John T. Draper
thumb|John Draper bei der Lesung des Buchs »Hackertales« in Köln
Laut den Medien zählt John T. Draper (Aliasname Cap'n Crunch) zu den Top Ten-Hackern der Welt. In den späten 60er Jahren schrieb John Hackergeschichte. Er ist einer der ersten Telefonhacker, oder wie man in der Szene sagt: Phreaker (Phone-Freak). Jemand, der sich auf das Hacken von Telefonleitungen spezialisiert hatte.
Die Diskussion um das kostenlose Telefonieren brachte eine neue Subkultur von Telefonhackern hervor, die sich nichts anderes zum Ziel gesetzt hatten, als ständig nach Schwachstellen im Telefonnetz zu suchen. Der Hackerjargon füllte sich mit neuen Begriffen, wie »Brute Force« – hacken durch pausenloses Ausprobieren. Die »Phreaker«-Szene wurde nicht nur das Schreckgespenst der amerikanischen Telefongesellschaften, die im Laufe der Jahre unzählige Millionen Dollar entgangenen Gewinn zu beklagen hatten. Das Phreaken weckte die Begeisterung von zahllosen Hackern bis in die 90er Jahre, wobei schließlich auch die Deutsche Bundespost (bzw. später Deutsche Telekom) und weitere Telefongesellschaften aus der ganzen Welt betroffen waren.
In seinen jungen Jahren studierte John Ingenieurwesen und verbrachte seine restliche Zeit damit an Radios herumzubasteln. Es war aber die Entdeckung eines blinden Jungen namens Dennie, der durch sein herausragendes Gehör und dem kindlichen Ausprobieren herausfand, dass Telefonleitungen mit Tönen manipuliert werden konnten. Er ist der erste »Phreaker« der Welt. Schon beim ersten Kontakt mit John Draper bezeichnete Dennie sich selbst als Telefonfan. Zu dieser Zeit hätte er wohl kaum selbst geahnt, dass dieser Begriff sich zu einem Oberbegriff der Hackerszene entwickeln würde.
Dennie, der selbst noch ein Teenager war, führte John Draper vor, wie man Telefonleitungen mit Tönen einer Orgel manipulieren konnte. Das Geheimnis jedoch ließ John nicht lange auf sich sitzen. Mit einigen weiteren Freunden gelang es ihm schneller Fortschritte zu erzielen. Laut Draper sei es vor allem der Unverantwortlichkeit anderer zu verdanken, dass das Geheimnis um das Blue Boxing (so wird die Methode heute genannt) sich wie ein Lauffeuer verbreitete.
Straßendealer verkauften später das Geheimnis weiter an Immigranten, die gerne ihre entfernten Verwandten anrufen wollten. Auch die organisierte Kriminalität bekam Interesse an dem Blue Box-Geschäft, das kostenloses Telefonieren ermöglichte.
Die Telefongesellschaften schrieben rote Zahlen. John Draper wurde schließlich vom FBI verhaftet. Die amerikanische Telefongesellschaft Ma Bell ließ ihn später auf direktem Weg anklagen. Drapers Forschungsdrang brachte ihm eine Bewährungsstrafe von fünf Jahren ein, von denen er vier Monate im Staatsgefängnis Lompoc verbringen musste.
Später erschien seine Lebensgeschichte in dem Buch Hackertales – Geschichten von Freund + Feind.
Literatur
- Sen, Evrim: Hackerland – Das Logbuch der Szene. Tropen Verlag 2001, 3. Auflage, ISBN 3932170296, Webseite
- Sen, Evrim: Hackertales – Geschichten von Freund + Feind. Tropen Verlag 2002, 1. Auflage, ISBN 3932170385, Webseite
Weblinks
- Die Story des Cap'n Crunch
- John Drapers Homepage (englisch)
Draper, John T. Draper, John T.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Draper, John T. |
| ALTERNATIVNAMEN | Cap'n Crunch |
| KURZBESCHREIBUNG | Hacker |
| GEBURTSDATUM | |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
