José Luis Chilavert

Jose Luis Chilavert (* 27. Juli 1965 in Luque) ist ein paraguayischer Fußball-Torwart und gilt als einer der besten Torhüter aller Zeiten.

Karriere

Als einer von nur drei Torhütern ist es ihm gelungen, dreimal zum Welttorhüter gewählt zu werden (1995, 1997, 1998). Das haben außer ihm nur noch der Italiener Walter Zenga 1989-1991 und der deutsche Weltklassetorhüter Oliver Kahn geschafft (1999, 2001, 2002).

Bereits im jungen Alter von 15 Jahren stieg José Luis Chilavert bei seinem Heimatverein Sportivo Luqueño in Paraguay zum Stammtorhüter auf.

Im Alter von 18 Jahren gab er in der ersten paraguayischen Liga bei Guaraní Asunción sein Debüt, nach einer Saison verließ er das Team bereits wieder und wechselte zum südamerikanischen Spitzenklub San Lorenzo Buenos Aires nach Argentinien.

Nach vier erfolgreichen Jahren in Argentinien war es Zeit für den nächsten Schritt. Im Jahre 1988 wechselte Chilavert nach Spanien zum damaligen Spitzenklub Real Zaragoza, wo er anfangs tolle Leistungen zeigte, dann aber 1992, nach Querelen mit dem Trainer und dem Platz auf der Ersatzbank, den Verein verließ.

Von dieser Enttäuschung gekennzeichnet wechselte er zur Spielzeit 1992/1993 wieder nach Argentinien zum Erstligisten Velez Sarsfield. Von nun an klafften Anspruch und Realität nicht länger auseinander und es ging wieder steil bergauf mit Chilaverts Karriere.

Es kam von nun an ein sportlicher Erfolg nach dem anderen:

Im November des Jahres 2000 wollte es Chilavert noch einmal wissen: er wechselte zum Start der französischen Rückrunde zum zweiten Mal nach Europa.

Chilavert spielte in den Saisons bis 2000/2001 (Rückrunde)und 2001/2002 für den französischen Traditionsclub Racing Strasbourg mit dem er 2002 abgeschlagen am Tabellenende in die französische zweite Liga abstieg. Es war ein schwarzes Jahr für RC Strasbourg, auch der von den Fans oft gefeierte Torhüter konnte den Abstieg nicht verhindern.

Nachdem der Abstieg feststand, blühte die Mannschaft noch einmal auf und zeigte ihr ganzes Potenzial. Man holte nach dem letzten Spieltag noch den französischen Pokal und es kam wie es kommen musste: Nach der Verlängerung stand es Unentschieden, Chilavert hielt den vorentscheidenden Elfmeter und vollstreckte dann souverän selbst zum Sieg.

Chilavert erzielte in seiner Karriere über 50 erzielten Tore für Klubs und das Nationalteam und ist damit unangefochten der torgefährlichste Torhüter überhaupt.

Zum Höhepunkt seiner Karriere kam es im Jahre 1998, als er sein Land Paraguay, Außenseiter in der Südamerika-Qaulifikationsgruppe, als Team-Kapitän zur Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich führte.

Es war sein bisher größter Erfolg mit der Nationalmannschaft.

Als Paraguay dort sogar überraschend die Gruppenphase überstand, fiel die Aufmerksamkeit immer mehr auf den Kapitän der Mannschaft, der in drei Gruppenspielen nur ein einziges Gegentor kassierte. Im Gruppenspiel gegen Bulgarien scheiterte Chilavert mit einem spektakulärem Freistoß aus 20 Metern nur an der Torlatte, beinahe wäre es ihm als ersten Torhüter in der Fußball-Geschichte gelungen, ein Tor bei einer Weltmeisterschaft zu erzielen.

Im Achtelfinale der WM 1998 gegen Frankreich kam es wohl zum Höhepunkt in Chilaverts Karriere. Die französische Weltklassemannschaft, mit Weltstars wie Henry, Pires, Zidane, Lizarazu, Desailly, Thuram, Dugarry, Trezeguet und Blanc, verzweifelte wegen des mit jeder abgewehrten Torchance immer stärker werdenden Chilaverts. Die Franzosen stürmten gegen die maßlos überforderte Mannschaft aus Paraguay, während des gesamten Spielverlaufs auf das gegnerische Tor zu. Mit schier unglaublichen Paraden und vielleicht einer der besten Torwartleistungen in der Fußballgeschichte brachte er sein Team fast im Alleingang bis in die Verlängerung, in der Laurent Blanc per Golden Goal für Frankreich traf und das Spiel entschied. Frankreich war von da an nicht mehr zu stoppen und wurde überlegen Weltmeister, im Finale fand mit einem 3:0 eine Demontage des bisherigen Weltmeisters Brasilien statt.

Der Paradiesvogel avancierte in diesem Jahr zu einem der Stars der WM und sein Bekanntheitsgrad stieg von nun an wieder über die Grenzen von Südamerika hinaus und man erinnerte sich wieder an den Exzentriker.

Jose Luis Chilavert wurde 1998 zum letzten Mal zum "Welttorhüter des Jahres" gewählt, seit 2001 taucht er nicht mehr in den Statistiken der 10 weltbesten Torhüter auf und beendet im Jahre 2002 da er, trotz seinen Verdienste für das Land, nicht mehr für das paraguayische Nationalteam nominiert wird seine Karriere.

Auch neben dem Spielfeld hat er sich hohe Ziele gesetzt und will nun Präsident von Paraguay werden.

Person

Der äußerst impulsiv und ein wenig arrogant wirkende Fußballstar sorgt immer wieder für Eklats neben dem Spielfeld. Wegen seines Temperaments kam er schon oft mit dem Gesetz in Konflikt, in seiner Heimat wird er jedoch als Volksheld verehrt.

Während seiner Karriere geriet er immer wieder mit dem argentinischen Weltstar Martin Palermo (Boca Juniors, Real Betis Balompié) aneinander und man kann unübertrieben von einem Erzfeind sprechen. Duelle der beiden Stars hatten meist heftige Wortgefechte, harte Fouls sowie rote Karten zu bieten.

Ein weiteres Beispiel für sein Temperament ist sein Ausraster im WM-Qualifikationsmatch gegen Brasilien: Als Roberto Carlos ihm die Hand schütteln wollte, spuckte Chilavert ihn an. Deshalb musste er das erste Spiel bei der WM 2002 auch von der Tribüne aus verfolgen.

Comeback

Im Jahre 2004 feierte der inzwischen 39jährige Chilavert ein überraschendes Comeback bei seinem Stammverein Velez Sarsfield, mit dem er in den 1990er Jahren seine größten Erfolge gefeiert hat. Außerdem plant er seine Rückkehr ins Nationalteam für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Personendaten
Chilavert, Jose Luis
paraguayischer Fußballtorwart
27. Juli 1965
Luque

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