Joseph Victor Widmann
Joseph Viktor Widmann (* 20. Februar 1842 in Nennowitz, heute Brnenské Ivanovice, nahe Brünn, † 6. November 1911 in Bern) war ein Schweizer Schriftsteller und Journalist.
Widmann verbrachte seine Jugendzeit im Pfarrhaus von Liestal, studierte evangelische Theologie und arbeitete einige Zeit als reformierter Pfarrer. Ab 1880 war Redakteur und Kritiker bei der Berner Zeitung Der Bund. Seine literarischen Werke, zu denen Theaterstücke, Erzählungen, Versepen und Reiseliteratur gehören, sind heute weitgehend vergessen. Zu Lebzeiten war Widmann einer der einflussreichsten Literaturkritiker und -förderer der Schweiz. Er war mit Johannes Brahms befreudet, korrespondierte mit Carl Spitteler und entdeckte Robert Walser, dem er zu ersten Veröffentlichungen verhalf.
Wie angesehen Widmann war, zeigt die Tatsache, dass ihm zum Gedächtnis 1914 in Bern ein Widmann-Brunnen am Südende des Hirschengrabens errichtet wurde, den man 1923 zusätzlich mit einer Bronzefigur von Hermann Haller ausgeschmückte.
Werke
- Der geraubte Schleier. Dramatisirtes Märchen nach Musäus. Winterthur 1864
- Moses und Zipora - Ein himmlisch-irdisches Idyll in zwölf Gesängen. Berlin 1874
- An den Menschen ein Wohlgefallen. Pfarrhausidyll. Zürich 1877
- Maikäfer-Komödie. Frauenfeld 1897
- Sommerwanderungen und Winterfahrten. Frauenfeld 1897
- Der Heilige und die Tiere. Frauenfeld 1905
- Sizilien und andere Gegenden Italiens, Reisen mit Johannes Brahms. Frauenfeld 1912
Literatur
- Maria Waser: Joseph Victor Widmann. Vom Menschen und Dichter, vom Gottsucher und Weltfreund. Frauenfeld und Leipzig 1927
Widmann, Joseph Victor
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