John Carradine

John Carradine (* 5. Februar 1906 in Greenwich Village, New York City; † 27. November 1988, eigentlich Richmond Reed Carradine) war ein US-amerikanischer Schauspieler.

Zu Beginn seiner Karriere spielte Carradine kleine Nebenrollen unter dem Pseudonym John Peter Richmond; unter anderem wirkte er in den Monumentalfilmen The Sign of the Cross (Im Zeichen des Kreuzes) mit Charles Laughton und Frederic March und Cleopatra (Cleopatra) mit Claudette Colbert mit; bei beiden Filmen führte der bekannte Cecil B. De Mille Regie. Zum Jahreswechsel 1934 / 1935 änderte er sein Pseudonym; fortan nannte er sich "John Carradine". Zu dieser Zeit erhielt John Carradine auch seine ersten Rollen in Horrorfilmen. In The black Cat (Die schwarze Katze) spielte er neben Boris Karloff und Bela Lugosi eine kleine Rolle als Teufelsanbeter; in Bride of Frankenstein (Frankensteins Braut) einen Dorfbewohner.

John Carradine war einer der Lieblngsschauspieler des Regiesseurs John Ford; Ford und Carradine arbeiteten bei insgesamt 10 Filmen zusammen. In The Prisoner of Shark Island (Der Gefangene der Haifischinsel), der Geschichte des Arztes Dr. Mudd, der unwissentlich den Mörder von Abraham Lincoln behandelte, spielte John Carradine einen unsympathischen Gefängniswärter, genau wie in dem Drama The Hurricane (Dann kam der Orkan). In The Grapes of Wrath (Früchte des Zorns), einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von John Steinbeck spielte er an der Seite von Henry Fonda den ehemaligen Prediger Casey, der mutig für die Rechte der Arbeiter eintritt und dafür von einem Farmer getötet wird.

In Drums along the Mohawk (Trommeln am Mohawk), einem Western, der zur Zeit der Unabhängigkeitskriege spielte, verkörperte John Carradine an der Seite von Henry Fonda und Claudette Colbert den eine Augenklappe tragende Politiker Caldwell, der mit den Engländern sympathisiert. In Mary of Scotland (Maria von Schottland) spielte er an der Seite von Frederic March und Katharine Hepburn David Rizzio, den Privatsekretär von Maria Stuart, in der Drama Four Men and a Prayer (Vier Mann, ein Schwur) mit David Niven einen General. In dem Drama The last Hurrah (Das letzte Hurra) verkörperte John Carradine neben Spencer Tracy und Basil Rathbone den Politiker Amos Force.

An der Seite von James Stewart drehte er die Western The Man who shot Liberty Valence (Der Mann, der Liberty Valence erschoß), bei dem auch John Wayne und Lee Marvin mitwirkten, und Cheyenne Autumn (Cheyenne) mit Richard Widmark in der Hauptrolle sowie Karl Malden und Edward G. Robinson in weiteren Nebenrollen. Seine bekannteste Rolle spielte John Carradine in dem Western Stagecoach (Ringo / Höllenfahrt nach Santa Fe), dem Film, durch den John Wayne zum Filmstar wurde. John Carradine verkörperte den eleganten Glücksspieler Hatfield, der am Ende von den Apachen getötet wird.

In den 1940er Jahren verkörpterte John Carradine in den Horrorfilmen House of Frankenstein und House of Dracula den Grafen Dracula, eine Rolle, die er später in dem Horrorfilm Nocturna (Dracula auf Abwegen) und Billy the Kid vs. Dracula, einer Mischung aus Horrorfilm und Western, wiederholte. Den Diener des Grafen Dracula spielte er 1969 in dem billig pruduzierten Horrorfilm Blood of Dracula's Castle (Dracula und seine Opfer).

John Carradine drehte seit den 1940er Jahren zahlreiche billige Horror- und/oder Science-Fiction-Filme ohne künstlerischen Anspruch. John Carradine war aus Geldnot, er versuchte z. B. eigene Theaterprojekte zu finanzieren und musste für mehrere Ex-Frauen und Kinder aufkommen, gezwungen, diese Rollen, die wohl nur für Anhänger des Genre interessant sind, anzunehmen. Mit Bela Lugosi drehte er Voodoo Man und Return of the Ape Man, in denen Lugosi verrückte Wissenschaftler und Carradine seinen dummen Assistenten verkörperte. Carradine wirkte auch neben Basil Rathbone in The black Sleep (Die Schreckenskammer des Doktor Thosti) mit, Bela Lugosis vorletztem Film.

Seinen letzten sehenswerten Horrorfilm drehte John Carradine 1982; in The House of the long Shadows (Das Haus der langen Schatten) spielte er den englischen Lord Grisbane. The House of the long Shadows war übrigens keine Billigproduktion; in weiteren Rollen wirkten Vincent Price, Christopher Lee und Peter Cushing mit.

Ansonsten erhielt John Carradine überwiegend Nebenrollen; unter anderem an der Seite von Burt Lancaster und Walter Matthau (in seiner ersten Filrolle überhaupt) in The Kentuckian (Der Mann aus Kentucky), an der Seite von Joan Crawford und Sterling Hayden in Johnny Guitar (Wenn Frauen hassen) oder neben Alan Ladd und Olivia de Havilland in The proud Rebel (Der stolze Rebell); alles Western. In The proud Rebel hatte John Carradine einen kurzen Auftritt als Handlungsreisender.

Neben vielen anderen Filmstars wirkte John Carradine 1956 in Around the World in 80 Days(In 80 Tagen um die Welt) mit, der klassischen Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jules Verne. Er ist in der Rolle des Oberst Stamp-Proctor zu sehen, der sich mit Phileas Fogg (dargestellt von David Niven) während dessen Zugfahrt durch den Wilden Westen anlegt. Im selben Jahr wirkte John Carradine auch in The Ten Commandements (Die zehn Gebote) mit, einer Bibelverfilmung über Moses und den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Neben Charlton Heston als Moses und Yul Brynner als Pharao spielte John Carradine die Rolle des Aaron. Eine weitere Rolle übernahm er 1962 in Der Mann, der Libery Valance erschoss.

John Carradines Filmkarriere begann 1930, seine letzte Rolle spielte er in seinem Todesjahr. Er arbeitete mit vielen berühmten Kollegen zusammen, zum Beispiel mit Frederic March in Les Miserables (Die Elenden), einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Victor Hugo und in The Adventures of Mark Twain (Die Abenteuer von Mark Twain), einem Film über das Leben von Mark Twain. Mit Peter Ustinov trat er in The Egyptian (Sinuhe, der Ägypter) auf, mit Jerry Lewis und Peter Lorre The Patsy(Die Heulboje), einer seiner seltenen Komödien. Mit Peter Lorre drehte John Carradine auch den Abenteuerfilm Hell Ship Mutiny, in dem Carradine den Verbrecher Malone und Lorre den korrupten Richter Lamouet, der mit Malone gemeinsame Sache macht, spielten, sowie zwei Mr. Moto-Filme.

In den 1970er Jahren trat John Carradine unter anderem unter der Regie von Woody Allen in der Komödie Everything you wanted to know about Sex * (*but were afraid to ask) (Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber nie zu fragen wagten) in der Rolle des verrückten Wissenschaftlers Dr. Bernardo auf. Unter der Regie von Elia Kazan spielte er in The last Tycoon (Der letzte Tycoon), einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von F. Scott Fitzgerald spielte er neben Robert De Niro, Robert Mitchum und Ray Milland eine kleine Rolle als Fremdenführer.

Außerdem war er neben John Wayne, Lauren Bacall und James Stewart in The Shootist (Der letzte Scharfschütze) zu sehen, John Waynes letztem Film. Eine seiner letzten Rollen spielte John Carradine 1986 in Peggy Sue got married (Peggy Sue hat geheiratet) an der Seite von Kathleen Turner und Nicolas Cage unter der Regie von Francic Ford Coppola.

John Carradine ist der Vater der Schauspieler David Carradine, Keith Carradine und Robert Carradine.

siehe auch: Filmographie John Carradine

Weblinks

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Personendaten
Carradine, John
Carradine, Richmond Reed
US-amerikanischer Schauspieler
5. Februar 1906
Greenwich Village, New York City
27. November 1988

See also: John Carradine, 1906, 1940er, 1962, 1970er, 1988, 27. November, 5. Februar