an der Einfahrt zum niederländischen Hafen bietet sich ein guter Überblick über die Stadtentwicklung im früheren Batavia.
Bauwerke
Taman Fatahillah
Der "Taman Fatahillah" war der Mittelpunkt des alten Batavia, das man auch heute noch unschwer an den vielen Bauten aus der niederländischen Kolonialzeit, darunter das frühere Rathaus, heute Stadtmuseum (Waffen, Möbel und Landkarten des niederländischen Batavia), erkennt.
Dort befindet sich auch das im Stil der Kolonialzeit geführte "Cafe Batavia". Weitere interessante Gebäude an dem Platz sind das "Wayang-Museum" am "Taman Fatahillah" mit seiner Sammlung von Leder und Holzpuppen aus ganz Südostasien und gelegentlichen Schattenspielvorführungen sowie das Kunstmuseum (Balai Seni Rupa) mit einer Gemälde- und Keramiksammlung.
Istana Merdeka und Istana Negara
In einem großen Park am nördlichen Ende des Freiheitsplatzes befinden sich zwei klassizistische niederländische Paläste (Istana Merdeka und Istana Negara), die nach grundlegender Renovierung heute als Repräsentationshäuser des Präsidenten dienen.
Der ältere Bau, ganz im Norden gelegen, stammt bereits aus dem Ende des 18. Jahrhunderts und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts umgestaltet. Der jüngere, zum Merdekaplatz hin gelegene wurde zwischen 1873 und 1879 errichtet und besticht durch seine schlichte Eleganz.
Kali Besar
In "Kali Besar" befindet sich die frühere Prachtstraße des alten Batavia. Dort liegen auch zwei Häuser, die architektonische Zeugen der Aktivitäten deutscher Auswanderer sind, die Häuser "Imhoff" und "Wurmb".
Das Haus des deutschstämmigen Generalgouverneurs Gustav Wilhelm von Imhoff (1705-1750) aus Leer in Niedersachsen ist ein breiter roter Ziegelbau, "Toko Merah" genannt, und liegt am Kali Besar. Es wird gegenwärtig als Bürogebäude genutzt, kann aber besichtigt werden. Beeindruckend die große Halle mit den doppelten Treppen. Das Originalmobiliar ist teilweise im Rathaus der Stadt aufgestellt. Der Grabstein Imhoffs befindet sich im "Wayang-Museum", das am "Fatahillah-Platz" anstelle der baufällig gewordenen alten Kirche errichtet wurde.
Das Haus von Baron Friedrich von Wurmb (1742-1781) aus Thüringen, dem Friedrich Schiller (1759-1805) seine Kurzgeschichte "Eine großmütige Handlung" gewidmet hat, liegt zwei Gebäude vom "Toko Merah" entfernt. Zwei Löwenskulpturen stehen vor dem Eingang, eine leider renovierungsbedürftige, großzügige, klassizistische Eingangshalle läßt die ehemalige Pracht erahnen. Friedrich von Wurmb gehörte zu den Begründern der Batavischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft. Seine Sammlungen bilden den Grundstock des heutigen Nationalmuseums und der Nationalbibliothek.
Raden-Saleh-Villa
Die Villa des Malers Raden Saleh (1811-1880) befindet sich in der Straße, die seinen Namen trägt, in der Nähe des Bahnhofs Cikini. Raden Saleh, der wohl bekannteste javanische Maler des 19. Jahrhunderts, lebte von 1839 an vier Jahre in Dresden und war bis 1852 häufiger Gast auf den Schlössern von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha (1818-1893).
Nach der Rückkehr nach Java ließ er seine Residenz in Erinnerung an Schloss Callenberg bei Coburg errichten. Sie dient heute als Verwaltungsgebäude der "Cikini Hospitals" und ist öffentlich zugänglich.
Weitere Bauwerke
"Sunda Kelapa" ist der ehemalige niederländische Hafen, der heute fast ausschließlich von den traditionellen indonesischen Frachtseglern benutzt wird. Be- und Entladung (meist Holz aus Kalimantan) erfolgt von Hand.
Die portugiesische Kirche (Gereja Sion) ist im Jahre 1695 fertiggestellt worden und besitzt einen sehr schönen Innenraum mit prachtvoller barocker Kanzel aus Holz und altem Gestühl. Im Vorhof finden sich bemerkenswerte Grabplatten aus niederländischer Zeit.
Der chinesische Stadtteil "Glodok" liegt westlich des Hafens. Dort befinden sich zahlreiche Märkte, Tempel und kleine Geschäfte. Er ist zugleich eine günstige Einkaufsmöglichkeit für Photo, Hifi, Video und Computer.
Das Nationalmonument (MONAS) bietet von der Spitze des 135 Meter hohen Obelisken mit vergoldeter Freiheitsflamme eine gute Aussicht über die gesamte Stadt. Im dazugehörigen unterirdischen Museum wird die indonesische Geschichte seit der Unabhängigkeit dargestellt.
Die niederländische Hauptkirche "Emmanuel" steht am östlichen Ende des "Merdekaplatzes" gegenüber dem Hauptbahnhof von Jakarta. Als Ersatz für die alte, durch ein Erdbeben beschädigte Kirche am Rathausplatz, wurde der klassizistische Rundbau zwischen 1834 und 1838 erbaut.
Parks
"Ancol" ist Südostasiens größter Vergnügungspark mit Kunstmarkt, Freilicht-Theater, Schwimmbad, Bowlingbahn, Golfplatz, einem Aquarium und einer Bootsmarina, von wo aus die Ausflüge auf die Jakarta vorgelagerte Inselgruppe (Pulau Seribu – Tausend Inseln) starten.
Im 160 Hektar großen Park "Taman Mini Indonesia Indah", 20 Kilometer vom Zentrum auf dem Weg nach Bogor gelegen, wurde die Republik Indonesien im Miniformat nachgebaut, wobei alle Provinzen des Landes durch originale Bauten und Kunsthandwerk vertreten ist. Dort befinden sich auch modernste Museen für Energie, Naturkunde und Technik. Interessant ist die dortige Multivisionsschau "Indonesien". Auch ein moderner Theaterbau wurde dort im Jahre 1997 eingeweiht.
Der Botanische Garten in Bogor ist heute Sitz zahlreicher internationaler Forschungsinstitute, gegründet im Jahre 1817 von Caspar Georg Carl Reinwardt (1773-1854) aus Lüttringhausen. Er ist ein beliebtes und lohnendes Ausflugsziel in einer ruhigen und angenehmen Umgebung.
Kulinarische Spezialitäten
In der Hauptstadt Indonesiens befinden sich zahlreiche Restaurants mit nationaler und internationaler Küche. Zu den vielen einheimischen Gerichten zählen Reissuppe, veschiedene Nudelgerichte, Sate sowie auf Bambusstäbchen aufgespießte und über Holzfeuer gegrillte Fleischstückchen. Schmackhaft sind auch Krupuk, in Öl gebackene Cracker aus Tapiokamehl und gemahlenen Krabben oder Fisch, Tahu und Tempeh Goreng, in Fett ausgebackene Würfel aus Sojabohnenquark beziehungsweise gepressten Sojabohnen.
Scharf gewürzt werden der gebratene Reis (Nasi Goreng) und die gebratenen Nudeln (Mie Goreng). Süßlich hingegen wird die Erdnusssauce zu den diversen gegrillten Sate-Fleischspießchen zubereitet. Ein besonders zartes Aroma erhalten diese, wenn die Spieße aus Lemongraß bestehen. Beim "Gado Gado" wird die gesüßte Erdnusssoße in lauwarmer Form über den Gemüsesalat gegossen.
Lokale Besonderheiten sind die gefüllte Ente Bebek "Betutu" und das gegrillte Spanferkel "Babi Guling". Die in einem Bananenblatt gedämpften Fischgerichte (Pepe Ikan) sind eine weitere lokale Spezialität. "Krupuk" ist der Name der mit Fisch- und Garnelenpaste aromatisierten und knusprig gebratenen Teigstückchen aus Reis- oder Maniokmehl. "Tofu" und "Tempeh" (eine Art Soja-Frikadelle) werden gern zu Spinat oder Sellerie gekocht.
Wirtschaft und Infrastruktur
Neben dem Schiffbau sind die Druckindustrie und der Automobilbau die führenden Industriezweige. Hergestellt werden auch chemische Produkte, Textilien, Lederwaren, Seife und Margarine.
In der Industrie, die sich im Ballungsraum Jakarta konzentriert, bestehen nur unzureichende Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgas und Abfälle. Zu den Infektionserkrankungen wie Cholera, Diarrhöe und Typhus, die durch unzureichende hygienische Bedingungen verbreitet werden, kommen so Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe und des Autoverkehrs. Besondere Probleme ergeben sich aus der oft direkten Nachbarschaft ärmerer Wohngebiete und der Industrie.
Verkehr
Die Straßen in Jakarta sind in teilweise schlechtem Zustand und in der Stadt existiert kein leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem mit hoher Kapazität, wie eine U-Bahn, Hochbahn oder Straßenbahn, das die Straße entlasten würde.
So kommt es zum täglichen Stau, der nicht nur die Fortbewegung erschwert und zu erhöhter Luftverschmutzung durch Abgase führt, sondern auch andere Probleme verschärft: so kann in der Hauptstadt der Müll schon deshalb nicht effizient entsorgt werden, weil die Müllfahrzeuge die meiste Zeit im Stau stehen.
Der internationale Flughafen Soekarno-Hatta in Jakarta liegt rund 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der öffentliche Nahverkehr wird von dieselgetriebenen Omnibussen bewältigt. Die erste Pferdestraßenbahn in Jakarta eröffnete 1869 ihren Betrieb und die erste Dampfstraßenbahn 1881. Ab 10. April 1899 wurde das Straßenbahnnetz elektrifiziert und der Verkehr im Jahre 1962 eingestellt.
Das im Ballungsraum Jakarta (Region JABOTABEK - Jakarta, Bogor, Tangeran und Bekasi) vorhandene Regionalbahnnetz besteht aus mehreren Linien mit circa 125 Kilometer Gesamtlänge. Die von den Nah- und Fernverkehrszügen genutzten Streckenabschnitte sind teilweise elektrifiziert. Die Züge sind in der Hauptverkehrszeit oftmals mehr als überbelegt, wenn die erforderliche Fahrzeugkapazität durch Ausfälle bedingt nicht durch den Betreiber gestellt werden kann. Tragische Unfälle sind leider keine Seltenheit.
Bildung
Jakarta ist Sitz von elf Universitäten: Universitas Indonesia, Universitas Trisakti, Universitas Tarumanagara, Universitas Bina Nusantara, Universitas Kristen Krida Wacana, Universitas Kristen Indonesia, Universitas Muhammadiyah Jakarta, Universitas Katolik Indonesia Atma Jaya, Universitas Jayabaya, Universitas Gunadarma und Universitas Pembangunan Nasional.
Persönlichkeiten
- Tonke Dragt, Schriftstellerin
Weblinks
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