Jever

thumb|Lage Jevers Jever (Aussprache: "Jefer", trotz anderer Aussprache in Bierwerbung) ist eine Kleinstadt und Kreissitz des Landkreises Friesland in Niedersachsen, Deutschland. Sie hat gegenwärtig ca. 14.000 Einwohner und ihr Name ist dank der gleichnamigen Biermarke bundesweit bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

thumb|250px|right|Stadtpanorama Jevers vor 1930 Archäologische Funde aus dem Jahre 1850 (u.a. 5000 römische Silbermünzen) lassen auf eine sehr frühe Besiedlung des jeverschen Stadtgebietes schließen. Man vermutet, dass sich bereits um die Zeitenwende hier eine Ansiedlung der Chauken befunden hat. Der Stadtname erscheint zum ersten Mal 1158 als Geverae, die latiniserte Form des niederdeutschen Geveren oder Gaveren ("Weideland", im übertragenen Sinne auch "Thingstätte"). Um 826 kommt Jever unter die Herrschaft des dänischen Fürsten Hariold. Er hatte sich taufen lassen und war dafür von Ludwig dem Frommen mit der Grafschaft Rüstringen, zu der auch Jever gehörte, belehnt worden. Über die Dänenherrschaft in Friesland berichtet das Gudrunlied. thumb|250px|right|Frl. Maria, Herrin von Jever (Denkmal in der Nähe des Schlosses zu Jever) Herzöge aus Sachsen und anschließend die hannöverschen Welfen waren weitere Herren des Jeverlandes. Spätestens am Ende des 12. Jahrhunderts kommt Jever unter die Herrschaft Oldenburgs. Ein Schreiben, das die Östringer zwischen 1271 und 1285 an König Philipp III. von Frankreich richten, lässt auf eine "Demokratisierung" des Östringerlandes schließen. Hier heißt es, dass die Östringer keinem Fürsten untertan sind, sondern ihre Richter und Häuptlinge selbst wählen.

[[Bild:Friesischesbrauhauszujever.jpg|left|thumb|200px|Das friesische Brauhaus zu Jever im April 2005 ]] In Jever geprägte Münzen, die am Finnischen Meerbusen und im Wartheland gefunden worden sind, lassen die Bedeutung Jevers als Handelsort erahnen. Im 10. und 11. Jahrhundert war Jever Seehafen. Zwar verlandet der Seezugang im Laufe der Zeit, dennoch behält Jever seine Bedeutung als Handelsort und Endpunkt eines bedeutenden Heerweges. 1347 werden die Einwohner Jevers bereits als Stadtbürger bezeichnet. Um das Jahr 1400 sind enge Handelsbeziehungen zu den Vitalienbrüdern bezeugt. Bekannteste Vertreter dieser Piratengenossenschaft, die sich auch die "Likedeeler" nannten, waren Klaus Störtebeker und Goedeke Michels. thumb|250px|right|Grabmal Edo Wiemkens (d.J.) in der Stadtkirche zu Jever Der letzte Häuptling des Jeverlandes war Edo Wiemken der Jüngere, der 1505 den Bau des Schlosses vollendete und dessen Grabmal sich in der Stadtkirche befindet. Für eine Interimszeit kam Jever unter die Herrschaft des ostfriesischen Grafen Edzard der Große. Fräulein Maria, Erbtochter Edo Wiemkens, stellte jedoch wieder die jeversche Unabhängigkeit her. Unter ihrer Regentschaft erhielt Jever auch offiziell die Stadtrechte und bezeichnet sich bis heute als "Marienstadt". thumb|Denkmal für die im Dritten Reich ermordeten jüdischen Mitbürger Nach Maria fielen Jever und das Jeverland 1575 an Oldenburg. Im 17.Jh. kam Jever zum Fürstentum Anhalt-Zerbst. Da in Anhalt-Zerbst die männliche Erbfolge galt, wurde nach dem Tod des letzten männlichen Erben in der Zerbster Fürstenfamilie 1793 dieses Fürstentum zwischen den anderen anhaltischen Fürstentümern aufgeteilt. Jedoch wurde das Jeverland aufgrund seines Sonderstatus' als Kunkellehen an die nächstfolgende Erbin weitergegeben, der russischen Zarin Katharina II., einer Schwester des letzten Zerbster Fürsten. Somit wurde Jever „über Russland regiert“, es blieb bis zur Besetzung durch französische Truppen im Jahre 1807 ein Teil Russlands und geriet dann unter napoleonischer Herrschaft, die bis 1813 anhielt. Anschließend kehrte Jever zum Besitz der russischen Krone zurück und wurde 1818 an Oldenburg abgetreten.

Ortsteile

Sehenswürdigkeiten

Kirchen und Religionsgemeinschaften

Kirchen

Freikirchen

thumb|Bethaus der Baptisten am Elisabethufer in Jever, erbaut 1858

Religionsgemeinschaften

Persönlichkeiten

Städtpartnerschaften

Literatur

thumb|165px|Johann Ludwig Hinrichs, Mitbegründer der deutschen Baptistengemeinden

Weblinks


See also: Jever, 11. Jahrhundert, 1158, 12. Jahrhundert, 1271, 1285, 1347, 1505