Jugendobjekt
Als so genanntes Jugendobjekt bezeichnete man in der ehemaligen DDR eine Form der häufig von oben, d.h. ausgelöst durch die Führungsgremien der SED oder des Jugendverbandes FDJ, organisierte und oft ideologisch ausgerichtete und begründete, aber genau mess- und abrechenbare, zeitlich begrenzte Aufgabe, die einem so genannten Jugendkollektiv übertragen wurde. Diese Aufgaben konnten sich aus den Bereichen der Industrie, der Landwirtschaft, des Bauwesens, der Wissenschaft, Lehre und Forschung bzw. der Bildung im Allgemeinen ergeben. Im Vordergrund stand jedoch meist die Erfüllung des Volkswirtschaftsplanes. So arbeiteten beispielsweise 1974 insgesamt 854.912 Jugendliche an 68.370 Jugendobjekten. Bekannteste Jugendobjekte waren:
- 1949 Errichtung einer Wasserleitung für die Maxhütte in Unterwellenborn in Thüringen (unter der Losung "Max braucht Wasser")
- 1949 Bau der Talsperre Sosa im Erzgebirge in Sachsen
- 1959 bis 1962 Ausbau des Zentralflughafens Berlin-Schönefeld in den Ländern Berlin und Brandenburg
- 1958 bis 1962 Trockenlegung und Entwässerung (Melioration) der Altmärker Wische in Sachsen-Anhalt und der Friedländer Großen Wiese bei Ferdinandshof in Mecklenburg-Vorpommern
- 1967 Errichtung des Kernkraftwerkes Nord (jetzt: Greifswald 1) bei Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern
- 1974 Errichtung eines Teilstückes der Erdgasleitung "Drushba" (dt. Freundschaft) zwischen Krementschug und Bar in der Ukraine (umgangssprachlich nur als "Trasse" oder "Drushba-Trasse" bezeichnet); speziell dazu: Trassenverein Erdgastrasse e.V.
Weblinks
- http://www.trassen-datenbank.de.vu/ – Website über den Bau des Jugendobjektes Erdgastrasse u. Drushba Trasse
