Jamaika

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Jamaica
Jamaika
185px|Flagge Jamaikas   Wappen Jamaikas
(Details) (Details)
Wahlspruch: "Out Of Many One People"
engl., "Aus vielen (Völkern) ein Volk"
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Kingston
Staatsform Parlamentarische Monarchie
Königin Elizabeth II.
Generalgouverneur Sir Howard Felix Hanlan Cooke
Ministerpräsident Percival James Patterson
Fläche 10.991 km²
Einwohnerzahl 2.713.130 (Stand Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 246 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich am 6. August 1962
Währung Jamaika-Dollar (JMD)
Zeitzone UTC -5 Stunden
Nationalhymne Jamaica, Land We Love
Kfz-Kennzeichen JA
Internet-TLD .jm
Vorwahl +1-876
330px|none|Lage Jamaikas in der Welt
330px|none|Lage Jamaikas in der Karibik
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Jamaika (engl.: Jamaica) ist ein selbstständiger Inselstaat innerhalb des Commonwealth of Nations in der Karibik. Die Insel liegt südlich von Kuba und westlich von Haiti. Sie ist die drittgrößte Insel der Großen Antillen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

thumb|200px|left|Jamaika südlich von Kuba, Satellitenbild der NASA Höchster Punkt ist die Blue Mountain Peak mit 2.256 m im Gebirge der Blue Mountains, der Tiefpunkt liegt auf Meereshöhe bei 0 m. Die Landschaft der Insel ist überwiegend von Bergland mit schmalen Ebenen entlang der Küsten gekennzeichnet, mit nur einer größeren Ebene im Süden. Bekannte Orte in Jamaika sind die Hauptstadt Kingston, Negril, Port Antonio, Montego Bay und Ocho Rios.

Das tropische Klima Jamaikas wird vom Nordostpassat geprägt. Die Temperaturunterschiede sind im Jahresverlauf gering. In Kingston beträgt die mittlere Monatstemperatur im Januar 25 °C und im Juli 27 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge ist hingegen regional sehr unterschiedlich. Mehr als 5.000 mm Regen fallen in den Bergen des Nordostens; in der Umgebung von Kingston an der wechselfeuchten Südküste liegt der Mittelwert bei 813 mm. Die niederschlagsreichsten Monate sind Mai, Juni, Oktober und November. Im Spätsommer und Frühherbst ziehen häufig Wirbelstürme über die Insel hinweg.

Bevölkerung

Jamaika hat etwa 2,6 Millionen Einwohner. Neben der Amtssprache Englisch wird Jamaika-Kreolisch (auch Patois genannt) gesprochen. Religionszugehörigkeit: Protestanten 61,3 % (Church of God 21,2 %, Baptisten 8,8 %, Anglikaner 5,5 %, Siebenten-Tags-Adventisten 9 %, Pentecostal 7,6 %, Methodisten 2,7 %, United Church of Christ 2,7 %, Brethren 1,1 %, Zeugen Jehovas 1,6 %, Moravian 1,1 %), Römisch-Katholisch 4 %, andere (darunter am bekanntesten Rastafaris) 34,7 %.

Geschichte

[[bild:Westindien und Zentral-Amerika (Doppelseitige Farbkarte).jpg|thumb|left|Die Karibik am Ende des 19. Jahrhunderts]] Bevor Christoph Kolumbus als erster Europäer die Insel 1494 erreichte, siedelte dort bereits das um 700 v. Chr. eingewanderte Volk der Arawak.

1509 besetzte Spanien die Insel und nannte diese Santiago. Die Kultur der Arawak zerfiel, stark dezimiert durch Krankheiten, Kriege und Sklaverei. 1517 brachten die Spanier die ersten afrikanischen Sklaven auf die Insel, die vorwiegend aus Ghana und Nigeria stammten. 1611 wurden erstmals mehr schwarzafrikanische als europäische Einwohner gezählt.

1655 besetzten englische Truppen die Insel, 1670 ging sie formell durch den Vertrag von Madrid in den Besitz Großbritanniens über. Der Sklavenhandel und die Zuckerplantagen machten Jamaika über 150 Jahre lang zu einem der wertvollsten Besitztümer der Welt. Die Insel war auch eine bedeutende Anlaufstelle für Freibeuter und Piraten, insbesondere in Port Royal, bevor die Stadt 1692 durch ein Erdbeben zerstört wurde. Die Hauptstadt wurde damals nach Spanish Town verlegt, später wurde es in Kingston umbenannt. Das britische Parlament schaffte am 1. August 1834 die Sklaverei offiziell ab. Die Lebensbedingungen der befreiten Sklaven waren damals katastrophal, da sie zwar die Freiheit erlangten, dennoch aber keinen oder kaum Besitz hatten und die Ressourcen der Insel fest in der Hand der Europäer lagen. Die Wut und Verzweiflung der Menschen manifestierte sich im Oktober 1865 im Aufstand von Morant Bay, angeführt von William Gordon. Der Aufstand wurde von den Briten mit massiver Gewalt niedergeschlagen und Jamaika daraufhin zur Kronkolonie erklärt.

Im späten 19. Jahrhundert verlor Zucker an Bedeutung für den Handel und die Insel stellte teilweise auf den Anbau von Bananen um.

Jamaika erreichte in den 1930er Jahren etwas lokale politische Kontrolle, es gab Unruhen und Aufstände gegen die britische Politik und im Jahr 1938 wurde die People's National Party (PNP) gegründet. Die ersten Wahlen mit allgemeiner, für alle Bürger gleichen Wahlberechtigung fanden 1944 statt. Im Jahr 1958 schlossen sich Jamaika und neun weitere britische Gebiete in der Karibik zur Westindischen Föderation zusammen. Jamaika schied 1961 wieder aus dem Bund aus, da die Wähler die Mitgliedschaft ablehnten. Die Unabhängigkeit von Großbritannien wurde am 6. August 1962 erlangt, Jamaika ist seitdem freies Mitglied des Commonwealth. Der erste Premierminister war Alexander Bustamante von der Jamaica Labour Party (JLP).

Siehe auch:

Politik

Das Rechtssystem basiert auf englischem Common Law. Das letztinstanzliche Gericht ist der Justizausschuss des Privy Council in London.

Stimmrecht: ab 18 Jahren, allgemein

Parteien (engl. Namen): Jamaica Labor Party (JLP); National Democratic Movement (NDM); People's National Party (PNP)

Homosexualität

Insbesondere die Menschenrechtssituation von Homosexuellen ist in Jamaika als äußerst dramatisch zu kennzeichnen. [1] Artikel 76 des Gesetzes über "Straftaten gegen die Person" ahndet Analverkehr (theoretisch auch zwischen Mann und Frau) als "abscheuliches Verbrechen der Sodomie (buggery)" mit bis zu 10 Jahren Gefängnis, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit. Akte körperlicher Intimität zwischen Männern werden nach Artikel 79 mit bis zu 2 Jahren Haft bestraft, verbunden mit der Möglichkeit, zu schwerer Zwangsarbeit verurteilt zu werden. In neueren jamaikanischen Dancehall-Songs wird darüber hinaus regelmäßig zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen. Homophobe Gewalt kommt recht häufig vor. Nach Angaben von Amnesty International haben in den letzten Jahren in Großbritannien mehrere Jamaikaner alleine aufgrund ihrer Homosexualität Asyl erhalten.

Verwaltungsgliederung

Jamaika ist in drei Grafschaften (counties - ohne Verwaltungsrelevanz) eingeteilt, die sich ihrerseits in 14 (kreisähnliche) parishes gliedern:

  • Clarendon
  • Hanover
  • Kingston
  • Manchester
  • Portland
  • Saint Andrew
  • Saint Ann
  • Saint Catherine
  • Saint Elizabeth
  • Saint James
  • Saint Mary
  • Saint Thomas
  • Trelawny
  • Westmoreland

Wirtschaft

Die wichtigsten Exportgüter sind Aluminium und Bauxiterz sowie Zuckerrohr, Bananen und Rum. Die wichtigsten Industriezweige sind der Tourismus, Textilien, die Lebensmittelverarbeitung, die Alkoholherstellung aus Rohrzucker sowie die Baustoff- und Papierindustrie.

Kultur

Berühmte Jamaikaner

Weblinks


Koordinate: 18°15' N 77°30' W

See also: Jamaika, 1. August, 1494, 1509, 1517, 1611