Joachim Erwin

Joachim Erwin (* 2. September 1949 in Stadtroda/Thüringen) ist amtierender Oberbürgermeister von Düsseldorf. Erwin ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Das CDU-Mitglied hat an der Ruhr-Universität Bochum Rechtswissenschaften Rechtswissenschaften, Sport und Hispanistik studiert und arbeitete seit 1976 als Rechtsanwalt in Düsseldorf. Er war zwischen 1975 und 1988 Mitglied des Stadtrates, danach Mitglied im nordrhein-westfälischen Landtag und seit 1994 erneut im Düsseldorfer Stadtrat. 1998 zum Bürgermeister der Stadt Düsseldorf gewählt, seit der Kommunalwahl im Jahre 1999 ist Joachim Erwin Oberbürgermeister der Stadt und löste damit Marie-Luise Smeets ("Marlies") (1994-1999) ab.

Erwins oft "hemdsärmlig" genanntes Auftreten und sein Eintreten für Großbauprojekte (Neubau der LTU-Arena und Bilker Arcaden) führte zu einer Polarisation der Öffentlichkeit. Die einen werfen ihm Größenwahn vor, die anderen begrüßen seinen Einsatz Düsseldorf als Besuchermagneten und Wirtschaftsstandort unter den Großstädten zu etablieren. Mit der SPD Landesregierung NRW (bis Mai 2005) und dem Polizeipräsidenten Düsseldorfs lag er häufig in einem pressewirksamen Disput zu Themen der Sicherheits- und Finanzpolitik.

Erwin geriet mehrfach in die öffentliche Kritik. So versuchte er 2002 mit dem Düsseldorfer Ordnungsamt, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um ein Zeltlager von Sinti und Roma aufzulösen, die so für ein Bleiberecht demonstrieren wollten, und handelte sich damit scharfe Kritik von den Kirchen, Menschenrechtsorganisationen und Wohlfahrtsverbänden ein.

Das PDS-Mitglied des Düsseldorfer Stadtrats Frank Laubenburg bezeichnete er als "verrückten Kommunisten", was ihm vom Landgericht Düsseldorf unter Androhung von Ordnungsstrafen untersagt wurde. Erwin warf daraufhin der Justiz vor, sich für die Öffentlichkeitsarbeit von Kommunisten instrumentalisieren zu lassen.

Ende 2003 wurde publik, dass gegen Erwin wegen des Anfangsverdachts auf Steuerhinterziehung ermittelt wird. Es ging dabei um mehr als 5,5 Millionen Mark steuerlich nicht deklarierter Einnahmen. Erwin zeigte daraufhin den darüber für den Tagesspiegel berichtenden Journalisten Zurheide wegen Verletzung des Steuergeheimnisses an, was sich laut Staatsanwaltschaft nicht bestätigen ließ, so dass diese das Verfahren gegen Zurheide einstellte. Das Steuerverfahren gegen Erwin wurde wegen "mangelnden Tatverdachts" eingestellt. Unklar blieb weiterhin, wie die Informationen über die Ermittlungen an die Öffentlichkeit gelangten, was den Eindruck verstärkte, dass die Anschuldigungen politisch motiviert waren, um Erwin vor seiner Wiederwahl zu schaden.

Ewin wurde bei der Kommunalwahl 2004 mit 50,4% der Stimmen im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigt. Über Düsseldorfs Grenzen hinaus wurde er durch die allerdings letztlich erfolglosen Bewerbungen der Landeshauptstadt um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 und als Austragungsstätte der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bekannt, deren Mißerfolg insebsondere seiner Person zugerechnet werden. Unter Joachim Erwin ist Düsseldorf eine der wenigen Großstädte Deutschlands, die einen ausgeglichenen Haushalt auf die Beine stellen und Verschuldung abbauen konnte. Dies begründet sich auch in sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen und dem Verkauf von städtischen Vermögenswerten.

Am 02. Juni 2005 wurde Joachim Erwin zu einem von fünf Vizepräsidenten des Deutschen Städtetages gewählt. Er ist damit der erste Oberbürgermeister aus Düsseldorf in dieser Position.

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Personendaten
Erwin, Joachim
Oberbürgermeister von Düsseldorf
2. September 1949
Stadtroda/Thüringen

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