Japanisches Fernsehen
Japanisches Fernsehen hat eine ebenso lange Tradition wie in Deutschland oder den USA. Seine Besonderheit ist ein vom Westen stark unterschiedliches Programmschema. Kabel- und Satellitenfernsehen sind in Japan relativ wenig verbreitet, das Gros der Haushalte empfängt ausschließlich einen von fünf bis sieben terrestrischen Fernsehsendern.
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Geschichte
Der erste Fernseher der Welt wurde 1926 in Japan erfunden, und zwar von Kenjiro Takayanagi, einem Studenten am Vorgängerinstitut der Universität Shizuoka. Er fand heraus, wie man mit der Braunschen Kathodenstrahlröhre elektrische Bilder empfängt. Dieser erste Fernseher ist heute in einer Gedenkhalle der Fabrik Yokosuka des Elektronikherstellers Victor ausgestellt, den Takayanagi gegründet hat.
Das erste gesendete Fernsehbild der Menschheit zeigt das Katakana-Zeichen イ (also den Vokal „i“). Takayanagi hatte das Zeichen deswegen gewählt, weil es das erste des traditionellen Iroha-Alphabets ist.
1937 wechselte Takayanagi zum staatlichen Rundfunksender NHK, der ihn beauftragte, für die Olympischen Sommerspiele 1940, die in Tokio stattfinden sollten, ein funktionierendes Fernsehsystem zu entwickeln. 1939 kam es zu ersten Testsendungen, aber die Entwicklung wurde durch den ausbrechenden Zweiten Weltkrieg gestoppt.
Nach dem Krieg wurde wiederum Takayanagi herangezogen, um NHK erneut beim Aufbau eines Fernsehsystems zu helfen. Am 1. Februar 1953 begann NHK mit dem Ausstrahlen eines regulären Fernsehprogramms. Nur ein halbes Jahr später folgte der erste Privatsender Nihon TV. In den folgenden Jahren kamen die heute noch etablierten weiteren Sender dazu.
1958 begann man in Japan mit der Ausstrahlung von Farbfernsehen.
Am 1. Dezember 2003 startete das terrestrische Digitalfernsehen.
Sender
Es gibt eine Vielzahl unabhängiger terrestrischer Sender, die jedoch bis auf das Staatsfernsehen NHK jeweils auf eine bestimmte Präfektur limitiert sind. Sie erhalten das Gros ihres Programms von landesweiten Dachsendern, ähnlich wie in den USA.
Für NHK muss jeder Haushalt eine monatliche Rundfunkgebühr von ca. 2000 Yen bezahlen. Der Empfang der Privatsender ist kostenlos.
| Dachsender (Sender in Tokio) | Kanal (in Tokio) |
|---|---|
| NHK (allgemein) | 1 |
| NHK Bildung | 3 |
| Nihon TV | 4 |
| TBS | 6 |
| Fuji TV | 8 |
| TV Asahi | 10 |
| TV Tokyo | 12 |
Programm auf den terrestrischen Sendern
Das Programm besteht vor allem zur Golden Time praktisch völlig aus japanischen Fernsehserien oder Variety-Shows, daneben vor 20 Uhr auch aus japanischen Zeichentrickserien.
Ausländische Fernsehserien fehlen im japanischen Fernsehen fast völlig, nur auf dem NHK-Bildungskanal gibt es einige US-Sitcoms. Auch Spielfilme laufen selten, die meisten mittags oder nach Mitternacht. Zur Golden Time läuft höchstens ein Spielfilm, meistens ein Actionfilm, je nach Wochentag auf einem anderen Sender. Schließlich gibt es auch keine Quizshows oder Rateshows, außer der japanischen Ausgabe von Wer wird Millionär?.
Seriöse Nachrichtensendungen findet man auf NHK. Die Nachrichten auf den japanischen Privatsendern sind eher Boulevard-Magazine.
Alle Sender senden rund um die Uhr. Neuerdings werden die Nachtzeiten ebenso wie in Europa für Dauerwerbesendungen genutzt.
Weblinks
- TBS Tokyo Broadcasting System, Inc.: Hier kann man sich über aktuelle japanische Nachrichten zu innenpolitischen, sozialen oder internationalen Themen informieren. Diese können entweder in japanischer Sprache gelesen oder mittels Real oder Windows Media Player angeschaut werden.
- Japanese Drama Database: Die erste englische Datenbank über japanische Fernsehserien (Dorama).
- JDorama.com: Datenbank und Diskussionsplattform über japanische Fernsehserien.
