Josef Gregor

Josef Gregor; genannt Sepp Gregor (* 9. September 1903 in Wien; † 5. März 1987 in Bonn), war von seiner Berufsausbildung her klassischer Philologe, fühlte sich von seiner Berufung als Musik- besonders Volksliedpädagoge.

Sepp Gregor gründet 1949 in Essen die "Klingende Brücke", eine internationale Vereinigung von Liedstudios, die sich das Erlernen von europäischen Volksliedern in der Originalsprache zum Ziel gesetzt haben. Als Sepp Gregor 1947 wie durch ein Wunder heil aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Plön zurückgekehrt ist, wächst in ihm die Einsicht, dass die Katastrophe des 2. Weltkrieges nur in wechselseitigem Verstehen und Vertrauen der Völker untereinander bewältigt werden kann. Hierzu werden in seinen monatlichen Treffen Lieder aller in Europa gesprochenen Sprachen in der jeweiligen Originalsprache erarbeitet. Von Anfang an ist keinerlei Sprache ausgeschlossen. Neben deutschen und westeuropäischen Liedern erarbeitet sich die Klingende Brücke auch osteuropäische Lieder, wenn auch das politische Europa von damals zunehmend durch einen Eisernen Vorhang getrennt wird. Auch nord- und südamerikanische Lieder in europäischen Sprachen - Gregor nennt sie "die Töchter Europas jenseits des Ozeans" befinden sich im Repertoire seiner Klingenden Brücke. Sepp Gregor, selbst im Herzen eines Vielvölkerstaates geboren und aufgewachsen, beherrscht schon als Kind neben deutschsprachigen auch tschechische, slowakische und ungarische Volkslieder.

Die "Fremdsprachen" stellen in Verbindung mit der Musik kein Hindernis, sondern im Gegenteil eine ideale Brücke zum Verständnis der Lieder selbst, der Kultur ihrer Herkunftsländer und der dort lebenden Menschen dar. Mit dem Namen "Klingende Brücke" lehnt sich Sepp Gregor an "Die Brücke", die Kultureinrichtung der britischen Besatzungsverwaltung in ihrer Besatzungszone, an. Diese unterstützt von Anfang an in Gestalt der beiden musikbegeisterten britischen Kulturoffiziere Colonel Elwes (Essen) und Boy Wolsey (Bochum) Gregors Vorhaben, singend wieder zueinander zu finden.

Gregors Werk “Europäische Lieder in den Ursprachen“ (Gregor et al. 1956; s.u.) war im deutschsprachigen Bereich hinsichtlich der Rezeption von Liedern in Originalsprachen wegweisend für viele weitere ähnlich angelegte Liedsammlungen wie die von Jane Peterer, Helmuth König oder Klaus Buhé (s. u.). Ende der 1970er und in den 1980er Jahren kamen solche Liederbücher geradezu in Mode. In dieser Zeit nahmen die Schulliederbücher nach und nach Lieder in den Originalsprachen auf.

Viele Leute lassen sich im Laufe der Jahre von Sepp Gregors Idee mitnehmen und wirken mit. An vielen Orten in Deutschland, in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Österreich bilden sich Kreise der Klingenden Brücke. Diese 'Liedstudios' betreut Sepp Gregor bis zu seinem Tod weitgehend selbst. Menschen aller Bildungsgrade, Berufe, Altersstufen und verschiedenster Nationalitäten nehmen bis heute an den Liedtreffen der Klingenden Brücke teil, um das Liederbuch Europas mit Leben zu füllen.

Werke

An folgenden Werken hat Josef Gregor maßgeblich mitgewirkt bzw. sie sind in seinem Sinne erarbeitet worden.


Weitere Liedsammlungen mit Liedern in Originalsprachen

Weblinks

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Personendaten
Gregor, Josef
Sepp Gregor
Deutscher Volksliedpädagoge
9. September 1903
Wien
5. März 1987
Bonn

See also: Josef Gregor, 1903, 1987, 5. März, 9. September, Bonn, Deutsches Volkslied, Essen, Klingende Brücke