Johann Friedrich Herbart

thumb|Johann Friedrich Herbart Johann Friedrich Herbart (* 4. Mai 1776 in Oldenburg (Oldb.), † 14. August 1841 in Göttingen) war ein deutscher Philosoph, Psychologe und Pädagoge, der über den deutschen Sprachraum hinaus als Klassiker der Pädagogik gilt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als Sohn eines Justiz- und Regierungsrats studierte Herbart von 1794 bis 1797 Philosophie an der Universität Jena (u. a. bei Johann Gottlieb Fichte). Zuerst ein begeisterter Schüler, wurde er ein entschiedener Gegner des bewusstseinsphilosophischen Idealismus.

In Bern lernte er Johann Heinrich Pestalozzi kennen und eignete sich Teile von dessen Pädagogik an. Hier verweilte er bis 1800 als Hauslehrer. Von 1800 bis 1802 hielt er sich in Bremen als Erzieher und Privatgelehrter auf.

Anschließend ging er nach Göttingen, wo er sich 1802 unmittelbar nach seiner Promotion habilitierte. Er lehrte in Göttingen als Privatdozent und außerordentlicher Professor der Philosophie und Pädagogik, bis er 1809 an die Universität Königsberg als Professor für Philosophie und Pädagogik zum Nachfolger Wilhelm Traugott Krugs auf den früheren Lehrstuhl Immanuel Kants berufen wurde.

In Königsberg gründete Herbart ein pädagogisches Seminar mit einer angegliederten Versuchsschule in der Form eines Internats. Als Wilhelm von Humboldt eine wissenschaftliche Deputation einberief, wurde er deren Direktor. Weiterhin wurde er Mitglied der Königlichen Prüfungskommission, Schulrat und Ehrenmitglied des ostpreußischen Provinzialschulkollegiums, in dem er auch an der Reform des Schulwesens in Preußen mitwirkte.

1833 folgte er einem Ruf zurück an die Universität Göttingen. Als Dekan der Fakultät nahm er 1837 eine Position gegen die Göttinger Sieben ein. Von Leibniz beeinflusst, nahm er gegen den idealistischen Kantianismus Stellung und lehrte die Auffassung von einfachen, realen Wesen mit unabänderlichen und konstanten Eigenschaften. Aus diesem Modell heraus erklärte er die psychischen Prozesse als Vorstellungsmechanik.

Begründer der Pädagogik als Wissenschaft

Herbart gilt als eigentlicher Begründer der Pädagogik als Wissenschaft. Ausgehend vom Begriff der Bildsamkeit des Menschen versuchte er, Erziehung und Unterricht theoretisch zu untermauern, und begründete so die pädagogische Richtung des Herbartianismus, die im 19. Jahrhundert die wissenschaftliche Pädagogik beherrschte.

Wie Rousseau dachte Herbart aus der Perspektive des Hauslehrers. Erst seine Schüler übertrugen seine Formalstufentheorie auf den Klassenunterricht.

Philosophische und logische Ansichten

Die den Menschen umgebende Welt besteht nach Herbart aus ewigen und unveränderlichen "Realien", die sich Züge der Leibnizschen Monade und des Kantschen „Ding an sich“ vereinigt haben.

Die Logik definiert Herbart als die Wissenschaft von den Bedingungen der Deutlichkeit der Begriffe, die Denkgesetze interpretiert er ontologisch. Den Identitätssatz verstand er z. B. als die Forderung, jedes Ding stets als mit sich selbst absolut identisch zu denken, es ändern sich nur die Beziehungen zwischen den Dingen. Herbart negierte die Möglichkeit von realen Widersprüchen in der Wirklichkeit.

Werke

Literatur

Weblinks


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Personendaten
Herbart, Johann Friedrich
deutscher Philosoph, Psychologe und Pädagoge
4. Mai 1776
Oldenburg (Oldb.)
14. August 1841
Göttingen

See also: Johann Friedrich Herbart, 14. August, 1776, 1794, 1797, 1800, 1802, 1833, 1837