Jutta Allmendinger

Jutta Allmendinger (*1956) ist eine deutsche Soziologin.

Leben und Arbeit

Jutta Allmendinger studierte Soziologie und Sozialpsychologie in Mannheim, anschließend an der University of Wisconsin und an der Harvard University (dort Promotion 1987); Habilitation im Jahr 1993 an der Freien Universität Berlin. Seit 1992 Professorin für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München; seit 2003 dort beurlaubt, um als Direktorin das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu leiten. Von 2000 bis 2004 war sie Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

In ihrer Forschung befasst sie sich vor Allem mit der Frage, wie Lebensverläufe von Menschen durch Institutionen, etwa der Bildung, des Arbeitsmarktes, aber auch des Wohlfahrtsstaates geprägt sind. Ihr besonderes Interesse gilt auch der Verflechtung der Lebensverläufe von Frauen und Männern in der Familie bzw. privaten Beziehungen; so zeigte sie in ihrer Habilitationsschrift, wie der deutsche Wohlfahrtsstaat beim Übergang in den Ruhestand die Lebensleistungen von Frauen und Männern unterschiedlich „belohnt“ und durch die Institution der Hinterbliebenrente Frauen immer noch tendenziell ein Hausfrauendasein nahe legt. Weitere wichtige Forschungsgebiete sind die Ungleichheit der Geschlechter am Arbeitsmarkt, speziell auch in Arbeitsorganisationen, sowie die Bildungssoziologie.

Publikationen

Allmendinger, Jutta; Leibfried, Stephan (2003): "Education and the welfare state. The four worlds of competence production". In: Jn. of European Social Policy, Bd. 13, H. 1. S. 63-81.

Allmendinger, Jutta (Hgn.) (2003): Entstaatlichung und soziale Sicherheit. Verhandlungen des 31. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Leipzig 2002. Bd. 1,2. Opladen: Leske + Budrich. 1243 S.

Allmendinger, Jutta / Hinz, Thomas (Hgg.) (2002): Organisationssoziologie. Opladen: Westdeutscher Verlag 489 S. Reihe / Serie: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Sonderheft Nr. 42.

Allmendinger, Jutta; Aisenbrey, Silke (2002): "Soziologische Bildungsforschung". In: R. Tippelt (Hg.), Handbuch Bildungsforschung, Opladen: Leske + Budrich S. 41-60.

Fuchs, Stefan / von Stebut, Janina / Allmendinger, Jutta (2001): "Gender, science, and scientific organizations in Germany". In: Minerva, Bd. 39, H. 2, S. 175-201.

Allmendinger, Jutta / Podsiadlowski, Astrid (2001): "Segregation in Organisationen und Arbeitsgruppen". In: B. Heintz (Hgn.), Geschlechtersoziologie, Opladen: Westdeutscher Verlag S. 276-307 Reihe / Serie: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Sonderheft Nr. 41/2001.

Allmendinger, Jutta / Ludwig-Mayerhofer, Wolfgang (Hgg.) (2000): Soziologie des Sozialstaats. Gesellschaftliche Grundlagen, historische Zusammenhänge und aktuelle Entwicklungstendenzen. Weinheim u.a.: Juventa 408 S. Reihe / Serie: Grundlagentexte Soziologie.

Allmendinger, Jutta (1999): "Bildungsarmut - zur Verschränkung von Bildungs- und Sozialpolitik". In: Soziale Welt, Jg. 50, H. 1. S. 35-50.

Allmendinger, Jutta / Hinz, Thomas (1997): "Mobilität und Lebensverlauf. Deutschland, Großbritannien und Schweden im Vergleich". In: Stefan Hradil & S. Immerfall (Hgg.), Die westeuropäischen Gesellschaften im Vergleich, Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 247-285.

Allmendinger, Jutta (1994): Lebensverlauf und Sozialpolitik. Die Ungleichheit von Mann und Frau und ihr öffentlicher Ertrag. Frankfurt am Main u.a.: Campus Verlag 302 S.

Allmendinger, Jutta (1989): "Educational systems and labor market outcomes", European Sociological Review, 5: 231-250


Kategorie:Arbeitssoziologie Kategorie:Soziologe

See also: Jutta Allmendinger, 1956, Arbeitsmarkt, Bildungssoziologie, Deutsche Gesellschaft für Soziologie, FU Berlin, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Lebenslauf, Ludwig-Maximilians-Universität