Joy Division
Joy Division nannte sich eine Rockband, die im Jahre 1977 zunächst unter dem Namen Warsaw in England zusammenfand. Der spätere Name Joy Divison leitete sich von einer angeblichen Prostituierten-Riege der deutschen Wehrmacht ab, die in dem Groschenroman House of Dolls von Frederick Muller erwähnt wird. Joy Division waren eine der wichtigsten Bands, die sich im Zuge der New Wave-Bewegung gründete.
| Joy Division | |
|---|---|
| Gründung | 1977 |
| Auflösung | 1980 |
| Genre | New Wave |
| Website | Fansite (engl.) |
| Gründungsmitglieder | |
| Gesang | Ian Curtis |
| Gitarre | Bernard Albrecht |
| Schlagzeug | Stephen Morris |
| Bass-Gitarre | Peter Hook |
| Inhaltsverzeichnis |
Bandgeschichte
Zu der Ursprungsbesetzung von Joy Division gehörten Ian Curtis (Gesang), Bernard Albrecht (eigentlich: Bernard Sumner; ein weiteres Pseudonym: Bernard Dicken) (Gitarre), Peter Hook (Bass), Stephen Morris (Schlagzeug).
Im Juni 1978 erschien die EP An Ideal For Living, die im musikalischen Ausdruck der Punk-Musik jener Zeit nahe stand. Mit ihrem auf Factory Records erschienenen Album Unknown Pleasures, das im Juni 1979 veröffentlicht wurde, wandten sich Joy Division musikalisch vom Punk ab, und integrierten mittels Synthesizer elektronische Klänge in ihre zunehmend schwermütigen Kompositionen.
Ende der 70er Jahre machten sich Joy Division mit ihren eindrucksvollen Live-Shows einen Namen in der New-Wave-Szene. Maßgeblich hierfür war insbesondere die Bühnenpräsenz von Ian Curtis.
Im April 1980 veröffentlichten Joy Division die Single Love Will Tear Us Apart, die - wie alle vorausgehenden Veröffentlichungen - zunächst ohne nennenswerten kommerziellen Erfolg blieb. Im Mai 1980 verübte Ian Curtis Selbstmord, indem er sich kurz vor der ersten Amerika-Tour in seinem Haus in Macclesfield, England, erhängte. Motive für diese Tat finden sich sowohl in seiner Krankheit – Curtis litt an epileptischen Anfällen, die zeitweise auch während seiner Bühnenauftritte ausbrachen und als besondere Einlage fehlinterpretiert wurden – als auch im persönlichem Umfeld, der zunehmenden Entfremdung von seiner Frau, begründet.
Die nach seinem Tode nochmals veröffentlichte Single Love will tear us apart ist ein herausragendes Beispiel der musikalischen Ausdruckskraft von Joy Division, die sich irgendwo zwischen dem mollgetragenen Vortrag des Sängers und einer nicht immer offen zu Tage tretenden Aggressivität der übrigen Bandmitglieder bewegte.
Im Juli 1980 wurde die LP Closer veröffentlicht. Die ursprüngliche Veröffentlichung war eigentlich für den 8. Mai 1980 vorgesehen, wurde wegen des Todes von Ian Curtis jedoch verschoben. Das Album wurde ein beachtlicher kommerzieller Erfolg und wurde als Meisterwerk Joy Divisions gefeiert.
Die Musik von Joy Divison nimmt auch heute noch einen bedeutenden Platz in der Geschichte der Rockmusik ein und beeinflußte etliche andere Bands.
Nach dem Tod von Ian Curtis wurden die übrigen Bandmitglieder ab 1981 unter dem Namen New Order bekannt.
Diskografie
E.P.
- An Ideal For Living (1978)
Studioalben
- Unknown Pleasures (1979)
- Closer (1980)
Compilations
- Still (1981) halb unveröffentlichtes Material, halb live
- Substance 1977-1980 (1988)
- The Peel Sessions (1990)
- Permanent (1995)
- Warsaw (1995) das unveröffentlichte erste Album plus ältere Demo-Aufnahmen von Warsaw
- Heart and Soul (4 CDs, 1997)
- The Complete BBC Recordings (2000)
Livealben
- Preston Warehouse 28 February 1980 (1999)
- Les Bains Douches 18 December 1979 (2001)
Chartplatzierungen
- Singles
- Love Will Tear Us Apart
- England Juni 1980 #13
- England Okt.1983 #19 (re-entry)
- England Juni 1995 #19 (remix)
- USA Club Play Singles 1980 #42
- Atmosphere
- England Juni 1988 #34
- Love Will Tear Us Apart
- Alben
- Closer
- England Juli 1980 #6
- Still
- England Okt.1981 #5
- Substance 1977-80
- England Juli 1988 #7
- USA 1988 #146
- Permanent: Joy Division 1995
- England Juli 1995 #16
- Closer
Literatur
- Horst Puschmann: "Joy Division - INsideOUT" (Sonnentanz-Verlag Roland Kron, Augsburg, 1992)
- Deborah Curtis: "Aus der Ferne... - Ian Curtis und Joy Division" (Die Gestalten Verlag, Berlin, 1996)
Film
- 24 Hour Party People (Großbritannien / Frankreich / Niederlande, 2002, Michael Winterbottom)
Weblinks
- Joy Division Shadowplay
- Joy Division Central
- Joy Division-Diskografie
- Ian Curtis and Joy Division fans club
- Eine subjektive Biographie zu Joy Division
- kNOwledge destroyed (deutsch)
