Joe Hill
Joe Hill, auch bekannt unter dem seinem Geburtsnamen Joel Emmanuel Hägglund und unter dem Namen Joseph Hillström (* 7. Oktober 1879 in Gävle in Schweden; † 19. November 1915 in Salt Lake City hingerichtet) war ein US-amerikanischer Arbeiterführer, Gewerkschaftsaktivist und Liederdichter. Nach seiner Exekution wurde er Gegenstand mehrerer Folksongs. thumb|Joe Hill
| Inhaltsverzeichnis |
Leben
Als Jugendlicher lernte der gebürtige Schwede Joe Hill Englisch auf Segel- und Frachtschiffen, auf denen er auf der Strecke Stockholm - Hull arbeitete. Im Jahre 1902 wanderte er nach Amerika aus. Nachdem er in New York in Kneipen niedrige Arbeiten verrichtet hatte, zog er immer weiter gen Westen.
In Chicago arbeitete er in einer Maschinenfabrik und er verdingte sich als Erntearbeiter. Während er mit der Ernte bis nach San Francisco kam, las er die Lehren von Karl Marx und wurde Mitglied der IWW, der Industrial Workers of the World. Bei der Southern-Pacific-Gesellschaft organisierte er den ersten Streik mit und entdeckte sein Rednertalent und die Fähigkeit rebellische Worte in Töne zu kleiden.
Taten
Schließlich kam er nach Bingham im Mormonenstaat Utah. Hier organisierte Joe Hill die Arbeiter der Baugesellschaft von Utah in einer größeren Einheitsgewerkschaft und verhalf ihnen damit zu einer neuen Lohnskala, zu kürzeren Arbeitszeiten und zu besserem Essen.
Tod
Durch unglückliche Umstände und, wie sich im Nachhinein ergab, auch durch schlampige Ermittlungsverfahren wurde Joe Hill in Salt Lake City des Mordes am 10. Januar 1914 an dem Händler John Morisson und dessem Sohn Arling angeklagt und trotz mangelhafter Beweise verurteilt. Sowohl der schwedische Konsul als auch Präsident Woodrow Wilson versuchten, ein Wiederaufnahmeverfahren in Gang zu setzen. Doch der oberste Gerichtshof von Utah bestätigte den Schuldspruch. Während dieser Zeit dichtete Joe Hill im Gefängnis und seine Lieder wurden überregional bekannt.
Seine letzten Worte, bevor er am 19. November im Gefängnishof von Salt Lake City an der Mauer von mehreren Gewehrschüssen tödlich getroffen wurde, waren: "Trauert nicht um mich, organisiert euch." Er selbst soll das Kommando zum Feuern gegeben haben.
Nachwirkungen
1925 dichtete Alfred Hayes einen Text mit dem Titel "I Dreamed I Saw Joe Hill Last Night", der später einfach unter "Joe Hill" bekannt wurde. Hayes' Zeilen wurden 1936 von Earl Robinson vertont. Hierzulande wurde das Lied über Joe Hill hauptsächlich durch Pete Seeger und Joan Baez bekannt.
Leben und Tod Joe Hills wurden auch unter dem schwedischen Regisseur Bo Widerberg 1971 in einer schwedisch/US-amerikanischen Koproduktion mit dem Titel Joe Hill (auch: Die Ballade von Joe Hill) verfilmt.
Texte
Hier der Text eines von Joe Hill verfassten Liedes über die ungerechtfertigte Verurteilung eines Kettensträflings:
- Ich lief hinab zum Fluss, im Grase schlief ich ein
Als ich erwachte war die Kette an meinem Bein.
- Ich lief hinab zum Fluss, im Grase schlief ich ein
- Einundzwanzig Glieder hat die Kette an meinem Bein
In jedes grub ich meinen Namen ein.
- Einundzwanzig Glieder hat die Kette an meinem Bein
- O Richter, o Richter, wie bestrafst du mich ?
"Zum Streckenbau für 20 Jahre schick ich dich."
- O Richter, o Richter, wie bestrafst du mich ?
- Ein Zug fuhr vorbei, der hatte 16 Wagen,
er hat die, die ich liebte von mir fort getragen.
- Ein Zug fuhr vorbei, der hatte 16 Wagen,
Literatur
- The Case of Joe Hill von Philip S. Foner, 1965
- Guerilla Minstrels: John Lennon, Woody Guthrie, Joe Hill and Bob Dylan von Wayne Hampton, 1986
- Joe Hill von Gibbs M. Smith, 1969
- The Man Who Never Died von Barrie Stavis, 1954
- Joe Hill: A Biographical Novel von Wallace Stegner, 1969
Hill, Joe Hill, Joe Hill, Joe
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hill, Joe |
| ALTERNATIVNAMEN | Hägglund, Joel Emmanuel; Hillström, Joseph |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Arbeiterführer, Gewerkschaftsaktivist und Liederdichter |
| GEBURTSDATUM | 7. Oktober 1879 |
| GEBURTSORT | Gävle, Schweden |
| STERBEDATUM | 19. November 1925 |
| STERBEORT | Salt Lake City, USA |
