Jud Süß (Film)
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Jud Süß ist ein Film, der 1940 im Dritten Reich unter der Regie von Veit Harlan gedreht wurde. Der Film wurde auf der Grundlage des gleichnamigen Romans von Lion Feuchtwanger aus dem Jahre 1925 als Unterhaltungsfilm konzipiert, diente jedoch den Nationalsozialisten maßgeblich zu Propagandazwecken und soll in diesem Sinne die grundsätzliche Verworfenheit des Juden zeigen. Die öffentliche Aufführung von Jud Süß ist in der BRD heute nur mit einem begleitenden Kommentar sowie unter Auflagen gestattet, der Vertrieb des Films ist in Deutschland untersagt.
| Inhaltsverzeichnis |
Handlung
Die Film zeigt das Leben des Joseph Süß Oppenheimer, eines jüdischen Finanzmannes, der 1698 oder 1699 in Heidelberg geboren und am 4. April 1738 in Stuttgart hingerichtet wurde. Süß Oppenheimer wird 1733 Geheimer Finanzrat unter Herzog Karl Alexander von Württemberg und führt ohne Zustimmung der Stände neue Steuern und Abgaben ein. Die Opposition gegen den Herzog konzentriert sich deshalb auf den Jud Süß, dem Verfassungsbruch und persönliche Bereicherung im Amt vorgeworfen wird. Als der Herzog stirbt, wird Oppenheimer verhaftet und kurz darauf hingerichtet. In der Filmhandlung versucht Jud Süß immer wieder, sich der als arischen gezeichneten Dorothea zu bemächtigen, die er auch entführt und vergewaltigt. Dorothea begeht dann Suizid aus Scham darüber, von einem Juden entehrt worden zu sein.
Das Ziel des Films ist allein die Denunziation des Juden. Dieser wird als wurzellos und gerissen dargestellt und es wird ihm ein Interesse unterstellt, sich in die arische Gesellschaft hineinzudrängen. Der Film bedient sich dabei, zum größten Teil auf subtile Weise, antisemitischer Stereotypen. Das Drehbuch wurde frei nach nach einer Novelle von Wilhelm Hauff gestaltet. Eine Verbindung zum gleichnamigen Drama und Roman von Lion Feuchtwanger besteht nicht.
Erfolg und Propaganda
Jud Süß wurde bei den Filmfestspielen in Venedig uraufgeführt und fand vor allem beim deutschen Publikum großen Beifall. In Deutschland fand die Uraufführung im Berliner UFA-Palast am Zoo, unter Beisein von Joseph Goebbels und anderen hohen NS-Vertretern, statt. Allein in diesem Kino wurde der Film während der ersten vier Wochen trotz ständiger Fliegerangriffe von 111.677 Besuchern gesehen und war sehr erfolgreich. Heinrich Himmler ordnete an, dass alle Angehörigen von SS und Polizei sich diesen Film anzusehen hätten. Auch gilt es als vielfach belegt, dass Jud Süß den SS-Einheiten gezeigt wurde, die kurz darauf „Aktionen“ gegen Juden vorzunehmen hatten. Auch Wachpersonal aus den Konzentrationslagern musste den Film anschauen.
Auswirkungen
Dem Regisseur Veit Harlan wurde nach dem Krieg hauptsächlich wegen der Realisierung dieses Films von den Alliierten der Prozess gemacht. Aus Mangel an Beweisen wurde Harlan aber freigesprochen. Es konnte ihm nicht nachgewiesen werden, wie stark er zur Realisiserung dieses Machwerks gezwungen worden war.
Ferdinand Marian, der Darsteller des Süß, erhielt Berufsverbot und kam 1946 bei einem Autounfall ums Leben. Es wird angenommen, dass er sich so das Leben nahm.
Heinrich George wurde nicht zuletzt auch wegen seiner Mitwirkung an Jud Süß inhaftiert und starb 1946 im Gefängnis.
Siehe auch
Weblinks
- Informationen zum antisemitische Propagandafilm Jud Süß bei Shoa.de
- Jud Süß in der Internet Movie Database
- http://www.deutscher-tonfilm.de/js1.html
- http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kunst/judsuess/
