Jakobsmuschel

Bild nicht gefunden
Jakobsmuschel

Jakobsmuscheln (Pecten jacobaeus) oder Pilgermuscheln sind 5-15 cm große Kammmuscheln, die an den Küsten von Atlantik und Mittelmeer leben. Ihre charakteristischen Schalenklappen wurden zum Vorbild für das Firmenzeichen des Ölkonzerns Shell. Am Mantelrand haben Jakobsmuscheln Tentakeln, zwischen denen sich 60 millimetergroße, blaue Linsenaugen befinden. Durch plötzliches Schließen ihrer Schalen können sie bei Gefahr meterweit davonschwimmen.

Jakobsmuscheln als Pilgerabzeichen

Bild nicht gefunden
Papstwappen von Benedikt XVI. mit der Jakobsmuschel

Die unteren, stärker gewölbten Klappen der Muscheln dienten seit dem Mittelalter den Jakobspilgern, die das Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela besuchten, als Erkennungszeichen. Sie wurden dort verkauft und von den Pilgern an der Kleidung, meist am Hut, befestigt. Der Verkauf der Abzeichen war eine wichtige Einnahmequelle des Wallfahrtsorts. Einige Pilger sind auch den weiten Weg nach Kap Finisterre - ans "Ende der Welt" - gegangen und haben dort selbst Muscheln gesammelt.

Noch heute ist die Jakobsmuschel das Erkennungszeichen der Pilger, das sichtbar am Rucksack getragen wird. Sie dient auch als Wegekennzeichnung und findet sich ab Saint-Jean-Pied-de-Port in kurzen Abständen auf Straßenschildern, Randsteinen und Wegekreuzen. Auf den verzweigten Zuwegen in Frankreich und Deutschland wird sie zunehmend zum Wahrzeichen des Pilgerweges.

In europäischen Gräbern aus dem 11. bis 14. Jahrhundert sind wiederholt Jakobsmuscheln gefunden worden.

Benedikt XVI. wählte für sein Papstwappen unter anderem die Jakobsmuschel, die auch schon in seinem Wappen als Erzbischof von München und Freising enthalten war. Im Bildteil seiner Autobiographie werden hierfür drei Deutungen angeboten:

Mit der Aufnahme der Jakobsmuschel in das Papstwappen kommt nun noch ein viertes Motiv hinzu, nämlich die Hervorhebung einer Kontinuität mit Johannes Paul II., der sich selber in seinem Amt als Pilger verstanden hat.

Jakobsmuscheln in der Küche

Jakobsmuscheln oder Coquilles St. Jacques gehören zu den größten und schmackhaftesten essbaren Muscheln. Die Hauptfanggebiete liegen nördlich der Britischen Inseln, als die besten gelten Schottland und Irland. Fangsaison ist von November bis März, die Muscheln werden aber auch ganzjährig tiefgefroren angeboten.

Frische Muscheln sollten schwer und geschlossen sein. Zum Öffnen legt man sie einige Minuten auf eine heiße Herdplatte und klappt dann die flachere Schale hoch. Alle schwarzen Innereien und der Bart werden entfernt. Verwendet werden nur der zylinderförmige, weiße Muskelstrang zwischen den Klappen und der orangerote Rogen, Corail genannt. Er gilt als besondere Delikatesse. Das Fleisch hat einen nussigen, ewas süßlichen Geschmack.

Jakobsmuscheln lassen sich auf viele Arten zubereiten, klassisch als überbackenes Ragout in der eigenen Schale. Roh werden sie nur in der japanischen Sushi-Küche verzehrt. Beispielsweise über einem Nigiri (handgeformtes Reisklötzchen) Kategorie:Speisefisch und Meeresfrucht Kategorie:Weichtiere

See also: Jakobsmuschel, 11. Jahrhundert, 14. Jahrhundert, Augustinus, Benedikt XVI., Ende der Welt, Jakobsweg, Jakobus der Ältere, Johannes Paul II., Kammmuschel