Judith Butler

Judith Butler (* 25. September 1956) ist Professorin für Rhetorik und vergleichende Literaturwissenschaft an der European Graduate School und an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Sie gilt heute als die Vertreterin eines dekonstruktiven Feminismus.

Butlers einflussreichste Werke sind Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity (1990) (dt. Das Unbehagen der Geschlechter) und Bodies That Matter (1993) (dt. Körper von Gewicht). In beiden Büchern beschäftigt sie sich mit der von ihr mitentwickelten "Queer-Theory".

Einer von Butlers wichtigsten Beiträgen ist ein performatives Modell von Geschlecht, in welchem die Kategorien "männlich" und "weiblich" als Wiederholung von Handlungen verstanden werden, und nicht als natürliche oder unausweichliche Absolutheiten. Diese Beiträge waren auch in der feministischen und kritischen Theoriebildung einflussreich, weil Butler damit die Kategorie "Frau" als Subjekt des Feminismus in Frage stellte. Dies führte besonders in Deutschland zu erbitterten Debatten innerhalb der feministischen Theorie.

Weitere Arbeitsgebiete Butlers sind die Ethik (in: "Kritik der ethischen Gewalt"), politische Philosophie und die Frage nach dem Subjekt (am deutlichsten in Psyche der Macht, aber auch in Das Unbehagen der Geschlechter). Die Subjektwerdung vollzieht sich nach Butler innerhalb gesellschaftlicher (Macht-) Strukturen, wodurch jede Identität im Zusammenhang mit den sozialen/kulturellen Verhältnissen zu denken ist. Judith Butler bedient sich in ihrer Analyse verschiedenster Theorien und Forschungsansätze, unter anderem derer von Sigmund Freud, Louis Althusser und Michel Foucault, wobei letzterer wohl für Butlers gesamtes Werk als prägend anzusehen ist.

Kritik gab es unter anderem an Butlers Einstellung zu Israel. In ihrem Buch "Gefährdetes Leben" versucht sie philosophisch zu begründen, warum sie einen Boykott israelischer Universitäten empfiehlt und warum sie die Kritik an dieser Empfehlung durch den Harvard-Präsidenten Lawrence Summers für autoritär hält. Diese Einstellung brachte Butler den Vorwurf ein, "Apologetin des Antisemtismus" zu sein.

Werke

Literatur

Weblinks

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Personendaten
Butler, Judith
Philosophin; Professorin für Rhetorik und vergleichende Literaturwissenschaft in Berkeley
25. September 1956

See also: Judith Butler, 1956, 1990, 1993, 25. September, Apologet, Berkeley (Kalifornien), Dekonstruktion