Johannes Popitz

Prof Dr. jur. Johannes Popitz (* 2. Dezember 1884 in Leipzig; † 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee) war preußischer Finanzminister und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als Sohn eines Apothekers studierte er Staatswissenschaften und Jura. Von 1907 bis 1918 war er als Regierungsreferendar tätig, um 1919 Geheimer Regierungsrat und Vortragender Rat im Reichsfinanzministerium zu werden.

Von 1925 bis 1929 ist er als Staatssekretär im Reichsfinanzministerium tätig, wo er zeitweise unter dem Finanzminister Rudolf Hilferding arbeitet, mit dem er 1929 zurücktrat und in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde.

Seit 1922 Honorarprofessor für Steuerrecht und Finanzwissenschaft an der Berliner Universität und an der Verwaltungsakademie, wurde er am 1. November 1932 unter dem Kabinett von Kurt von Schleicher zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich (ohne Portefeuille) und zum kommissarischen Leiter des preußischen Finanzministeriums ernannt.

Am 21. April 1933 trat er das Amt des preußischen Staats- und Finanzministers an, obwohl er zu diesem Zeitpunkt kein Mitglied der NSDAP war. Am 1. Februar 1937 (nach anderen Quellen: 1. Februar 1939) wurde im Völkischen Beobachter in der Süddeutschen Ausgabe berichtet, dass ihm das goldene Parteiabzeichen der NSDAP ehrenhalber verliehen wurde, welches er annahm.

Als rechtsorientierter Konservativer und Monarchist, der am liebsten den Kronprinzen Wilhelm, den ältesten Sohn des früheren Kaisers Wilhelm II., als Nachfolger Hitlers gesehen hätte, wurde er ab 1938 in Widerstandskreisen sehr aktiv. Als Mitglied der Mittwochsgesellschaft, einer kleinen Gruppe von hohen Beamten und Industriellen, die sich von einem Debattierklub zu einem Zentrum der konservativen Opposition gegen das NS-Regime entwickelte, geriet er immer mehr in das Zentrum der Verschwörung gegen Hitler.

Im Sommer 1943 führt er Geheimgespräche mit Heinrich Himmler, um dessen Unterstützung für einen Staatsstreich zu gewinnen und ihn zu überreden, sich an Versuchen zu beteiligen, mit den Westmächten einen annehmbaren Frieden auszuhandeln. Schon im Herbst 1943 wurde Popitz überwacht, doch wurde er erst am 21. Juli nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet. Am 3. Oktober wurde er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Da Himmler noch die Hoffnung hegte, Kontakte zu den Alliierten aufnehmen zu können, ließ er Popitz noch nicht hinrichten. Als diese Versuche sich als aussichtslos erwiesen, wurde Popitz in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee am 2. Februar 1945 durch den Strang hingerichtet.

Werke

siehe auch

Literatur

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Popitz, Johannes Popitz, Johannes

Personendaten
Popitz, Johannes
Preußischer Finanzminister und Widerstandskämpfer
2. Dezember 1884
Leipzig
2. Februar 1945
Berlin-Plötzensee

See also: Johannes Popitz, 1. Februar, 1. November, 1884, 1907, 1918, 1919, 1922, 1925