Jean Rouch

Jean Rouch (* 31. Mai 1917; † 18. Februar 2004 in Paris) war ein französischer Regisseur.

Er war Schüler von Marcel Mauss, Mitglied der Resistance und gilt als Meister des ethnografischen Films und Begründer des Cinema Verite.

1946 verlor er bei einer Expedition am Fluss Niger in Afrika das Stativ seiner Kamera, und war gezwungen, mit der Handkamera weiterzuarbeiten. Dies gilt als Beginn des Cinema Verite, dessen Namen er auch geprägt hat.

In seinen Filmen beschäftigt er sich mit Umbrüchen in Afrika und Europa, gibt aber auch Einblicke in das soziale Leben, die Rituale, und die Rolle der Fantasie in Gesellschaften.

Berühmt ist sein Film Les Maitres Fous von 1954 über ein Ritual der Hauka, einer damals weitverbreiteten Sekte in Westafrika. Er stellt den Kult dar, bei dem die Teilnehmer in Trance von Geistern besessen werden, die für die ehemalige europäische Kolonialmacht stehen, etwa den Generalgouverneur, den Ingenieur, den Lokführer, usw. In dem Kult wurde das Trauma des Kolonialismus verarbeitet.

Kritik erntete er in den 60er Jahren von Seiten linker Gruppierungen in Frankreich, die ihm Mangel an weltanschaulichem Bekenntnis vorwarfen und ihn als postkolonialistischen Liebhaber afrikanischer Rituale darstellten. Der afrikanische Schriftsteller und Regisseur Ousmane Sembène nahm Bezug auf sein Werk und seine Sichtweise mit dem Vorwurf "Du schaust uns an wie Insekten".

Er starb im Februar 2004 bei einem Autounfall.

Filme (Auswahl)

Weblinks

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Personendaten
Rouch, Jean
französischer Regisseur
31. Mai 1917
18. Februar 2004
Paris

See also: Jean Rouch, 18. Februar, 1917, 2004, 31. Mai, Afrika, Besessenheit, Handkamera