Joachim Mörlin

Joachim Mörlin (* 6. April 1514 in Wittenberg, † 23. Mai 1571 in Königsberg) war Theologe, Pfarrer und Reformator.

Mörlins Vater war Professor für Theologie in Wittenberg, später Pfarrer bei Coburg. Trotz einer großen Familie ließ er seinen Sohn Joachim nach dem Erlernen des Töpferhandwerkes studieren. 1531 kam er so in seine Geburtsstadt Wittenberg. Seine Lehrer waren Luther, Melanchthon, Bugenhagen und andere Theologen.

1536 erlangte Joachim Mörlin in Wittenberg die Magisterwürde und war anschließend an verschiedenen Orten als Prediger tätig. 1539 kehrte er nach Wittenberg zurück, wo er als Diakon wirkte. Er galt hier bald als "Kaplan Luthers", der Mörlins einfache, populäre aber eindringliche Predigtweise schätzte. Unter Luther erwarb er 1540 die Doktorwürde, im gleichen Jahr wurde er als Superintendent nach Arnstadt berufen.

In Arnstadt wurde er im Jahre 1543 seines Amtes entsetzt, da er von der Kanzel herab das unchristliche Verhalten der Obrigkeit, des Bürgermeisters und des Rates der Stadt kritisierte. Im Mai 1544 trat Mörlin dann das Amt des Superintendenten in Göttingen an, auch hier stießt er durch seine Predigtweise auf Schwierigkeiten. Nach vier Jahren endete sein Wirken hier aufgrund der Auseinandersetzungen um das sogenannte "Interim". Mörlin sprach sich gegenüber der weltlichen Obrigkeit eindeutig gegen jede Einmischung in Glaubenssachen aus, was ihn auch hier seine Stellung kostete. Er wurde aus Göttingen ausgewiesen.

1550 wurde Joachim Mörlin als Inspektor und Pfarrer an den Kneiphofschen Dom nach Königsberg berufen. Hier wurde er schnell in einen Lehrstreit um die Rechtfertigungslehre mit Andreas Osiander hineingezogen, der als Professor an der Königsberger Universität lehrte. Mörlin suchte anfangs zu Osiander ein freundliches Verhältnis, das jedoch bald zerbrach. Da der Herzog sich auf die Seite Osianders stellte, mußte Mörlin bald Königsberg verlassen.

Nun erreichte Joachim Mörlin die Berufung zum "Superattendenten" nach Braunschweig. Dieses Amt beinhaltete die geistliche Leitung der Kirche in der Stadt Braunschweig und war 1528 von Johannes Bugenhagen geschaffen worden. Mitten in den Kriegswirren, vierzehn Tage nach der Schlacht bei Sievershausen, traf Mörlin in Braunschwig ein. Die Stadt wurde von Herzog Heinrich d.J. belagert, Mörlin selbst kam hierbei vorübergehend in Lebensgefahr. In Braunschweig konnte er nun erstmals ohne Streit mit der Obrigkeit wirken, er hatte ein meist harmonisches Verhältnis zum Rat der Stadt. Sein Koadjutor in seinem Amt wurde 1554 sein späterer Nachfolger Martin Chemnitz. Bis 1567 wirkte Mörlin in Braunschweig.

Nun ereilte ihn erneut der Ruf aus Königsberg, der Herzog ließ sich von den preußischen Ständen dazu bewegen, Mörlin zu schreiben. Ihm und Chemnitz wurden glänzende Bedingungen geboten, sollten sie sich überzeugen lassen, nach Königsberg zurückzukehren. Schließlich ließ Mörlin sich überzeugen nach Königsberg zu kommen. Eine wichtige Lehr- und Bekenntnisschrift, das sog. "Corpus Doctrinae Prutenicum" entstand als Frucht der Tätigkeit der beiden Braunschweiger Theologen und wurde durch eine Synode offiziell angenommen und publiziert. Am 11. August 1567 wurden Mörlin und Chemnitz nun offiziell durch eine Gesandtschaft des Herzogs vom Rat der Stadt Braunschweig für ihre Dienste in Preußen losgebeten. Mörlin durfte gehen, Chemnitz wurde jedoch zu seinem Nachfolger im Amt des Superattendenten berufen.

Mörlin schied schweren Herzens aus Braunschweig, bekleidete aber sein neues Amt als Bischof von Samland mit ebensolchem Eifer, mit dem er in Braunschweig gewirkt hatte. Allerdings konnte er sein Amt nunr knapp vier Jahre ausüben, im Alter von 57 Jahren starb Joachim Mörlin am 23. Mai 1571 und wurde in Königsberg bestattet. Im Dom wurde ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet, in dessen Inschrift seine Hirtentreue, seine Beredsamkeit und sein Eifer für die Ehre Christi gepriesen wurde.

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Personendaten
Mörlin, Joachim
Theologe, Pfarrer und Reformator
6. April 1514
Wittenberg
23. Mai 1571
Königsberg

See also: Joachim Mörlin, 11. August, 1514, 1528, 1531, 1536, 1539, 1540, 1543