Kadenz (Musik)
Die Kadenz (v. lat.-it.: cadere = fallen) ist in der Musik eine besondere Abfolge von Akkorden.
Im speziellen versteht man unter Kadenz das "Fallen" in Quinten auf die Schlussharmonie eines Stückes oder eines Abschnitts daraus. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Quintfall. Der Begriff "Kadenz" hat aber in der Musiktheorie noch weitere Bedeutungen.
thumb|250px|Kadenz in C-Dur
Die Dur-Tonleiter besitzt sieben leitereigene Dreiklänge. Der erste Akkord (Stufe I) besteht aus dem ersten, dritten und fünften Ton der Tonleiter, der zweite Akkord (Stufe II) aus dem zweiten, vierten und sechsten Ton, usw. Dabei erhalten wir folgende Dreiklänge:
- Stufe I: Durdreiklang ("Tonika")
- Stufe II: Molldreiklang
- Stufe III: Molldreiklang
- Stufe IV: Durdreiklang ("Subdominante")
- Stufe V: Durdreiklang ("Dominante")
- Stufe VI: Molldreiklang
- Stufe VII: Verminderter Dreiklang
Als "Kadenz" bezeichnet man die Schlusswendung eines Musikstückes oder eines Abschnittes in Akkorden. Am häufigsten ist der Fall von der Dominante auf die Tonika (Authentischer Schluss) - oft mit diesem Harmonienpaar nach vorangehender Subdominante. Oft wird die Dominante als Dominantseptakkord gespielt, was den Drang zur Tonika noch verstärkt. In Moll stehende Stücke oder Abschnitte können auch auf der Dominante enden; die Schlusskadenz erreicht diese typischerweise über die 6. Stufe (Plagalschluss).
"Kadenz" bezeichnet außerdem allgemeiner ein mehr oder weniger kurzes Harmonie-Abfolgeschema, in dem die Akkorde durch Abschnitte des Quintenzirkels wandern, bis es auf der beabsichtigten Schlusstonart landet. Solche erweiterten Kadenzen können auch das harmonische Grundgerüst für Modulationen bilden. Ein Beispiel für eine nicht modulierende erweiterte Kadenz: (vgl. Quintfallsequenz)
- C - G - a - e - F - C - F - G - C
- Die verwendeten Akkorde kommen alle im Quintenzirkel um die Tonika (C-Dur im Beispiel) angeordnet vor:
| +Ces | +Ges | +Des | +As | +Es | +B | keine Vorzeichen | +Fis | +Cis | +Gis | +Dis | +Ais | +Eis | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dur-Tonarten: | Ges-Dur | Des-Dur | As-Dur | Es-Dur | B-Dur | F-Dur | C-Dur | G-Dur | D-Dur | A-Dur | E-Dur | H-Dur | Fis-Dur |
| Moll-Tonarten: | es-Moll | b-Moll | f-Moll | c-Moll | g-Moll | d-Moll | a-Moll | e-Moll | h-Moll | fis-Moll | cis-Moll | gis-Moll | dis-Moll |
- In funktionaler Schreibweise:
- T - D - Tp - Dp - S - T - S - D - T
- Dabei bedeutet: T = Tonika, S = Subdominante, D = Dominante, P = Parallele; Großbuchstabe = Dur, Kleinbuchstabe = Moll.
Auch eine freie Episode des Solisten am Ende von Solokonzerten wird als "Kadenz" bezeichnet, siehe hierzu: Kadenz (Solokonzert)
Siehe auch
Weblinks
- http://www.justchords.com/theory/progs.html -- Harmonielehre der Kadenz
- http://www.gerdkaufmann.de/kadop1.htm -- Beispiel einer Kadenz als Musikstück
