Jüdisches Autonomes Gebiet
| Jüdisches Autonomes Gebiet | |
|---|---|
| 200px|thumb|center|Lage in Russland | |
| Staat: | Russland |
| Föderationskreis: | Fernost |
| Fläche: | 36.100 km² |
| Einwohner: | 185.000 |
| Hauptstadt: | Birobidschan |
| Bevölkerungsdichte: | 5 Einwohner/km² |
| Kfz-Kennzeichen: | 79
|
right|thumb|Flagge des Jüdischen Autonomen Gebiets Das Jüdische Autonome Gebiet (russ. Евре́йская автоно́мная о́бласть, Ewreiskaja awtonomnaja oblast) ist eine Verwaltungsregion Russlands.
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Geographie
Das Gebiet liegt im russischen Föderationskreis Fernost und befindet sich an der Grenze zur Volksrepublik China. Der Fluss Amur bildet hier die Grenze zwischen den beiden Staaten.
Bevölkerung
Die Juden waren nie die Bevölkerungsmehrheit im Gebiet. Den höchsten Anteil erreichten sie nach dem Zweiten Weltkrieg mit rund einem Drittel. Heute (Stand: Volkszählung 2002) stellen sie allerdings nurmehr 2327 oder 1,22 % der Bevölkerung von insgesamt 190915 Einwohnern, nachdem viele von ihnen nach Israel abgewandert sind. Fast 90 % (genau: 171697 oder 89,93 %) sind Russen. Kleine Minderheiten bilden die Ukrainer mit 8483(= 4,44 %), die Weißrussen mit 1182(= 0,62 %) und die Tataren mit 1196(= 0,63 %) Personen.
Städte
Einzige Stadt von Bedeutung ist der Hauptort Birobidschan. Denn die nächstgrößeren Ortschaften (Oblutschje, Nikolajewka und Leninskoje) zählen nur zwischen 7000 und 11000 Einwohnern.
Geschichte
Das Gebiet wurde durch eine russische Expedition 1644 erforscht, bald darauf ließen sich die ersten Siedler hier nieder. 1898 erreichte die Transsibirische Eisenbahn das Gebiet und sorgte für eine weitere Bevölkerungszunahme. Das Jüdische Autonome Gebiet ist 1928 eingerichtet worden. Die Grundidee der Gründung war, dem westlichen Zionismus entgegenzuwirken und ein „sowjetisches Zion“ zu errichten, mit Jiddisch als Amtssprache. Trotz des rauen Klimas zogen etliche Juden in das Gebiet. Die Besiedlung stoppte allerdings Mitte der 30er-Jahre, als im Zuge der Stalinschen Säuberungen viele führende Juden getötet und jiddische Schulen geschlossen wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam die Idee eines jüdischen Territoriums frischen Aufwind, und der Anteil der Juden erreichte mit rund einem Drittel seinen Höhepunkt. Möglicherweise plante Stalin, alle Juden der Sowjetunion in dieses Gebiet zu deportieren, sein Tod 1953 stoppte das Vorhaben. Danach wurde die jüdische Ansiedlung hier nie mehr forciert. Im Zuge der Auflösung der Sowjetunion 1991 wurde das Gebiet eine eigenständige Verwaltungseinheit innerhalb Russlands, es gibt allerdings Bestrebungen, das Gebiet mit der Region Chabarowsk zu vereinigen.
Verkehr und Wirtschaft
Die Transsibirische Eisenbahn führt durch das Gebiet und verbindet es mit anderen russischen Großstädten. Wichtigste Wirtschaftszweige sind der Bergbau (Gold, Eisenerz), die Holzindustrie und die Landwirtschaft.
